nVidia setzt auf Visual Computing und Smartphones

Freitag, 15. Februar 2008 13:16
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(IT-Times) Der US-Grafikchiphersteller nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) konnte im jüngsten Quartal zwar abermals mit hohen zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn aufwarten, gleichzeitig enttäuschte das Unternehmen jedoch mit seinem Ausblick auf das laufende Quartal.

Investoren und Analysten fürchten vor allem steigende Kosten, nachdem nVidia-Finanzchef Marv Burkett angekündigt hat, dass die operativen Kosten im ersten Vierteljahr 2008 um acht bis zehn Prozent steigen werden. Neben diversen anderen Gründen führt nVidia hier auch die Integration des jüngst übernommenen PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies an.

Zeitalter von Visual Computing hat begonnen
Die weltweite Spieleindustrie hat inzwischen die Marke von 43 Mrd. Dollar weltweit überschritten und bereitet sich auf den nächsten großen Trend vor. Spieler und Entwickler stellen immer höhere Anforderungen an neue Spiele und visuelle Effekte, welche Computerspiele zum echten Erlebnis machen sollen. Der Trend zum Realismus ist unverkennbar, fordert aber auch immer höhere Rechnerleistungen.

Genau hier will nVidia mit seinem Produkt CUDA ansetzen - einer parallelen Entwicklungsumgebung, die Visuelles Computing in eine neue Dimension befördern soll. Jeder CUDA-fähige Grafikprozessor bzw. jede GeForce 8 Serie wird künftig in der Lage sein, PhysX mittels eines Softwaredownloads zu nutzen. Dies verschafft nVidia einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Anbietern, die derartige Technologien keine große Zukunft einräumen.

nVidia setzt auf Smartphones
Daneben hat sich nVidia auch von seiner bisherigen Strategie bei mobilen Grafikprozessoren verabschiedet. Anstatt Grafikchips für den Handy-Massenmarkt zu entwickeln, will sich nVidia künftig verstärkt auf die Entwicklung von höherwertigen Grafikchips für Smartphones konzentrieren, so nVidia-Manager Mike Rayfield gegenüber Reuters.

Dies dürfte zwar zunächst zu einem höheren Forschungsaufwand führen, doch angesichts sinkender Umsätze in der Mobile-Einheit, scheint der Strategiewechsel auch erforderlich, zumal im Jahr 2011 rund die Hälfte der weltweit verkauften Handys Smartphones sein werden. Dies bedeutet für nVidia ein Marktvolumen für mobile Grafikchips in Höhe von 6,0 Mrd. US-Dollar und damit eine weitere Wachstumschance für nVidias Mobile Einheit, die in 2007 rund 100 Mio. Dollar umsetzte…

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks und Handys Verwendung. Durch die Übernahme von 3dfx Interactive ist nVidia im Besitz der Marken- und Patentrechte der früheren Grafikkarten-Marke Voodoo gekommen. Als besonders aussichtsreich gilt inzwischen das Konsolengeschäft. NVidia liefert dabei unter anderem auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3). NVidia war darüber hinaus auch maßgeblich an dem PC-Grafikstandard DirectX 8.0 bzw. 9.0 beteiligt, welcher in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde.

Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus drei großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe (GeForce 6, GeForce 7 und GeForce 8 Serie), der GeForce Go sowie aus der nVidia Quadro Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies.

Zahlen

So berichtet der Grafikkartenspezialist für das am 27. Januar zu Ende gegangene Quartal von einem Umsatzanstieg auf 1,20 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn legte dabei um 57,2 Prozent auf 257 Mio. US-Dollar oder 42 US-Cent je Aktie zu, nach einem Plus von 163,5 Mio. Dollar oder 27 US-Cent je Aktie im Vorjahreszeitraum.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte nVidia sogar einen Nettogewinn von 49 US-Cent je Aktie realisieren und damit die Markterwartungen übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld zunächst nur mit Einnahmen von 1,19 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 47 US-Cent je Aktie kalkuliert. Das operative Cashflow summierte sich im jüngsten Quartal auf etwa über 250 Mio. Dollar.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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