Nintendo im Würgegriff von Apple & Co - kommt die Wii 2 zu spät?

Donnerstag, 16. Dezember 2010 13:54
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(IT-Times) - Für den japanischen Konsolenhersteller Nintendo Co Ltd (WKN: 864009) ist das diesjährige Weihnachtsgeschäft gut angelaufen. Allein vom 21. bis 27. November konnte Nintendo 600.000 Wii-Konsolen in den USA absetzen. Insgesamt gingen im Monat November mehr als 2,7 Millionen Nintendo Wii und Nintendo DS Systeme über die Ladentheke, so die Marktforscher aus dem Hause NPD Group.

Smartphones und Tablets graben der DS das Wasser ab
Dennoch sieht sich Nintendo unter Druck. Vor allem die tragbare Spielekonsole DS sieht sich dem Wettbewerb von Smartphones wie dem iPhone 4 als auch neuartige Tablet PCs wie dem iPad gegenüber. Marktforscher aus dem Hause iSuppli rechnen damit, dass allein im ersten Jahr mehr als sieben Millionen iPads verkauft werden dürften.

Ganz oben auf der Wunschliste vieler Geräteinhaber stehen dabei Spiele wie Angry Bird oder Doodle Jump, die sich auf dem iPhone bzw. iPad sehr gut spielen lassen, ohne dass große Einbußen in Sachen Grafik hingenommen werden müssen. Viele Smartphone- bzw. Tablet-Inhaber verzichten daher auf eine tragbare Extra-Konsole, zumal viele Spiele für Smartphone & Co kostenlos zur Verfügung stehen.

Nintendo 3DS soll im Frühjahr 2011 kommen
Punkten könnte Nintendo aber mit seiner neuen 3D-Konsole Nintendo 3DS, die jedoch erst im nächsten Jahr auf den Markt kommen wird. Analysten wie Lazard Capital Markets Experte Colin Sebastian rechnen damit, dass die 3DS im Frühjahr 2011 in den USA auf den Markt kommen wird. Die 3DS kann 3D-Effekte darstellen, ohne das eine entsprechende 3D-Brille erforderlich ist. Händler und Entwickler sind zuversichtlich, dass dieses Feature Konsumenten überzeugen und zum Kauf einer 3DS-Konsole bewegen wird. Gleichzeitig kann sich Nintendo damit stärker von Konkurrenzprodukten wie Smartphones und Tablets abheben.

Neben der Konkurrenz aus dem Tablet- und Smartphone-Markt sieht sich Nintendo noch einem weiteren Problem gegenüber. Wedbush Morgan Analyst Michael Pachter verweist vor allem auf die neuen Kinect- und Move-Systeme von Microsoft und Sony, welche die Nachfrage nach den entsprechenden Konsolen beflügelt haben. Pachter sieht Nintendo daher vor allem technologisch im Rückstand und gefordert, diese Lücke zu schließen.

Analysten erwarten Wii 2 Ende 2011
Eine entscheidende Rolle dürfte dabei dem Wii-Nachfolger Wii 2 zukommen. Pachter geht davon aus, dass die Wii 2 Ende 2011 auf den Markt kommen wird. Nintendo könnte allerdings Probleme bekommen, die Wii 2 an den Mann oder Frau zu bringen, sollte das Gerät technisch nicht deutlich mehr bieten, als die Xbox 360 mit Kinect und die PS3 inklusive Move.

Laut Pachter habe es Nintendo versäumt, im Jahr 2009 einen HD-Nachfolger auf den Markt zu bringen - die Wii 2 könnte damit zu spät kommen, ist der Vorsprung von Microsoft und Sony durch Kinect und Move bereits recht groß...

Kurzportrait

Die im japanischen Kyoto ansässige Nintendo Co Ltd. gilt nicht nur als eine der ältesten, sondern auch als eine der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Konsolenspiele. Nintendo zeichnet für so bekannte Marken wie dem Game Boy, sowie die Charaktere Super Mario, Donkey Kong und Pokémon verantwortlich. Insgesamt verkaufte Nintendo inzwischen mehr 460 Mio. Hardware-Systeme und über 2,2 Mrd. Softwaretitel weltweit.

Erstmals tauchte der Name Nintendo im Jahre 1933 auf, als die Yamauchi Nintendo & Co gegründet wurde. Die Umbenennung in Nintendo erfolgte dann im Jahr 1963 als das Unternehmen nicht nur Spielekarten, sondern auch ganze Spiele zu produzieren begann. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen im Jahr 1989 als Nintendo mit dem Game Boy den erfolgreichsten Taschenspiel-Computer auf den Markt brachte. Der Game Boy schlug so gewaltig am Markt ein, so dass Nintendo im Jahr 2000 bereits mehr als 100 Mio. verkaufte Einheiten melden konnte.

Die Einführung der Nintendo 64 im Jahre 1996 und des Nintendo GameCube im Jahr 2004 waren anschließend die weiteren Meilensteine in der Firmengeschichte der Japaner. Mit der Einführung der portablen Konsole Nintendo DS gelang den Japanern im Jahr 2004 erneut ein Überraschungserfolg. Ebenso überraschend schlug auch die aktuelle Konsole der Japaner, die Nintendo Wii, am Markt ein. Nachdem die Wii im Herbst 2006 auf den Markt kam, setzte sich Nintendo damit innerhalb weniger Monate an die Spitze der Verkaufscharts. Inzwischen steht mit der Nintendo DSi der Nachfolger der portablen Spielekonsole in den Startlöchern. Die Nintendo DS verkaufte sich inzwischen mehr als 100 Mio. Mal weltweit.

Insgesamt operiert Nintendo heute aus zwei Geschäftsbereichen heraus. Der Freizeit-Equipment-Bereich umfasst das Segment mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von portablen und nicht portablen Konsolen sowie Spiele für diese Konsolen-Systeme. Der zweite Geschäftsbereich beschäftigt sich vornehmlich mit dem Verkauf von Poker- und Karuta-Karten sowie der Vermarktung von Pokèmon-Produkten und dem damit verbundenen geistigem Eigentum. Nintendo unterhält weltweit 21 Tochterfirmen, darunter auch die US-Tochter Nintendo of America.

Zahlen

Der Umsatz von Nintendo brach im jüngsten Quartal um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 174,5 Mrd. Yen ein. Der Nettogewinn schrumpfte um 15 Prozent auf 23,2 Mrd. Yen bzw. 285 Mio. Dollar. Der operative Gewinn ging um 52 Prozent auf 30,9 Mrd. Dollar zurück, womit Nintendo die Markterwartungen der Analysten deutlich verfehlte. Diese hatten im Vorfeld im Schnitt mit Einnahmen von 176,8 Mrd. Yen sowie mit einem operativen Gewinn von 37,3 Mrd. Yen gerechnet.

Meldung gespeichert unter: Nintendo

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