Oracle profitiert vom Cloud- und Java-Boom

Software- und Cloud-Lösungen

Donnerstag, 20. Dezember 2012 14:25
Oracle

(IT-Times) - Oracle-Papiere präsentierten sich unter hohen Umsätzen an der Wall Street zuletzt deutlich fester. Der SAP-Konkurrent konnte abermals mit soliden Wachstumszahlen aufwarten, nachdem Firmen nach wie vor auf Oracle-Anwendungen und neue Cloud-Lösungen des Datenbankherstellers vertrauen.

Auch der robuste Ausblick auf das laufende Februarquartal signalisiert, dass die Geschäfte bei Oracle (Nasdaq: ORCL, WKN: 871460) weiter rund laufen. Oracle-Finanzchef Safra Catz trat dann auch Befürchtungen entgegen, wonach die aktuelle Budget-Debatte rund um den US-Haushalt die Geschäfte belasten. Vielmehr habe man bislang einen "absolut wundervollen" Dezember verlebt, so Catz im Conference Call.

Exadata- und Exalogic-Geschäft boomt weiter
Besonders positiv entwickelte sich das neue Software- und Abolizenzgeschäft, ein wichtiger Gradmesser für künftige Umsätze. Das Geschäft, welches auch Cloud Computing Umsätze umfasst, kletterte um 17 Prozent auf 2,39 Mrd. Dollar. Ein weiterer Lichtblick war auch das Oracle Applications Geschäft, wo die Umsatzerlöse um 30 Prozent anzogen sowie das Engineered Systems Geschäft mit den Exadata und Exalogic-Systemen - hier kletterten die Buchungen um 70 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Insgesamt konnte Oracle mehr als 700 Engineered Systems Systeme im jüngsten Quartal verkaufen, wobei das Unternehmen neue Exadata-Kunden wie Facebook, China Mobile und Samsung begrüßen konnte.

Cloud-Umsätze sollen 1,0 Mrd. Dollar erreichen
Zudem konnte Oracle eine Reihe von neuen Kunden für seine Cloud-Lösungen gewinnen, darunter Expedia, Macy`s und United Airlines. Die Cloud-Umsätze erreichten im jüngsten Quartal 240 Mio. US-Dollar, welches nach Angaben der deutschen Berenberg Bank ein organisches Wachstum von 12 Prozent darstellt. Dabei sieht sich Oracle Co-President Mark Hurd auf einem guten Weg, dass der Cloud-Umsatz in diesem Jahr die Umsatzschwelle von 1,0 Mrd. US-Dollar erreichen wird.

Daneben konnte Oracle auch mit seinen Cloud-basierten HR-Produkten gegen Konkurrenten wie Workday Marktanteile gewinnen. Vor allem in Europa habe man zahlreiche Deals direkt gegen Workday gewonnen, so Oracle CEO Larry Ellision im Conference Call.

Hardware-Geschäft schwächelt weiter - Java wächst kräftig
Einzig das Hardware-Geschäft scheint weiter eine Dauerbaustelle. Zwar verteidigte Oracle CEO Larry Ellison nochmals die Milliardenübernahme von Sun Microsystems, allerdings täuscht dies nicht hinweg, dass die Erlöse hier um 23 Prozent auf 734 Mio. Dollar einbrachen.

Im vierten Fiskalquartal 2013 soll der Abwärtstrend aber beendet sein. Ellison verspricht dann ein Wachstum. Zudem verweist Oracle auf das boomende Java-Geschäft, welches durch die Übernahme von Sun erworben wurde - hier kletterten die Erlöse 34 Prozent im jüngsten Quartal.

Kurzportrait

Die im Jahre 1977 gegründete und in Redwood City/Kalifornien ansässige Oracle galt in der Vergangenheit als klassischer Datenbankspezialist. Inzwischen operiert Oracle von drei wesentlichen Geschäftsbereichen heraus: Software, Hardware-Systeme und Services. Über das Softwaregeschäft erwirtschaftet Oracle nach wie vor den Großteil seiner Umsatzerlöse.

Mit dem neuen Datenbank- und Anwendungsserver 11g will Oracle verstärkt auf verteiltes Rechnen und Cloud Computing setzen. Darüber hinaus expandierte Oracle auch in die Bereiche elektronische Beschaffungssysteme, Customer Relationship Management (CRM) und Business Intelligence (BI). Der Bereich Supply Chain Management bildet eine Ergänzung zu den bisherigen Datenbank- und Anwendungslösungen aus dem Hause Oracle.

Neben dem Datenbankgeschäft bietet Oracle weitere Systemsoftware in Form von Serversoftware an. Der Visionäre Oracle-Chef Larry Ellison hält nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an dem Softwarehaus, welches nach Microsoft und IBM als drittgrößter Softwarehersteller der Welt gilt.

Nach einer 18-monatigen Übernahmeschlacht übernahm Oracle im Januar 2005 den US-Softwarespezialisten PeopleSoft. Gleichzeitig übernahm Oracle den Sicherheitsspezialisten Oblix und TimesTen. Anfang 2007 kaufte Oracle dann den Business Intelligence Spezialisten Hyperion Solutions. Wenige Monate später folgte dann die Übernahme von Agile Software. Anschließend wurden mit Bharosa, Netsure Telecom, Bridgestream, LogicalApps, Interlace Systems und Moniforce weitere Firmen hinzugekauft. Nach der Übernahme von BEA Systems, kaufte Oracle in 2008 mit Skywire, Global Knowledge Software, ClearApp, Advanced Visual Technology und Primavera weitere Firmen auf. Auch in 2009 setzte Oracle seine Einkaufstour weiter fort und schluckte die Unternehmen mValent, Relsys sowie Virtual Iron Software und übernahm zudem Sun Microsystems für 7,4 Mrd. Dollar. Auch in 2010 blieb Oracle weiter auf Einkaufstour und übernahm mit Silver Creek Systems, AmberPoint, PhaseForward, eServGlobal und Secerno weitere Unternehmen. Anfang 2011 schloss Oracle die Übernahme von Art Technology Group (ATG) ab, zudem wurden weitere kleinere Firmen aufgekauft. Anfang 2012 verstärkte sich Oracle mit der Übernahme von Taleo für 1,9 Mrd. Dollar, gleichzeitig wurde der Social-Marketing-Spezialist Vitrue übernommen, nachdem zuvor der Spezialist RightNow aufgekauft wurde.

Mit der Einheit OracleMobile.com will der Datenbankspezialist insbesondere den Mobilfunkbereich erschließen.

Zahlen
Für das vergangene zweite Fiskalquartal 2013 meldet Oracle einen Umsatzanstieg um 3,2 Prozent auf 9,09 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 8,81 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn zog dabei um 18 Prozent auf 2,58 Mrd. Dollar oder 53 US-Cent je Aktie an, nach einem Profit von 2,2 Mrd. Dollar oder 43 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte Oracle einen Nettogewinn von 64 US-Cent je Aktie einfahren und damit die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die im Vorfeld mit einem Profit von 61 US-Cent je Anteil gerechnet hatten.

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