nVidia - neuer Tegra-Chip soll 3D-Revolution in der Mobilfunkbranche einleiten

Donnerstag, 10. Februar 2011 13:31
nVidia Tegra II

(IT-Times) - Dem einen Leid, ist des anderen Freud. Während der nVidia-Konkurrent Intel derzeit mit fehlerhaften Chips kämpft, wird der Grafikchiphersteller nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) derzeit mit Vorschußlorbeeren überschüttet, die den nVidia-Kurs in den ersten Wochen des neuen Jahres um rund 60 Prozent nach oben katapultiert haben.

In der nächsten Woche wird nVidia seine Zahlen zum vergangenen Quartal vorstellen. Schon im Vorfeld der Quartalspressekonferenz ist der Hype riesengroß, denn nVidia gehört mit zu den Hauptgewinnern des jüngsten Tablet- und Smartphone-Booms.

Hintergrund ist nVidias Tegra 2 Prozessor, der inzwischen in etlichen high-end Smartphones wie dem LG Optimimus 2X zum Einsatz kommt. Zudem kann nVidia zahlreiche Design-Wins von populären Herstellern wie Asustek, Motorola Mobility und HTC vorweisen, wonach künftige Handys der oben genannten Hersteller ebenfalls mit einem Tegra 2 Prozessor daherkommen werden.

Tegra-Prozessor soll für Zusatzumsatz von 225 Mio. Dollar sorgen
Zwar erhielten Spekulationen, wonach auch Apple bei seiner neuen MacBook-Reihe auf nVidia-Chips setzen wird, zuletzt einen Dämpfer, dennoch glaubt ThinkEquity Experte Krishna Shankar an einen Siegeszug von nVidia im Smartphone-Bereich. Shanker geht davon aus, dass nVidia allein in diesem Fiskaljahr 15 Millionen Tegra 2 Chips zum Durchschnittspreis von 15 US-Dollar pro Stück ausliefern wird, womit der Chip dem Unternehmen zusätzliche Umsätze von 225 Mio. Dollar in die Kassen spülen würde.

Dies soll aber erst der Anfang sein. Wie der Branchendienst TechEye meldet, bereitet nVidia schon den nächsten Schlag vor. Schon in der nächsten Woche wird auf dem Mobile World Congress in Barcelona der Tegra 2 3D Chip erwartet, der insbesondere in mobilen Endgeräten mit 3D-Displays Einzug halten soll. Der 3D-Chip wird auf der ARM Cortex A9 Prozessorreihe basieren und soll mit 1,2GHz getaktet sein. Die Volumenproduktion soll bereits Ende März anlaufen, wobei der Chip dann im Frühjahr 2011 auf den Markt kommen soll.

Tegra 3 soll gegen Ende des Jahres kommen
Neben dem Tegra 2 3D soll nVidia bereits am Tegra 3 arbeiten, dem weltweit ersten Quad-Core-Prozessor, der dann Ende des Jahres zur Verfügung stehen soll. Neben der Mobile-Revolution arbeitet nVidia auch an einen ARM-basierten Zentral-Prozessor für PCs, der direkt in Konkurrenz zu Intel-Produkten treten soll. Sollte dieser Prozessor ähnlich erfolgreich einschlagen wie nVidias Tegra-Prozessor, droht dem bisherigen Platzhirschen Intel die Wachablösung durch ein neues Duo: nVidia und ARM.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks/Netbooks und Handys Verwendung. Daneben liefert nVidia auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3).

Insgesamt operiert nVidia heute aus vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Das GPU-Geschäft, sowie das Professional Solutions Business (PSB), das Media- und Communications Processor (MCP) Geschäft und das Consumer Products Business (CPB). Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus vier großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go, der nVidia Quadro Reihe und der Tesla-Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten. Mit neuen Tegra-basierten System-on-Chip Lösungen adressiert nVidia den Smartphone- und Tablet PC Markt. Mit der Ion 2-Produktreihe geht nVidia den Netbook-Markt an.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing).

Zahlen

Für das vergangene Oktoberquartal meldet nVidia einen Umsatzrückgang auf 843,9 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 903,2 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Dabei schrumpfte der Gewinn auf 84,9 Mio. Dollar oder 15 US-Cent je Aktie, nachdem der Grafikkartenspezialist im Jahr vorher noch einen Profit von 107,6 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie einfahren konnte.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte nVidia die Markterwartungen der Analysten übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit einem Nettogewinn von 14 US-Cent je Aktie bei Einnahmen von 844 Mio. Dollar gerechnet.

Insgesamt brachte nVidia im jüngsten Quartal 12 neue GPU-Produkte auf den Markt, darunter die nVidia GeForce GTS 450 und die GT 430.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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