Novell stabilisiert sich

Dienstag, 11. September 2007 12:43
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(IT-Times) Die Bemühungen des Managements den Netzwerk- und Linux-Spezialisten Novell (Nasdaq: NOVL, WKN: 873019) wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen, tragen erste Früchte. Novell konnte im jüngsten Quartal einen höheren Gewinn im operativen Geschäft ausweisen, als zunächst erwartet.

Grund für das gute Abschneiden im jüngsten Quartal war nicht zuletzt die positive Entwicklung im Linux-Segment sowie ein geringerer Rückgang im Bereich Workgroup-Erlöse. Während die Workgroup-Umsätze im jüngsten Quartal um zwei Prozent auf 83 Mio. Dollar fielen, kletterten die Linux-Plattformerlöse um 77 Prozent auf 21 Mio. Dollar.

Linux im Vorwärtsgang - Identity-Management enttäucht
Im Linux-Bereich konnte Novell zu Monatsbeginn weitere Erfolge melden. So gab man eine Partnerschaft mit Chinas größtem PC-Hersteller Lenovo bekannt, wonach dieser künftig das Open-Source Betriebssystem SuSE Linux Enterprise Desktop (SLED) auf seiner Lenovo ThinkPad-Produktlinie vorinstallieren wird - dies wird bereits im vierten Quartal 2007 geschehen, heißt es bei Novell.

Zum anderen konnte man eine Kooperation mit dem PC-Giganten Dell schließen. Der texanische Computerbauer wird ebenfalls SuSE Linux Enterprise Desktop auf seine chinesischen PCs vorinstallieren. Novell bewertet diesen Erfolg um so höher, entschied sich mit Dell erstmals einer größten unabhängigen Hardware-Anbieter für die Enterprise Desktop-Distribution. Daneben konnte man auch in Indien punkten. So hat sich der indische Elektronikriese Tamil Nadu dazu entschieden, SuSE Linux Enterprise auf 30.000 Desktop-Rechnern und 2.000 Servern zu installieren.

Während das Linux-Geschäft derzeit wie geschmiert läuft, sorgen die Geschäftsbereiche Identity-Management und Sicherheitsprodukte für Enttäuschung. Im Identity-Management- und Access-Management-Segment zogen die Erlöse lediglich um zwei Prozent auf 27 Mio. Dollar an. Novell führt die schwachen Zahlen vor allem auf das lahmende Geschäft in Amerika zurück, wobei Novell hier nicht zuletzt den Vertrieb verantwortlich macht.

Novell soll profitabler werden
Um die einzelnen Problemzonen anzugehen, hat Novell drei Initiativen gestartet. Zum einen sollen einige Ressourcen verlagert werden, wobei eine Spezialisierung innerhalb des Vertriebsteams stattfinden soll. Zugleich soll ein Teleweb-Plan die Erlöse ankurbeln und für die Erneuerung auslaufender Verträge sorgen. Ferner will Novell seine Forschungs- und Entwicklungsaufgaben stärker ausbalancieren, was zu einer verbesserten Kostenstruktur in diesem Bereich führen soll. Auch das Backoffice soll auf Basis eines Shared-Service-Modells umorganisiert werden, so dass eine standardisierte und zentralisierte Plattform mehrere Backoffice-Funktionen gleichzeitig übernehmen kann.

Kurzportrait

Das im Jahre 1979 gegründete Unternehmen Novell Data Systems befasste sich ursprünglich mit der Entwicklung von Betriebssystemen für Speichermedien. Im Jahre 1983 folgte dann die Umbenennung in Novell, womit das Unternehmen seinen Aufstieg im Bereich Netzwerksoftware begründete. Unter Novell-Chef Raymond Noorda revolutionierte das Unternehmen den Markt für LAN-Software. So führte das Unternehmen im Jahre 1983 die weltweit erste LAN-Software (Local Area Networks) NetWare auf Basis der File-Server-Technologie ein. Novell entwickelte dabei ein PC-Netzwerk, welches die Kontrolle von Peripheriegeräten, wie Diskettenlaufwerke und Drucker ermöglichte.

Heute bietet Novell eine umfangreiche Produktpalette von Netzwerk-Management-Software an, die optimal auf das neue Medium Internet zugeschnitten ist. Das Flagschiffprodukt NetWare trägt nach wie vor einen Großteil zum Gesamtumsatz der Gesellschaft bei, wobei der eigentliche Wachstumsmotor inzwischen das Linux-Geschäft ist. Gemeinsam mit dem Netzwerkriesen Nortel Networks und der Unternehmensberatung Accenture gründete Novell den Content-Distributor Volera, welcher 2001 mit seinem Produktangebot an den Markt ging. Nortel und Accenture halten zusammen zehn Prozent der Anteile. Ende 2006 schloss Novell eine Kooperationsvereinbarung mit Microsoft, die den Vertrieb von Linux-Software vorsieht.

Zu den namhaften Kunden, welche auf Softwarelösungen aus dem Hause Novell setzen, zählen neben DaimlerChrysler, auch Motorola, sowie Pfizer und Sears. Bereits 2001 verstärkte sich Novell durch die Übernahme des IT-Beraters Cambridge Technology Partners, um sein Servicegeschäft weiter zu stärken. Im Juli 2002 folgte dann die Akquisition von SilverStream Software, womit Novell seinen Bereich eBusiness-Lösungen durch SilverStreams Flagschiffprodukt eXtend verstärkte. Mitte 2003 verstärkte sich Novell im Linux-Bereich durch die Übernahme von Red Carpet. Wenig später folgte die Übernahme des mexikanischen Softwareentwicklers und Linux-Spezialisten Ximian. Mit SuSE übernahm Novell zuletzt den größten europäischen Linux-Distributor. Mitte August 2007 verstärkte sich Novell durch die Übernahme des Management-Spezialisten Senforce Technologies.

Nachdem Novell die Patente der bankrotten Commerce One übernahm, wurden diese wiederum in das Startup Open Invention Network eingebracht, welche auch von IBM und Red Hat unterstützt wird. Nachdem man im April 2006 den Softwarespezialisten E-Security übernahm, trennte sich Novell einen Monat später von seinem Management-Beratungsgeschäft Celerant und gab diese Einheit an eine Investorengruppe Caledonia Investments ab.

Zahlen

Für das vergangene Juliquartal meldet Novell einen Umsatzanstieg auf 243,1 Mio. US-Dollar, nach Einnahmen von 236,3 Mio. Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dabei entstand ein Verlust von 3,4 Mio. Dollar oder einem US-Cent je Aktie, nach einem Minus von 6,5 Mio. Dollar oder zwei US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein Nettogewinn von 16,1 Mio. Dollar oder fünf US-Cent je Aktie. Damit konnte Novell die Erwartungen der Analysten spürbar übertreffen. An der Wall Street hatte man zunächst nur mit Einnahmen von 234,8 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von zwei US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Novell

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