Palm meldet sich zurück

Mittwoch, 29. März 2006 00:00

(IT-Times) Mit eindrucksvollen Zahlen meldet sich der PDA-Pionier Palm (Nasdaq: PALM<PALM.NAS>, WKN: A0ETPB<PLV1.FSE>) im neuen Jahr 2006 zurück. Durch neue Produktinnovationen war es dem Unternehmen gelungen, den Schwund bei den Marktanteilen zu stoppen. Durch seine neue Treo Smartphone-Reihe konnte Palm sogar deutlich zulegen und sich 30 Prozent des amerikanischen Smartphone/PDA-Marktes sichern. Im Jahr vorher musste sich Palm noch mit einem Marktanteil von 22 Prozent begnügen (Quelle: Canalys).

Smartphones lösen traditionelle PDAs ab

Der Trend geht eindeutig zu den neuen Alleskönnern Smartphones, wie die jüngsten Quartalszahlen Palms belegen. Während der PDA-Absatz auf 510.000 Einheiten nach 659.000 verkauften PDA-Geräten im Vorjahr sank, konnte Palm im jüngsten Quartal 564.000 Treo Smartphones ausliefern - ein Plus von 102 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Kooperation mit Microsoft

Durch die Kooperation mit Microsoft versucht Palm zudem neue Türen aufzustoßen. Mit dem Treo 700w stellte Palm jüngst sein erstes Modell vor, welches mit dem Microsoft Betriebssystem Windows Mobile arbeitet. Zusätzliche Features, wie zum Beispiel die integrierte Google-Suche, sollen nicht nur Privatkonsumenten begeistern, sondern das Gerät auch für Firmenkunden interessant machen.

Auch in Sachen Vermarktung und Vertrieb drückt Palm auf die Tube. So wurden vor allem in Lateinamerika weitere Kooperationen geschlossen, um die Treo-Produktlinie in Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien und Venezuela einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dementsprechend optimistisch blickt Palm-Chef Ed Colligan in das laufende Märzquartal. Die Umsätze sollen demnach auf 400 bis 405 Mio. Dollar anziehen.

Auch im Hinblick auf die zunehmende Konkurrenz aus dem Hause Nokia und Motorola sieht sich Palm ebenfalls gerüstet. Der gesamte Bereich stehe vor einem Wachstum. „Wenn Menschen unsere Produkte in einem Laden gegenüberstellen und ausprobieren, werden sie den Laden mit einem Treo verlassen“, gibt sich Colligan siegessicher.

Kurzportrait

Der PDA-Hersteller Palm, gegründet im Jahre 1992 und ansässig in Milpitas/Kalifornien, sieht sich als Pionier im Markt für Handheld-Computer. Bereits im Jahre 1995 wurde das viel versprechende Unternehmen vom Modem-Hersteller U.S. Robotics übernommen, welches seinerseits zwei Jahre später vom US-Netzwerkkonzern 3Com aufgekauft wurde. Mit der Übernahme von Smartcode Technologie im Februar 1999 wurde Palms gleichnamiges Betriebssystem entsprechend um drahtlose Kommunikationsfunktionen erweitert. Bereits im Jahre 1996 stellte das Unternehmen mit dem Pilot 1000 und Pilot 5000 erste Personal Digital Assistants (PDAs) vor, welche heute als Meilenstein in der Geschichte des Handheld-Computing gelten. Insgesamt lieferte das Unternehmen seit seiner Gründung mehr als 28 Mio. PDA-Computer aus.

Im Jahre 2000 gliederte 3Com die Einheit Palm als eigenständiges Unternehmen aus und führte den PDA-Hersteller an die Nasdaq. Mit der Übernahme von Actual Software im Juni 2000 erweiterte Palm seine Handhelds um Email-Funktionen, welche dem Handheld-Computer insgesamt zum Kommunikationsinstrument Nummer eins neben dem Mobilfunktelefon etablieren sollen. Ein Jahr später erfolgte die Übernahme von peanutpress.com, aus welcher anschließend die Einheit Palm Digital Media und der Palm Reader hervorging. Im Jahr 2003 wurde das Unternehmen in zwei wesentliche Geschäftsbereiche umstrukturiert. Die Einheit PalmSource soll zusätzliche, separate Lösungen rund um das Palm-Betriebssystem entwickeln, während sich die Einheit Palm um die Weiterentwicklung und die Vermarktung der Hardware konzentrieren soll. Mit der Übernahme von HandSpring folgte gleichzeitig eine Ausgliederung der Softwareeinheit. Dies wurde im Jahr 2003 vollzogen. Die Hardwareeinheit Palm konzentriert sich nunmehr primär um die Weiterentwicklung der Hardware, während die Softwareeinheit PalmSource, das PDA-Betriebssystem Palm OS weiterentwickelt. Der Nachfolger Cobalt steht bereits in den Startlöchern.

Zusätzliche Funktionen und Datenbanken können über das Internet-Portal MyPalm geladen werden. Über sein Internet-Portal versucht das Unternehmen auch einen entsprechenden Support für seine Geräte sicherzustellen. Hierfür entwickelt die Palm Economy, eine Gemeinschaft bestehend aus mehr als 200.000 registrierten Palm-Lizenznehmern, entsprechende Anwendungen und Funktionen für die Palm-Plattform.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2006 meldet Palm einen Umsatzanstieg auf 388,5 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei erwirtschaftete das Unternehmen zunächst einen Gewinn von 29,9 Mio. Dollar oder 28 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 4,4 Mio. Dollar oder vier US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sondereinnahmen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 19,8 Mio. US-Dollar oder 19 US-Cent je Aktie, nach einem operativen Plus von 10,6 Mio. Dollar im Jahr vorher. An der Wall Street hatte man lediglich mit Einnahmen von 374,7 Mio. Dollar und mit einem operativen Gewinn von 16 US-Cent je Aktie kalkuliert.

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