nVidia greift mit Tegra 4 an - Qualcomm kontert mit neuen Snapdragon-Chips

nVidia vs Qualcomm - wer hat die besseren Mobile-Chips?

Freitag, 11. Januar 2013 13:43
Nvidia Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der US-Grafikchiphersteller nVidia konnte im Herbst 2012 im Grafikchip-Markt wieder Boden gut machen und seine Marktanteile sowohl im Desktop- und Notebook-Markt gegen AMD und Intel ausbauen.

Im dritten Quartal 2012 kletterte der Marktanteil nVidias im Desktop Grafikchipmarkt von 59,3 auf 64,3 Prozent, im Notebook-Bereich legte nVidia von 55,2 auf 65,8 Prozent zu (Quelle: Jon Peddie Research). Insgesamt wurden im dritten Quartal 2012 rund 34,3 Millionen discrete Grafikchips ausgeliefert, ein Rückgang von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Tegra 4 soll den Durchbruch im Mobile-Chip-Markt bringen
Die Zahlen belegen, dass der Trend weiter zu Smartphones und Tablets hingeht, worunter die traditionellen Absatzmärkte für Grafikchips leiden. Aus diesem Grund stellte nVidia jüngst seinen neuen Tegra 4 Prozessor vor, der nach Firmenangaben zufolge der weltweit schnellste Mobile-Prozessor ist.

Dennoch dümpelt der nVidia-Aktienkurs (Nasdaq: NVDA, WKN: 918422) weiter um die Marke von 12 US-Dollar herum, nachdem sich die Hoffnungen auf ein starkes Wachstum durch den Tegra 3 Chip zunächst nicht richtig erfüllt haben.

Zwar ist der Tegra 4 mit 72 Grafikkernen bestückt und sechs Mal schneller als der Vorgänger Tegra 3. Zudem verbraucht der Tegra 4 rund 45 Prozent weniger Strom als sein Vorgänger und unterstützt 4G LTE und Display-Auflösungen von 2.560 x 1600 Pixel. Dennoch sind sich Marktbeobachter uneins, ob dies reichen wird, um Hersteller in Massen zum Umstieg auf den neuen Tegra 4 zu bewegen, der noch in diesem Jahr in ersten Geräten zum Einsatz kommen soll.

Qualcomm reagiert gelassen auf den Angriff von nVidia
Zum einen dürfte Apple nochmals nachlegen und seinen Super-Chip A6X noch weiter verbessern, zum anderen hat Qualcomm schon im Laufe der CES eine neue Snapdragon Prozessorgeneration vorgestellt.

Qualcomm Produkt-Manager Raj Talluri gibt sich daher gelassen, was die Konkurrenz durch den Tegra 4 angeht. Der neue Snapdragon 600 Prozessor weise eine sehr viel bessere Performance auf als der Tegra 4, so der Qualcomm-Manager. Hersteller, die den besten Prozessor für ihr Smartphone haben wollen, müssen sich allerdings noch gedulden. Im zweiten Halbjahr 2013 soll der Snapdragon 800 verfügbar sein. Der Snapdragon 800 wird eine Klasse für sich sein, so der Qualcomm-Manager vollmundig.

Gaming-Markt im Visier: nVidia Grid und Project Shield vorgestellt
nVidia versucht derweil sein Glück im Spielemarkt. Mit dem Produkt nVidia Grid will nVidia Cloud-basiertes Gaming ermöglichen. Eine Grid Box verfügt über 24 GPUs auf Basis der nVidia Kepler Architektur. Die Grid Box ist laut nVidia-Chef Jen-Hsun Huang das erste komplette Systemprodukt von nVidia, wodurch der Grafikspezialist in direkte Konkurrenz zu HP und Dell tritt.

