Oracles Cloud-Strategie trägt erste Früchte

Cloud-Services

Freitag, 20. Dezember 2013 14:47
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(IT-Times) - Der US-Softwarekonzern Oracle konnte zuletzt mit positiven Geschäftszahlen überraschen. Vor allem die Fortschritte im Cloud-Markt beeindruckten viele Analysten, die ihre Kursziele für Oracle-Aktien reihenweise nach oben korrigierten. Oracle-Aktien kletterten daraufhin auf ein neues Jahreshoch bei knapp 37 US-Dollar.

Cloud-Buchungen legen um 35 Prozent zu
Im Bereich Cloud Software kletterten die Buchungen zuletzt um 35 Prozent. Die jüngsten Übernahmen von Eloqua, BigMachines und RightNow Technologies machen sich nunmehr positiv bemerkbar. Oracle hatte im vergangenen Jahrzehnt bis zu 50 Mrd. US-Dollar ausgegeben, um etwa 100 Firmen aufzukaufen. Damit will der weltgrößte Datenbankkonzern auch in der Zukunft ein Wörtchen mitreden, wenn es um Trendthemen wie Cloud Computing, Software-as-a-Service (SaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Infrastruktur-as-a-Service (IaaS) geht.

Die Umsätze aus Cloud-zugehörige Services zogen um 20 Prozent an. Das einzige Problem bei den Cloud-Buchungen: Diese erscheinen nicht als Lizenzen, sondern als Subscription-Erlöse in der Bilanz. Ein weiterer Lichtblick in der Oracle-Bilanz war das Geschäft mit der Exadata-Produktlinie. Das Geschäft rund um Exadata Software, GoldenGate und TimesTen In-Memory wuchs durch die Bank um mehr als 20 Prozent.

Cloud Wars: Oracle kündigt Offensive an
Im Hinblick auf die Infastruktur (IaaS) will Oracle (Nasdaq: ORCL, WKN: 871460) preislich konkurrenzfähig mit Angeboten von Amazon, Microsoft Azure und Rackspace sein, kündigt Oracle CEO Larry Ellison an. Aufgrund seiner Marktposition als weltgrößter Datenbankanbieter (Oracle 12c) sieht sich Oracle gegenüber anderen Wettbewerbern im Vorteil. Zudem habe Oracle mehr SaaS-Anwendungen im Programm als jeder andere Cloud-Provider, wirbt der Oracle-Manager für die Cloud-Strategie des Unternehmens.

Oracle will in diesen Märkten preisaggressiv agieren, so Ellison im Conference Call mit Analysten. Das Unternehmen will dabei ein führender Player in allen drei Bereichen der Cloud (Infrastruktur, Plattform und Anwendungen) werden, kündigt der ehrgeizige Oracle-Chef an.

Kurzportrait

Die im Jahre 1977 gegründete und in Redwood City/Kalifornien ansässige Oracle galt in der Vergangenheit als klassischer Datenbankspezialist. Inzwischen operiert Oracle von drei wesentlichen Geschäftsbereichen heraus: Software, Hardware-Systeme und Services. Über das Softwaregeschäft erwirtschaftet Oracle nach wie vor den Großteil seiner Umsatzerlöse.

Mit der neuen Datenbank Oracle 12c will das Unternehmen verstärkt auf verteiltes Rechnen und Cloud Computing setzen. Darüber hinaus expandierte Oracle auch in die Bereiche elektronische Beschaffungssysteme, Customer Relationship Management (CRM) und Business Intelligence (BI). Der Bereich Supply Chain Management bildet eine Ergänzung zu den bisherigen Datenbank- und Anwendungslösungen aus dem Hause Oracle.

Neben dem Datenbankgeschäft bietet Oracle weitere Systemsoftware in Form von Serversoftware an. Der Visionäre Oracle-Chef Larry Ellison hält nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an dem Softwarehaus, welches nach Microsoft und IBM als drittgrößter Softwarehersteller der Welt gilt.

Nach einer 18-monatigen Übernahmeschlacht übernahm Oracle im Januar 2005 den US-Softwarespezialisten PeopleSoft. Anfang 2007 kaufte Oracle dann den Business Intelligence Spezialisten Hyperion Solutions. Wenige Monate später folgte dann die Übernahme von Agile Software. Anschließend wurden mit Bharosa, Netsure Telecom, Bridgestream, LogicalApps, Interlace Systems und Moniforce weitere Firmen hinzugekauft. Nach der Übernahme von BEA Systems, kaufte Oracle in 2008 mit Skywire, Global Knowledge Software, ClearApp, Advanced Visual Technology und Primavera weitere Firmen auf.

Auch in 2009 setzte Oracle seine Einkaufstour weiter fort und schluckte die Unternehmen mValent, Relsys sowie Virtual Iron Software und übernahm zudem Sun Microsystems für 7,4 Mrd. Dollar. Auch in 2010 blieb Oracle weiter auf Einkaufstour und übernahm mit Silver Creek Systems, AmberPoint, PhaseForward, eServGlobal und Secerno weitere Unternehmen. Anfang 2011 schloss Oracle die Übernahme von Art Technology Group (ATG) ab, zudem wurden weitere kleinere Firmen aufgekauft. Anfang 2012 verstärkte sich Oracle mit der Übernahme von Taleo, gleichzeitig wurde der Social-Marketing-Spezialist Vitrue übernommen, nachdem zuvor der Spezialist RightNow aufgekauft wurde. In 2013 setzte Oracle seine Einkaufstour weiter fort und kaufte neben Acme und Nimbula auch den Software-Management-Spezialisten Tekelec, Compendium, Big Machines und Bitzer Mobile.

Mit der Einheit OracleMobile.com will der Datenbankspezialist insbesondere den Mobilfunkbereich erschließen.

Zahlen
Mit 9,28 Mrd. US-Dollar lagen die Umsatzerlöse von Oracle im vergangenen zweiten Fiskalquartal 2014 um zwei Prozent über dem Vorjahreswert. Während die Softwareerlöse um vier Prozent auf knapp 6,9 Mrd. Dollar oder 74 Prozent vom Gesamtumsatzkletterten, stagnierte der Umsatzbeitrag der Hardwaresparte bei 1,32 Mrd. Dollar, was 14 Prozent der Gesamterlöse entspricht.

Meldung gespeichert unter: Oracle

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