Nokia punktet in Asien - weitere Zukäufe erwartet

Netzwerkausrüstung

Mittwoch, 6. August 2014 13:11
Nokia

(IT-Times) - Das vergangene zweite Quartal 2014 verlief positiv für Nokia. Der finnische Netzwerkausrüster konnte seinen Gewinn um 20 Prozent auf 213 Mio. Euro steigern, nachdem sich vor allem die Margen in der Netzwerksparte verbesserten.

Über die Netzwerksparte erwirtschaftet Nokia inzwischen 90 Prozent seiner Einnahmen, nachdem sich das Unternehmen von seiner Mobiltelefonsparte trennte. Die Netzwerksparte soll im zweiten Halbjahr zulegen, so Nokia-Chef Rajeev Suri, auch wenn die Sparte im jüngsten Quartal noch einen Umsatzrückgang um acht Prozent auf 2,6 Mrd. Euro verzeichnete.

Nokia Networks gewinnt Marktanteile in Asien
Der Optimismus des Nokia-Chefs gründet vor allem auf das wachsende Geschäft in Asien. Insbesondere in China verzeichnete Nokia zuletzt gute Geschäfte, hier kletterten die Umsätze um 18 Prozent. Hintergrund sind höhere Investitionen der chinesischen Netzwerkbetreiber in den Netzausbau, um die steigende Smartphone-Nutzung in China zu bewältigen. Davon profitierte zuletzt auch Nokia (WKN: 870737), trotz der Konkurrenz durch ZTE und Huawei.

Fortschritte gibt es auch in Indien zu melden. Nokia Networks konnte im ersten Halbjahr 2014 12 große Deals in Indien abschließen, darunter auch mit einem neuen Netzbetreiber. Nokia Networks Head in Indien Sandeep Girotra glaubt, dass man dadurch die Lücke zu den Top-Playern in der Region weiter schließen könne. Das Geschäft in Indien und Japan hat im jüngsten Quartal zu einem 5%igen Umsatzplus bei Nokia Networks in der Region Asien-Pazifik geführt.

Nokia-Finanzchef Timo Ihamuotila bestätigte im Interview mit dem finnischen Sender YLE, dass man insbesondere seinen Marktanteil in China, Japan, Südkorea und den USA steigern konnte.

Nokia setzt weiter auf Zukäufe - weitere Übernahmen erwartet
Besonders der japanische Markt hat für Nokia und dessen Netzwerksparte eine große Bedeutung. Hier verstärkte sich Nokia zuletzt durch die Übernahme der Netzwerkausrüstersparte von Panasonic.

Damit setzt Nokia seine Einkaufstour weiter fort, nachdem die Finnen zuvor schon den US-Netzwerkspezialisten SAC Wireless aufgekauft hatten. Auch die australische Mesaplexx gehört inzwischen zu Nokia. Auf Übernahmen setzt Nokia auch bei seiner Kartensoftwaresparte Here. Im Juni wurde der Analysespezialist Medio Systems übernommen, nachdem im Mai bereits das Mapping-Start-up Desti aufgekauft wurde.

Angesichts der Netto-Barreserven von 6,5 Mrd. Euro dürften bald weitere Zukäufe folgen, um das stagnierende Here-Geschäft (232 Mio. Euro) und das Wachstum der Netzwerksparte in Gang zu bringen.

Kurzportrait

Die im Jahre 1865 gegründete und im finnischen Espoo ansässige Nokia stellte nach seiner Gründung ursprünglich Papier her. In den späteren Jahren machte sich Nokia als Hersteller von Gummistiefeln einen Namen. Erst im Jahre 1960 wandte sich Nokia den modernen Kommunikationstechniken zu. Im Jahre 1987 folgte schließlich mit der Entwicklung von Mobilfunktelefonen der Durchbruch und der Beginn einer neuen Ära. Inzwischen hat Nokia seine Mobiltelefonsparte an Microsoft verkauft. Nokia heute in drei wesentliche Kerngeschäftsbereiche unterteilt: Networks, HERE und Technologies.

Nokia erregte in den vergangenen Jahren auch Aufmerksamkeit durch seine Expansion im Netzwerkbereich und entsprechende Firmenzukäufe. So kaufte Nokia unter anderem den GPS- und Kartenspezialisten Navteq im Rahmen einer Milliardentransaktion. Mitte 2008 kaufte Nokia auch die restlichen Anteile an dem britischen Mobile-Softwarehersteller Symbian. Mitte 2010 übernahm NSN die Netzwerkausrüstungssparte von Motorola. Mitte 2010 wurde zudem die Modemsparte veräußert.

Gleichzeitig verkaufte NSN seine Breitband-Festnetzsparte. Mitte 2012 trennte sich Nokia von seiner Luxus-Marke Vertu. Gleichzeitig wurde der Imaging-Spezialisten Scalado übernommen. Im Herbst 2012 kaufte Nokia ein Patentportfolio bestehend aus 500 Patenten und Patentanträgen an Vringo. Zudem wurde Ende 2012 der Kartenspezialist earthmine übernommen. Ende 2012 brachte Nokia seinen eigenen digitalen Kartenservice Here.net an den Start. In 2013 wurde das Venture Nokia Siemens Networks (NSN) komplett von Nokia übernommen.

Mit seiner eigenen Internet-Plattform Ovi will Nokia im weltweiten Datennetz stärker Fuß fassen. In 2013 gab Nokia den Verkauf seiner Mobile-Sparte an Microsoft bekannt, die Transaktion wurde im zweiten Quartal 2014 abgeschlossen. Mitte 2014 kaufte Nokia das Netzwerkgeschäft von Panasonic.

Markt und Wettbewerb

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