Nokia und der Lumia-Hype - wie groß ist die Nachfrage wirklich?

Smartphones

Montag, 3. Dezember 2012 13:50
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(IT-Times) - Im vergangenen Monat ging es für Nokia-Aktien kräftig aufwärts, nachdem die neuen Lumia-Telefone offenbar gut bei den Konsumenten ankommen. Viele Anleger und Investoren fragen sich nunmehr, ob der Aufwärtstrend nachhaltig ist.

Dabei stellt sich die Frage, wie groß die Nachfrage nach den neuen Lumia 920 Telefonen wirklich ist, nachdem das Windows 8-basierte Smartphone sowohl in Deutschland als auch in den USA teilweise ausverkauft ist.

Begrenzte Liefermengen oder hohe Nachfrage?
Im Analystenlager hält man die Medienberichte eher für irreführend und übertrieben. Mobile-Technikanalyst Tero Kuittinen glaubt, dass Nokia (NYSE: NOK, WKN: 870737) die Liefermengen in den USA absichtlich begrenzt hat. Der Grund: Die Finnen dürften ein größeres Kontingent an Lumia-Telefonen für Europa bereitgestellt haben, wo die Marke populärer ist.

Die Berichte über den Ausverkauf in den USA hält der Analyst eher für irreführend. Dies sei in erste Linie auf die geringen Stückzahlen zurückzuführen, die zum Verkauf bereitstehen. Die Berichte seien nicht unbedingt ein Zeichen für eine hohe Nachfrage, glaubt Kuittinen.

Deutsche Bank bleibt bei Verkaufsempfehlung
Ähnlich sieht man dies auch im Hause der Deutschen Bank. Die beiden Deutsche Bank Experten Kai Korschelt und Johannes Schaller halten den aktuellen Medien-Hype rund um die Lumia-Telefone ebenfalls für irreführend.

Auch die Deutsch Banker führen die Berichte auf den Ausverkauf der Lumia-Telefone auf die niedrigen Liefermengen zurück und weniger auf eine hohe Nachfrage. Überprüfungen im Handel und der Industrie hätten ein eher verhaltenes Interesse der Konsumenten ergeben, so die Analysten der Deutschen Bank. Die Deutsch Banker bleiben daher bei ihren Absatzschätzungen von rund 4,0 Millionen Lumia-Telefonen im vierten Quartal 2012. Die Absatzschätzungen von 30 bis 35 Millionen verkauften Lumias für 2013 halten die Analysten für zu optimistisch.

Daneben verweisen die Analysten auf eine jüngst gestartete Konsumten-Umfrage in England, wo der Nokia-Marktanteil trotz der Lumia-Markteinführung auf unter 10 Prozent gesunken sei. Insgesamt sind die Analysten pessimistisch und sehen trotz der positiven Ansätze wenig Chancen für Nokia und raten Anlegern weiter zum Verkauf der Papiere.

Kurzportrait

Die im Jahre 1865 gegründete und im finnischen Espoo ansässige Nokia stellte nach seiner Gründung ursprünglich Papier her. In den späteren Jahren machte sich Nokia als Hersteller von Gummistiefeln einen Namen. Erst im Jahre 1960 wandte sich Nokia den modernen Kommunikationstechniken zu. In den 80er Jahren stellte das Unternehmen dann elektronische Komponenten und ganze Computer her. Im Jahre 1987 folgte schließlich mit der Entwicklung von Mobilfunktelefonen der Durchbruch und der Beginn einer neuen Ära. Heute besitzt das Unternehmen mehr als 30.000 Patente im Mobilfunkbereich.

Das Unternehmen ist heute in drei wesentliche Kerngeschäftsbereiche unterteilt: Devices and Services, Navteq und der Netzwerksparte (Nokia Siemens Networks).

Nokia erregte in den vergangenen Jahren auch Aufmerksamkeit durch seine Expansion im Netzwerkbereich und entsprechende Firmenzukäufe. So kaufte Nokia unter anderem den GPS- und Kartenspezialisten Navteq im Rahmen einer Milliardentransaktion. Ende 2007 schloss man die Übernahme der Internettauschbörse Avvenu ab. Mitte 2008 kaufte Nokia auch die restlichen Anteile an dem britischen Mobile-Softwarehersteller Symbian. Daneben wurde auch die Übernahme des Softwarespezialisten Trolltech erfolgreich abgeschlossen. Mitte 2010 übernahm NSN die Netzwerkausrüstungssparte von Motorola. Mitte 2010 wurde zudem die Modemsparte (Wireless Modem) für 200 Mio. Dollar veräußert. Mitte 2011 trennte sich Nokia von seiner Operator Branded Messaging-Sparte (OBM). Gemeinsam mit der Siemens AG betreibt Nokia das 50:50 Joint Venture Nokia Siemens Networks (NSN).

Gleichzeitig verkaufte NSN seine Breitband-Festnetzsparte. Mitte 2012 trennte sich Nokia von seiner Luxus-Marke Vertu. Gleichzeitig wurde der Imaging-Spezialisten Scalado übernommen. Im Herbst 2012 kaufte Nokia ein Patentportfolio bestehend aus 500 Patenten und Patentanträgen an Vringo.

Mit seiner eigenen Internet-Plattform Ovi will Nokia im weltweiten Datennetz stärker Fuß fassen. Anfang 2011 schloss Nokia eine Kooperation mit Microsoft, womit Windows Phone zur Hauptplattform im Smartphone-Bereich aufsteigen soll. In diesem Bereich hofft Nokia mit seinen Windows Phone-basierten Lumia-Modellen auf einen Durchbruch. Ende 2012 brachte Nokia seinen eigenen digitalen Kartenservice Here.net an den Start

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Nokia

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