Nokia: Netzwerksparte überzeugt, HERE-Sparte noch nicht

Mobilfunknetze

Montag, 10. November 2014 13:28
Nokia

(IT-Times) - Nokia konnte im jüngsten Quartal die Umsatzerwartungen der Analysten übertreffen und in seinen drei Kerngeschäftsbereichen ein solides Wachstum verzeichnen. Besonders positiv heben Marktbeobachter den Turnaround in der Netzwerksparte Nokia Networks hervor.

Der Umsatz der Sparte zog um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,6 Mrd. Euro an und erwirtschaftete einen operativen Gewinn von 397 Mio. Euro. Positiv wirkten sich Deals in Nordamerika und China aus. So schloss Nokia erst jüngst einen Mega-Deal mit China Mobile im Volumen von 970 Mio. US-Dollar über den Ausbau des 4G-Netzes in China ab.

Abschreibung bei HERE Maps - Nokia will an Sparte weiter festhalten
Bei Sanford C. Bernstein bewertet man die Entwicklung der Network-Sparte zwar positiv, allerdings überraschte die Analysten die Wertberichtigung in der Kartensparte HERE Maps. Die Einheit scheint mit 2,0 Mrd. Euro weniger wert als zunächst angenommen. Zwar konnte Nokia den Umsatz in der HERE-Sparte auf 236 Mio. Euro steigern, doch erwirtschaftete die Sparte keinen Gewinn, bemängeln die Analysten bei Bernstein Research.

Dennoch will Nokia (WKN: 870737) weiter an der HERE-Sparte festhalten. Zuletzt hat Nokia ein neues Update für HERE Maps für Android ausgerollt, das auch Android 5.0 unterstützt. Nokia-Chef Rajeev Suri stellte dann auch klar, dass man mit HERE Map bislang recht zufrieden sei und man derzeit kein Interesse habe, diese Sparte zu verkaufen.

Wagt Nokia einen neuen Anlauf im Smartphone-Markt?
Verkauft hat Nokia dagegen die Mobiltelefonsparte rund um Windows Phone-basierte Lumia Smartphones an Microsoft. Zwar wird der Markennamen Nokia hier nicht mehr erscheinen, dies bedeutet aber noch lange nicht, dass der Markenname Nokia für immer und ewig aus der Mobilfunkwelt verschwinden wird.

Gerüchte um einen Wiedereinstieg von Nokia mit einem eigenen Smartphone halten sich hartnäckig. Diese Gerüchte heizte Berry French, Marketing und Corporate Affairs Manager mit seinem jüngsten Blog-Eintrag nochmal an. Dabei ging French darauf ein, dass Microsoft den Markennamen Nokia streichen wird, jedoch stehe Nokia heute finanziell robuster und stärker da. Die Berichte über den Tod der Marke Nokia seien stark übertrieben, so der Manager.

Inzwischen kursieren Berichte, wonach Nokias N9 Team an einem neuen Android-basierten Smartphone-Flagschiff arbeitet. Das Nokia N9 war das erste und letzte Nokia-Gerät mit dem MeeGo-Betriebssystem. Am 17. November will Nokia nähere Pläne vorstellen, dann erwarten Beobachter auch weitere Hinweise darauf, ob Nokia wirklich einen zweiten Anlauf im Smartphone-Markt wagt. Ein Wiedereinstieg von Nokia in den Smartphone-Markt wäre jedenfalls eine faustdicke Überraschung.

Kurzportrait

Die im Jahre 1865 gegründete und im finnischen Espoo ansässige Nokia stellte nach seiner Gründung ursprünglich Papier her. In den späteren Jahren machte sich Nokia als Hersteller von Gummistiefeln einen Namen. Erst im Jahre 1960 wandte sich Nokia den modernen Kommunikationstechniken zu. Im Jahre 1987 folgte schließlich mit der Entwicklung von Mobilfunktelefonen der Durchbruch und der Beginn einer neuen Ära. Inzwischen hat Nokia seine Mobiltelefonsparte an Microsoft verkauft. Heute ist Nokia in drei wesentliche Kerngeschäftsbereiche unterteilt: Networks, HERE und Technologies.

Nokia erregte in den vergangenen Jahren auch Aufmerksamkeit durch seine Expansion im Netzwerkbereich und entsprechende Firmenzukäufe. So kaufte Nokia unter anderem den GPS- und Kartenspezialisten Navteq im Rahmen einer Milliardentransaktion. Mitte 2008 kaufte Nokia auch die restlichen Anteile an dem britischen Mobile-Softwarehersteller Symbian. Mitte 2010 übernahm NSN die Netzwerkausrüstungssparte von Motorola. Mitte 2010 wurde zudem die Modemsparte veräußert.

Gleichzeitig verkaufte NSN seine Breitband-Festnetzsparte. Mitte 2012 trennte sich Nokia von seiner Luxus-Marke Vertu. Gleichzeitig wurde der Imaging-Spezialisten Scalado übernommen. Im Herbst 2012 kaufte Nokia ein Patentportfolio bestehend aus 500 Patenten und Patentanträgen an Vringo. Zudem wurde Ende 2012 der Kartenspezialist earthmine übernommen. Ende 2012 brachte Nokia seinen eigenen digitalen Kartenservice Here.net an den Start. In 2013 wurde das Venture Nokia Siemens Networks (NSN) komplett von Nokia übernommen.

Mit seiner eigenen Internet-Plattform Ovi will Nokia im weltweiten Datennetz stärker Fuß fassen. In 2013 gab Nokia den Verkauf seiner Mobiltelefonsparte an Microsoft bekannt, die Transaktion wurde im zweiten Quartal 2014 abgeschlossen. Mitte 2014 kaufte Nokia das Netzwerkgeschäft von Panasonic.

Markt und Wettbewerb

Der weltweite Markt für Netzwerkausrüstung soll in 2015 auf ein Volumen von 184 Mrd. US-Dollar klettern, so die Marktforscher bei MarketLine - dies wäre ein Zuwachs von 34 Prozent gegenüber 2010.

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