Nur ein Drittel ist online: Pharmabranche im Internet

Dienstag, 21. November 2000 18:21

Die Unternehmen der deutschen

Pharmaindustrie haben den Nutzen des Internets als

Marketinginstrument erkannt. Die Umsetzung ist in weiten Teilen

jedoch mangelhaft. Dies ist das Ergebnis der Studie "Pharma 2000".

Durchgeführt hat die Untersuchung das ProfNet-Institut, Dortmund, in

Zusammenarbeit mit Online-Relations Consulting GmbH, Düsseldorf.

Geprüft wurden die Websites von 241 Unternehmen der pharmazeutischen

Branche. Als wissenschaftlicher Berater begleitete Professor Kurt F.

Troll von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in

Leipzig die Studie.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie Pharma 2000 im Überblick

Bewertet wurden die Websites nach den Kategorien Inhalt, Handling,

Interaktivität und Layout durch insgesamt 107 Kriterien und Merkmale.

Geprüft wurden die öffentlichen Webangebote sowie die Teile der

Websites, die nur für Ärzte und Apotheker zugänglich sind.

* Nur 30 Prozent der Pharmaunternehmen sind mit einem

deutschsprachigen Angebot online.

* Nur die Websites von vier Unternehmen (Stada, Merck, Amgen und

Bayer Vital) erreichen 50 Prozent der maximal möglichen

Punktzahl.

* Im Schnitt erzielen die untersuchten Websites nur ein Drittel

der möglichen Punkte.

* Produktinformationen fehlen bei 25 Prozent der Websites,

Preisinformationen fehlen bei 82 Prozent.

* 65 Prozent der Unternehmen aktualisierten die eigene Website

kein Mal im Untersuchungszeitraum von einem Monat.

Nur ein Drittel der Pharmafirmen ist online

Die Studie "Pharma 2000" zeigt: Lediglich 30 Prozent der rund 800

in Deutschland tätigen pharmazeutischen Unternehmen besitzen einen

eigenständigen deutschsprachigen Internetauftritt. Diese wurden für

die Studie in den Kategorien Inhalt, Handling, Interaktivität und

Layout nach insgesamt 107 Kriterien und Merkmalen bewertet. Jede

Internetlösung konnte so maximal 100 Punkte erreichen. Doch im

Durchschnitt erzielten die Websites lediglich ein Drittel der

möglichen Punktezahl. "Wir haben bereits mehr als zwanzig

vergleichbare Studien für andere Branchen durchgeführt. Dies ist

eines der schlechtesten Ergebnisse bisher", sagt Dr. Peer Walter

Jahn, Projektleiter des ProfNet Instituts. Besonders schwache

Ergebnisse wurden insgesamt in den Kernbereichen "Inhalt" (24 Prozent

der möglichen Punkte) und "Interaktivität" (18 Prozent) erzielt.

Klare Sieger: Stada, Merck, Amgen und Bayer Vital

Nur die Websites der vier Unternehmen Stada, Merck, Amgen und

Bayer Vital erreichten mehr als 50 Prozent der Punkte. Dagegen

bringen es die Internetangebote von gut der Hälfte aller analysierten

Anbieter auf weniger als 30 Punkte. Die Auftritte dieser Anbieter

sind damit mangelhaft oder gar ungenügend (vgl. Tabelle 1). Am besten

abgeschnitten haben im brancheninternen Vergleich die

* Arzneimittelhersteller (34 Prozent der insgesamt möglichen

Punktezahl), gefolgt vom

* Pharmahandel und den

* Herstellern medizinischer Erzeugnisse (jeweils 29 Prozent der

möglichen Punkte). Das Schlusslicht der Bewertung bildeten die

* Lohnhersteller mit nur 23 Prozent (vgl. Tabelle 2).

"Die deutschen Pharmaunternehmen haben das Internet als modernes

Kommunikationsmedium und Marketinginstrument zwar erkannt, sie

schöpfen die Potenziale des Mediums aber nur ungenügend aus. Noch

bietet das Internet Diversifizierungschancen gerade im zunehmenden

internationalen Wettbewerb. Schon morgen aber wird der Aufwand um

aufzufallen finanziell und logistisch immer aufwändiger", sagt

Professor Kurt F. Troll von der Hochschule für Technik, Wirtschaft

und Kultur Leipzig.

Wenig Information für Patienten und Ärzte

Auch in Sachen Kundeninformation haben die untersuchten

Internetangebote erhebliche Schwächen. Eine detaillierte

Produktbeschreibung, die bei medizinischen Erzeugnissen besonders

wichtig ist, fehlt bei rund 25 Prozent der Websites; Bildmaterial zu

den Produkten suchten die Forscher um Dr. Peer Walter Jahn bei gut 40

Prozent der Unternehmen vergeblich. Eine ausführliche

Preisinformation zu ihren Produkten bieten nur 18 Prozent der

pharmazeutischen Unternehmen im Internet an - die Mehrzahl der Firmen

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