Daneben bestätigte der nVidia-Chef gegenüber CNET, dass es künftig noch mehr Shield Spielekonsolen geben wird. Pünktlich zur CES hatte nVidia mit dem Project Shield eine Android-basierte Handheld-Spielekonsole mit dem Tegra 4 Prozessor vorgestellt, welches als Referenzprodukt für künftige Handheld-Konsolen dienen soll.

Kurzportrait

Die im kalifornischen Santa Clara ansässige nVidia gilt neben AMD/ATI als der weltweit führende Anbieter von Grafikchips. Das Unternehmen befasst sich seit seiner Gründung mit der Entwicklung und Fertigung von 2D- und 3D-Grafikchips, welche auf verschiedenen Plattformen zum Einsatz kommen. Neben PCs, finden die Chipsätze ebenso in Spielekonsolen, Workstations, Handhelds als auch in Macintosh-Computern, sowie in Notebooks/Netbooks und Handys Verwendung. Daneben liefert nVidia auch die Grafikchips für die PlayStation 3 (PS3).

Insgesamt operiert nVidia heute aus vier Kerngeschäftsbereichen heraus: Das GPU-Geschäft, sowie das Professional Solutions Business (PSB), das Media- und Communications Processor (MCP) Geschäft und das Consumer Products Business (CPB). Das Geschäft mit Grafikprozessoren besteht mehrheitlich aus vier großen Produktfamilien: der GeForce-Reihe, der GeForce Go, der nVidia Quadro Reihe und der Tesla-Reihe. Mit Quadro2 Go brachte das Unternehmen nach eigenen Angaben nach den weltweit ersten mobilen Workstation-Chipsatz auf den Markt, welcher insbesondere für den Einsatz bei professionellen Anwendern gedacht ist. Mit der GoForce-Produkfamilie deckt nVidia den Handheld-Bereich ab, während das Unternehmen mit seiner nVidia nForce-Produktfamilie neben dem PC- und Notebook-, auch den Markt für professionelle Workstations und Server abdeckt. Mit seiner neuen Tesla-Produktreihe ist nVidia nunmehr auch im Markt für Supercomputer-Grafikchips vertreten. Mit neuen Tegra-basierten System-on-Chip Lösungen adressiert nVidia den Smartphone- und Tablet PC Markt. Mit der Ion 2-Produktreihe geht nVidia den Netbook-Markt an.

Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen mit allen wichtigen Computerherstellern weltweit zusammen. Zu den Kunden und Lizenzpartnern zählen dabei Dell, Gateway, Hewlett Packard, Sony, Toshiba, aber auch Apple und Fujitsu Siemens. Durch Kooperationen mit Systemhäusern versucht nVidia seinen Absatz weiter zu steigern und so Marktanteile zu sichern. In diesem Bereich kooperiert der Konzern unter anderem mit AOpen, Asus und Aztech. Nachdem sich nVidia im Bereich mobile Grafiklösungen durch die Übernahme von MediaQ verstärkte, kaufte das Unternehmen Ende 2005 den taiwanschen Chipspezialisten ULi Electronics. Im Herbst 2006 folgte schließlich die Übernahme des Chipentwicklers PortalPlayer. Ende 2007 übernahm nVidia die Berliner mental images. Anfang 2008 verstärkte sich nVidia durch den Kauf des PhysX-Entwicklers AGEIA Technologies sowie durch den Kauf von RaScale (Ray-Tracing). Mitte 2011 übernahm nVidia den Baseband- und RF Technikspezialisten Icera. Mit dem Project Maximus will nVidia Mehrkern-Grafikchips massentauglich machen.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet nVidia einen Umsatzanstieg um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,2 Mrd. US-Dollar. Besonders stark wuchs das Geschäft in der Consumer Division, die einen Umsatzzuwachs von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, so nVidia-Finanzchefin Karen Burns. Der Nettogewinn kletterte dabei um 17 Prozent auf 209 Mio. US-Dollar oder 33 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 178 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Meldung gespeichert unter: Nvidia

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