Payom Solar kämpft bereits ums Überleben

Mittwoch, 30. November 2011 13:31
Payom Solar

(IT-Times) - Für die Aktien des deutschen Solarprojektierer Payom Solar AG ging es zuletzt deutlich abwärts. Nachdem das Unternehmen für die ersten neun Monate des Jahres einen deutlichen Umsatzeinbruch und ein negatives EBIT ausweisen musste, fielen die Papiere auf 1,54 Euro.

Die Krise in der Solarindustrie hat damit auch den Kölner Solarspezialisten voll erfasst. Die Mischung aus sinkender Nachfrage und einem anhaltenden Preisverfall bei Solarprodukten dürfte auch Payom Solar (WKN: A0B9AH) wie viele kleinere Hersteller in einen existentiellen Überlebenskampf zwingen.

Kein Ende des Preisverfalls in Sicht
Wurden Solarmodule vor einem Jahr noch bei 1,50 bis 2,00 US-Dollar gehandelt, haben sich die Preise inzwischen halbiert, weiß Brigantine Advisors Analyst Ramesh Misra. Und ein Ende der Preisspirale, die sich weiter nach unten dreht, ist bislang nicht in Sicht. Auch im November entwickelten sich die Preise weiter rückläufig, nachdem der Markt nach wie vor unter hohen Überkapazitäten leidet.

Aufgrund der aktuellen Nachfrage und der Schuldenkrise in Europa, dürften es insbesondere Solarprojektierer wie Payom Solar schwer haben, Kredite zu erhalten, um neue Solarkraftwerke zu bauen, glauben Marktbeobachter. Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten über weitere Subventionskürzungen in Deutschland und Italien hielten sich Investoren zuletzt bereits spürbar zurück. Dies bekam Payom Solar bereits im dritten Quartal deutlich zu spüren.

Analysten fürchten Pleitewelle in der Solarindustrie
Ob das Unternehmen daher wie geplant im laufenden vierten Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben kann, bleibt abzuwarten. Solarexperten und Analysten wie Jefferies-Experte Jessie Pichel verweisen auf die begonnene Pleitewelle. Mit Solyndra und Evergreen Solar mussten bereits zwei hochkarätige Namen Insolvenz anmelden.

Pichel glaubt, dass Solyndra nur der Anfang war. Der Analyst erwartet eine Vielzahl von Insolvenzen in der Solarbranche in den nächsten Monaten. Unter den mehreren hundert Solarherstellern und Projektierern, die derzeit noch auf den Weltmarkt aktiv sind, dürften nur 20 bis 40 in den nächsten Jahren überleben, schätzt Avian Securities Experte Mark Bachman.

Kurzportrait

Die in Merkendorf ansässige Paycom Solar sieht sich heute als ein führender Systemanbieter von Solar-Dachanlagen. Das Unternehmen wurde ursprünglich im Jahr 2004 gegründet, fungierte aber zwei Jahre lang als Vorratsgesellschaft. Die operative Geschäftstätigkeit wurde im Jahr 2006 aufgenommen. Das Unternehmen hat sich in den folgenden Jahren insbesondere auf die Projektierung und Realisierung von Indach- und Aufdachanlagen spezialisiert.

Payom Solar plant, erstellt und vertreibt Photovoltaik-Anlagen. Dabei steht die Prüfung der Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen, sowie der Erfüllung technischer und genehmigungsrechtlicher Voraussetzungen im Mittelpunkt. Zum Kundenkreis zählen sowohl private Haushalte als auch industrielle und institutionelle Investoren und Betreiber von Solaranlagen. Zum Leistungsspektrum der Gesellschaft zählen nicht durch die Realisierung von Photovoltaik-Anlagen, sondern auch der Bezug und der Handel von Solarmodulen und entsprechenden Komponenten, da Payom Solar keine Zellen oder Module selbst herstellt. Zu den Zulieferern gehört unter anderem Chinas führender Solar- und Zellhersteller Yingli Green.

Zum Serviceangebot des Unternehmens gehört die Akquisition profitabler Photovoltaik-Standorte, die Realisierung von schlüsselfertigen Solaranlagen sowie der Projektverkauf an Einzelinvestoren und Fondsgesellschaften.

Daneben ist die Payom Solar alleinige Gesellschafterin der Solardach Burgoberbach GmbH und hält seit 2006 100 Prozent der Anteile an der Gesellschaft. Im Jahr 2009 hat die Payom Solar AG zudem den Wettbewerber und den Kölner Solarprojektierer Solare AG übernommen. Anfang 2011 übernahm Payom im ersten Schritt 52,6 Prozent der Anteile am amerikanischen Solar-Projektierer Amsolar Holdings. Zudem gründete Payom Solar ein Joint Venture mit E.ON Bulgaria, um das Geschäft in Bulgarien zu erschließen. Mitte 2011 schloss Payom die Übernahme von Solen Energy GmbH ab.

Payom Solar verfolgt eine klare Wachstumsstrategie und will seine Projektpipeline durch die Akquisition weiterer hochwertiger Standorte ausbauen. Insgesamt will sich das Unternehmen mittel- bis langfristig als europäischer Systemanbieter von Photovoltaik-Großanlagen etablieren.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Payom Solar

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