nVidia meldet sich zurück - Tegra-Geschäft erholt sich

Tegra-Geschäft verdoppelt sich

Montag, 11. November 2013 14:29
Nvidia Unternehmenslogo

(IT-Times) - nVidia-Aktien präsentierten sich nach den jüngsten Zahlen deutlich fester, wobei der nVidia-Aktienkurs zuletzt in New York um sieben Prozent zulegte. Der Grafikchiphersteller versucht seit geraumer Zeit die Abhängigkeit vom traditionellen Markt für PC-Grafikchips zu reduzieren und kann dabei erste Erfolge melden. So erholten sich die Tegra-Erlöse deutlich, wobei sich die Umsätze gegenüber dem Vorquartal auf über 110 Mio. US-Dollar verdoppelten.

Bislang hatte nVidia mit seinem Tegra 4 Prozessor im Smartphone-Markt gegenüber Qualcomms Snapdragon Plattform das Nachsehen. Nur wenige high-end Smartphones kommen mit dem nVidia-Chip daher, viele Hersteller setzten bislang auf Qualcomm. Zuletzt zeichneten sich aber erste Erfolge für nVidia ab. In China verkaufte sich das Xiaomi Mi3, welches wahlweise mit dem nVidia Tegra 4 oder mit dem Qualcomm Snapdragon 800 Prozessor zu haben ist, blendend. Binnen 86 Sekunden war das high-end Telefon in China vergriffen.

Erste Tegra 4i Geräte sollen Anfang 2014 kommen
Ein großer Nachteil, mit dem nVidias Tegra 4 bislang zu kämpfen hatte, war die fehlende LTE-Integration. Dies soll sich demnächst ändern. nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) hat mit dem Tegra 4i nochmal nachgelegt und damit diesen Nachteil behoben. Erste Geräte mit dem Tegra 4i sollen noch im ersten Quartal 2014 auf den Markt kommen, verspricht nVidia-Chef Jen Hsun Huang. Inzwischen hat auch der US-Mobilfunk-Carrier AT&T den Tegra 4i zertifiziert.

Der neue Tegra 4i ist etwas leistungsschwächer als das Haupt-Flagschiff (Tegra 4), jedoch hofft nVidia damit vor allem im Mittelklasse-Markt stärker Fuß zu fassen, nachdem der Tegra 4 vor allem in high-end Telefonen zum Einsatz kommt.

Mad Catz und nVidia kooperieren
Wie darüber hinaus bekannt wurde, verhandeln Mad Catz und nVidia derzeit, um nVidias GameStream-Technik auf die neue Android Micro-Konsole MOJO von Mad Catz zu bringen, wie Engadget berichtet. Bislang steht die Streaming-Technik nur für nVidias eigene Konsole nVidia Shield zur Verfügung.

Sollten sich nVidia und Mad Catz einigen, würde GameStream zum ersten Mal auch auf einem Drittgerät zur Verfügung stehen.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks/Netbooks und Handys Verwendung. Daneben liefert nVidia auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3).

Insgesamt operiert nVidia heute aus vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Das GPU-Geschäft, sowie das Professional Solutions Business (PSB), das Media- und Communications Processor (MCP) Geschäft und das Consumer Products Business (CPB). Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus vier großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go, der nVidia Quadro Reihe und der Tesla-Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten. Mit neuen Tegra-basierten System-on-Chip Lösungen adressiert nVidia den Smartphone- und Tablet PC Markt. Mit der Ion 2-Produktreihe geht nVidia den Netbook-Markt an.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing). Mitte 2011 übernahm nVidia den Baseband- und RF Technikspezialisten Icera. Mit dem Project Maximus will nVidia Mehrkern-Grafikchips massentauglich machen. Mitte 2013 übernahm nVidia den Parallel Computing Softwarespezialisten Portland Group Inc.

Zahlen

Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2014 meldet nVidia einen Umsatzrückgang um 12 Prozent auf 1,05 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn (GAAP) schrumpfte dabei auf 118,7 Mio. US-Dollar oder 20 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 209,1 Mio. US-Dollar oder 33 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Der bereinigte Nettogewinn (Non-GAAP) ausgenommen etwaiger Sonderbelastungen summierte sich auf 26 US-Cent je Aktie, womit nVidia die Markterwartungen der Analysten übertreffen konnte. Analysten hatten im Vorfeld nur mit einem Nettogewinn von 25 US-Cent je Aktie gerechnet.

Darüber hinaus hob nVidia seine Quartalsdividende um 13 Prozent auf 0,085 US-Dollar (0,34 Dollar jährlich) an. Die Dividende soll 13. Dezember an die nVidia-Aktionäre ausgeschüttet werden. nVidia beabsichtigt im Fiskaljahr 2015 insgesamt eine Mrd. US-Dollar an die Aktionäre in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden zurückfließen zu lassen, wie es heißt. Darüber hinaus gab der Verwaltungsrat des Unternehmens grünes Licht für ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von einer weiteren Mrd. Dollar, wodurch bis Ende Januar 2016 insgesamt 1,286 Mrd. Dollar für Aktienrückkäufe zur Verfügung stehen.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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