Oracle will mit Zukäufen Wachstum wieder ankurbeln

Software & Cloud Services

Dienstag, 24. Juni 2014 13:02
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(IT-Times) - Oracle setzt seine Einkaufstour der vergangenen Jahre fort und greift wieder tiefer in die Tasche. Für 5,3 Mrd. US-Dollar kauft der weltweit zweitgrößte Softwarekonzern den US-Softwarespezialisten Micros Systems. Anleger und Investoren reagieren allerdings verhalten auf den jüngsten Milliardenzukauf.

Die Übernahme von Micros Systems ist die größte Übernahme von Oracle seit der Akquisition von Sun Microsystems im Jahr 2010. Oracle hatte damals schlussendlich 5,6 Mrd. Dollar für Sun bezahlt. Allerdings hatte der Datenbankspezialist anschließend Probleme, das defizitäre Hardware-Geschäft von Sun in die Gewinnzone zu führen.

Oracle kauft sich bei Restaurants und Hotels ein
Die Übernahme von Micros dürfte für Oracle allerdings ertragreicher sein. Die im Jahre 1977 gegründete Micros Systems ist bereits profitabel und dürfte nach 1,27 Mrd. Dollar im Vorjahr in diesem Fiskaljahr 1,37 Mrd. US-Dollar umsetzen. Damit wird die Übernahme sich unmittelbar positiv auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung von Oracle auswirken.

Zudem werden Micros-Produkte bereits von mehr als 567.000 Hotels, Casinos, Restaurants, Kreuzfahrtschiffen und anderen Geschäften genutzt. Zu den Micros-Kunden gehören namhafte Branchengrößen wie Burger King, Starbucks, Ikea, SeaWorld und die Hyatt und Marriott Hotelkette. Oracle erschließt sich durch die Übernahme einen neuen Kundenkreis, nachdem der Datenbankhersteller bereits in 2005 mit der Übernahme von Retek in das Geschäft mit Software für den Einzelhandel eingestiegen war.

SaaS und PaaS: Oracle will die Nummer 1 werden
Doch ob Micros Oracle wirklich helfen kann, bleibt abzuwarten. Oracle will sich nach Angaben von CEO Larry Ellison stärker auf die Cloud konzentrieren und hier zum führenden Software-as-a-Service (SaaS) und Platform-as-a-Service (PaaS) aufsteigen. Das SaaS- und PaaS-Geschäft wuchs zwar im jüngsten Quartal um 25 Prozent auf 450 Mio. Dollar, das Geschäft mit neuen Softwarelizenzen und Softwareabos stagnierte dagegen.

Micros Systems erzielte im Fiskaljahr 2013 gerade einmal sieben Prozent seines Umsatzes durch Cloud-Produkte, weiß Raymond James Analyst Michael Turits. Oracle wird nach Meinung von Marktbeobachtern aggressiver in das Geschäft investieren müssen, will der Datenbankhersteller aufstrebende junge Firmen wie NetSuite, Demandware und Workday Marktanteile streitig machen.

Weitere Zukäufe von Oracle erwartet
Darum dürfte die Übernahme von Micros Systems sicherlich nicht der letzte Zukauf von Oracle gewesen sein, zumal sich der Datenbankspezialist relativ spät im Cloud-Bereich vorwagte. Analysten erwarten daher weitere Akquisitionen von Oracle in diesem Jahr.

Kurzportrait

Die im Jahre 1977 gegründete und in Redwood City/Kalifornien ansässige Oracle galt in der Vergangenheit als klassischer Datenbankspezialist. Inzwischen operiert Oracle von drei wesentlichen Geschäftsbereichen heraus: Software, Hardware-Systeme und Services. Über das Softwaregeschäft erwirtschaftet Oracle nach wie vor den Großteil seiner Umsatzerlöse.

Mit der neuen Datenbank Oracle 12c will das Unternehmen verstärkt auf verteiltes Rechnen und Cloud Computing setzen. Darüber hinaus expandierte Oracle auch in die Bereiche elektronische Beschaffungssysteme, Customer Relationship Management (CRM) und Business Intelligence (BI). Der Bereich Supply Chain Management bildet eine Ergänzung zu den bisherigen Datenbank- und Anwendungslösungen aus dem Hause Oracle. In den vergangenen Jahren verstärkte sich Oracle durch zahlreiche Zukäufe.

Nach einer 18-monatigen Übernahmeschlacht übernahm Oracle im Januar 2005 den US-Softwarespezialisten PeopleSoft. Anfang 2007 kaufte Oracle dann den Business Intelligence Spezialisten Hyperion Solutions. Wenige Monate später folgte die Übernahme von Agile Software. Anschließend wurden mit Bharosa, Netsure Telecom, Bridgestream, LogicalApps, Interlace Systems und Moniforce weitere Firmen hinzugekauft. Nach der Übernahme von BEA Systems, kaufte Oracle in 2008 mit Skywire, Global Knowledge Software, ClearApp, Advanced Visual Technology und Primavera weitere Firmen auf.

Auch in 2009 setzte Oracle seine Einkaufstour weiter fort und schluckte die Unternehmen mValent, Relsys sowie Virtual Iron Software und übernahm zudem Sun Microsystems. Auch in 2010 blieb Oracle weiter auf Einkaufstour und übernahm mit Silver Creek Systems, AmberPoint, PhaseForward, eServGlobal und Secerno weitere Unternehmen. Anfang 2011 schloss Oracle die Übernahme von Art Technology Group (ATG) ab. Anfang 2012 verstärkte sich Oracle mit der Übernahme von Taleo, gleichzeitig wurde der Social-Marketing-Spezialist Vitrue übernommen, nachdem zuvor der Spezialist RightNow aufgekauft wurde. In 2013 setzte Oracle seine Einkaufstour weiter fort und kaufte neben Acme und Nimbula auch den Software-Management-Spezialisten Tekelec, Compendium, Big Machines und Bitzer Mobile. In 2014 wurden bislang Responsys, Corente, Bluekai und Micros Systems übernommen.

Markt und Wettbewerb

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