nVidia meldet sich zurück

Dienstag, 10. November 2009 14:08
Nvidia Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der US-Grafikchiphersteller nVidia (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) meldet sich wieder zurück. Nach einem harten Sanierungskurs hat das Unternehmen seinen Gewinn im vergangenen Oktoberquartal um 74 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern können. Mit 41 Prozent lagen die Bruttomargen deutlich über dem Vorjahr (36,3 Prozent) und über den internen Planzahlen von nVidia.

Steigt nVidia in den CPU-Markt ein?
Um das Wachstum weiter zu forcieren, glauben Analysten wie Broadpoint AmTech-Experte Doug Freedman, dass nVidia früher oder später auch in die Entwicklung von Mikroprozessoren einsteigen wird. Hintergrund ist der schwellende Rechtsstreit mit dem Prozessorhersteller Intel. Dadurch war nVidia dazu gezwungen, die Weiterentwicklung seines nForce-Chipsatzes im Oktober einzustellen.

Im Jahresverlauf ließ auch nVidia Investor Relations Manager Michael Hara gegenüber Bit-Tech durchblicken, dass nVidia möglicherweise seine Tegra-Chipsatz-Strategie anpasst und so den Einstieg in den X86-Prozessormarkt durch die Hintertür wagt. Allerdings ist man sich bei nVidia offenbar selbst noch nicht ganz sicher, ob der Einstieg in den CPU-Markt der richtige Weg ist.

nVidia-Chef Jen-Hsun Huang bestritt zuletzt, dass nVidia eigene Pläne für den Einstieg in den Mikroprozessormarkt hegt. Vorrangiges Ziel sei es dagegen, sich auf die Bereiche visuelles Computing und Pararell-Computing zu konzentrieren, so der Manager. Vor allem im Bereich Cloud Computing und Streaming-Videos sieht Huang noch Wachstumschancen für sein Unternehmen.

Absage an Globalfoundries
Auch den Spekulationen, wonach nVidia seine Grafik-Chipproduktion an Globalfoundries auslagern wird, erteilte nVidia-Chef Huang eine Absage. Nachdem nVidia mit Globalfoundries zuvor verhandelt hat, will das Unternehmen weiter an der Zusammenarbeit mit Taiwan Semiconductor Manufactoring Company (TSMC) festhalten. Aktuell werden etwa 90 Prozent der nVidia-Chips von TSMC gefertigt, während die restlichen zehn Prozent von United Microelectronics (UMC) hergestellt werden, so Huang.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks und Handys Verwendung. Durch die Übernahme von 3dfx Interactive ist nVidia im Besitz der Marken- und Patentrechte der früheren Grafikkarten-Marke Voodoo gekommen. Als besonders aussichtsreich gilt inzwischen das Konsolengeschäft. NVidia liefert dabei unter anderem auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3). NVidia war darüber hinaus auch maßgeblich an dem PC-Grafikstandard DirectX 8.0 bzw. 9.0 beteiligt, welcher in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde.

Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus drei großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go sowie aus der nVidia Quadro Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing).

Zahlen

Der Umsatz zog im vergangenen dritten Quartal Fiskalquartal 2010 um weniger als ein Prozent auf 903 Mio. Dollar an. Der Gewinn kletterte dagegen um 74 Prozent auf 107,6 Mio. Dollar oder 19 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 61,7 Mio. Dollar elf US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Mit den vorgelegten Zahlen konnte nVidia die Markterwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 838 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von zehn US-Cent je Aktie gerechnet.

Die Nettogewinnmarge kletterte um 4,7 Prozentpunkte auf 41,0 Prozent vom Umsatz. Dabei konnte nVidia einen Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit in Höhe von 141,3 Mio. US-Dollar generieren, während sich der freie Cashflow auf 124,7 Mio. Dollar summierte.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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