nVidia lässt Konkurrenz hinter sich

Dienstag, 27. Februar 2007 00:00

(IT-Times) Der US-Grafikchiphersteller nVidia (Nasdaq: NVDA<NVDA.NAS>, WKN: 918422<NVD.FSE>) hat offenbar nicht unter dem Zusammenschluss von AMD und der kanadischen ATI gelitten. Ganz im Gegenteil - beim Umsatz, Gewinn und Marktanteile zeigt der Trend weiter steil nach oben.

Nachdem man das Jahr 2005 mit einem Marktanteil von 18 bis 19 Prozent im weltweiten Grafikchip-Markt beendet hatte, ging man mit einem Marktanteil von 29 Prozent aus dem Jahr 2006. Nachdem man im Desktop-Grafikmarkt mit einem Umsatz von 1,24 Mrd. Dollar ein Rekordergebnis einfahren konnte, schnappte sich nVidia auch die Spitzenposition im Notebook-Segment. Dadurch, dass der Notebook-Prozessorumsatz um 122 Prozent gegenüber dem Vorjahr stieg, konnte man sich einen Marktanteil von 58 Prozent sichern, heißt es bei nVidia.

Application Prozessor Markt im Visier

Große Hoffnungen hegt nVidia auch durch den Zukauf von PortalPlayer. Jüngst stellte nVidia seinen ersten Application Processor vor. So zusagen der Computer auf einem Chip soll künftig für einen deutlichen Umsatzschub sorgen. Allein im laufenden Quartal rechnet nVidia mit einem Umsatzbeitrag von zehn Mio. Dollar durch den PortalPlayer-Zukauf. Der Markt für Application Processor ist viel versprechend und wird derzeit bereits auf vier bis sechs Mrd. Dollar geschätzt. nVidia will diese Chance nutzen und zum Jahresende eine Reihe neuer Produkte präsentieren.

Daneben ist nVidia auch im Markt für mobile Grafikprozessoren gut positioniert. Dieses Geschäft zog im vergangenen Jahr bereits um 85 Prozent auf 108 Mio. Dollar an. Besonders stark war das Wachstum dabei in Europa, heißt es bei nVidia. Dank DVB-H, mobile Navigation und raffinierter Spiele für Handys dürfte die Nachfrage nach leistungsfähigen 3D-Chips auch in den nächsten Jahren weiter sehr hoch bleiben und Anbieter wie nVidia sprudelnde Umsätze und Gewinne bescheren…

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks und Handys Verwendung. Durch die Übernahme von 3dfx Interactive ist nVidia im Besitz der Marken- und Patentrechte der früheren Grafikkarten-Marke Voodoo gekommen. Als besonders aussichtsreich gilt inzwischen das Konsolengeschäft. NVidia liefert dabei unter anderem auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3). NVidia war darüber hinaus auch maßgeblich an dem PC-Grafikstandard DirectX 8.0 bzw. 9.0 beteiligt, welcher in Zusammenarbeit mit Microsoft entwickelt wurde.

Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus drei großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe (GeForce 6, GeForce 7 und GeForce 8 Serie), der GeForce Go sowie aus der nVidia Quadro Reihe. Mit der Produktreihe Quadro setzt die Firma auf den Workstation-Markt. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldet nVidia einen Umsatzsprung auf 878,9 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn kletterte dabei zunächst auf 163,5 Mio. Dollar oder 41 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 97,4 Mio. Dollar oder 26 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen im Zusammenhang mit Aktienkompensationen und der Übernahme von PortalPlayer, ergibt sich ein operativer Gewinn von 205,6 Mio. Dollar oder 54 US-Cent je Aktie. Mit den vorgelegten Zahlen konnte nVidia gleichzeitig auch die Analystenerwartungen übertreffen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld nur mit Einnahmen von 865,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 43 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Die Bruttomargen lagen mit 43,9 Prozent ebenfalls leicht über den Erwartungen, blieben aber damit unter dem langfristigen Ziel von 45 Prozent. nVidia führt das starke Wachstum insbesondere auf das Business-Segment zurück, wo die Umsätze um 89 Prozent zugelegt hätten. Das Geschäft mit Grafikchips für Notebooks kletterte um 120 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nvidia schloss im Januar die Übernahme von PortalPlayer ab. Der übernommene Chiphersteller steuerte im jüngsten Quartal bereits eine Mio. Dollar zum Umsatz bei. Insgesamt konnte nVidia das Quartal mit Barreserven von 1,12 Mrd. Dollar beenden.

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...