Nintendo geht mit WiiWare in die Online-Offensive

Dienstag, 13. Mai 2008 13:20
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(IT-Times) Das Wachstum des japanischen Konsolen- und Videospielehersteller Nintendo Co Ltd (WKN: 864009) dürfte sich zwar nachdem großen Erfolg der Wii-Konsole in den nächsten Jahren verlangsamen, dennoch sind Analysten weiter zuversichtlich für den Erfinder von Super Mario gestimmt.

Die Marktbeobachter bei DFC Intelligence gehen davon aus, dass Nintendo die Hardware-Dominanz des langjährigen Rivalen Sony endgültig brechen wird. Insbesondere in Europa scheint die Strategie der Japaner aufzugehen. Mit der Wii Fit brachte Nintendo jüngst einen völlig neues Konzept an den Start. Während Computerspiele in der Vergangenheit oft als Zeitvertreib für Bewegungsmuffel verteufelt wurden, soll dies bei der Wii Fit anders sein. Mit dem neuen Blance-Board und passenden Spielen will Nintendo seine Spieler mit Spaß zu mehr Bewegung animieren.

Das Konzept kommt offenbar gut an, wie die Verkaufszahlen in England zeigen. Die Wii Fit dominierte zuletzt die UK Verkaufscharts, wobei das entsprechende Spiel inzwischen zu einem der Top-Verkaufsschlager des Landes gehört. Mit „Super Smash Bros. Brawl” soll zudem ein neuer Nintendo-Spielehit am 27. Juni in den europäischen Handel kommen und die Nachfrage nach der ohnehin begehrten Wii-Konsole weiter anheizen. Zudem kündigt der Entwickler Konami eine Wii-Version seines Fußball-Schlagers „Pro Evolution Soccer“ an, der noch im laufenden Jahr auf den Markt kommen soll.

Der Kampf um Entwickler ist eröffnet
Daneben hat Nintendo auch gleich die passende Antwort für Microsofts Xbox Live Service bzw. Sonys PlayStation Store parat. Der neue Online-Service WiiWare ist gerade in den Japan und den USA an den Start gegangen und soll am 20. Mai auch nach Europa kommen. Über den Service WiiWare können sich Nutzer neue Spiele auch von Drittentwicklern auf ihre Wii-Konsole herunterladen. Zudem öffnet Nintendo damit gleichzeitig auch seine Konsole für eine breitere Entwicklerbasis.

Zum Marktstart werden auf WiiWare zunächst nur sechs Spiele verfügbar sein (Final Fantasy Crystal Chronicles, Lostwinds, Defend your Castle, Pop, VIP Casino: Blackjack und TV Show King), allerdings verspricht Nintendo jeden Montag neue Spiele hinzuzufügen. Insgesamt seien derzeit bis zu 100 WiiWare-Spiele in der Entwicklung, so Nintendo gegenüber Gamespot. Laut Nintendo of America sollen 80 Prozent der neuen WiiWare-Titel von Entwicklerstudios kommen, die bislang noch gar keine Spiele für die Nintendo-Plattform entwickelt haben...

Kurzportrait

Die im japanischen Kyoto ansässige Nintendo Co Ltd. gilt nicht nur als eine der ältesten, sondern auch als eine der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Konsolenspiele. Nintendo zeichnet für so bekannte Marken wie dem Game Boy, sowie die Charaktere Super Mario, Donkey Kong und Pokémon verantwortlich. Insgesamt verkaufte Nintendo bis Mitte 2007 mehr als 453 Mio. Hardware-Systeme und 2,2 Mrd. Softwaretitel weltweit.

Erstmals tauchte der Name Nintendo im Jahre 1933 auf, als die Yamauchi Nintendo & Co gegründet wurde. Die Umbenennung in Nintendo erfolgte dann im Jahr 1963 als das Unternehmen nicht nur Spielekarten, sondern auch ganze Spiele zu produzieren begann. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen im Jahr 1989 als Nintendo mit dem Game Boy den erfolgreichsten Taschenspiel-Computer auf den Markt brachte. Der Game Boy schlug so gewaltig am Markt ein, dass Nintendo im Jahr 2000 bereits mehr als 100 Mio. verkaufte Einheiten melden.

Die Einführung der Nintendo 64 im Jahre 1996 und des Nintendo GameCube im Jahr 2004 waren anschließend die weiteren Meilensteine in der Firmengeschichte der Japaner. Mit der Einführung der portablen Konsole Nintendo DS gelang den Japanern im Jahr 2004 erneut ein Überraschungserfolg. Ebenso überraschend schlug auch die aktuelle Konsole der Japaner, die Nintendo Wii, am Markt ein. Nachdem die Wii im Herbst 2006 auf den Markt kam, setzte sich Nintendo damit innerhalb weniger Monate an die Spitze der Verkaufscharts.

Insgesamt operiert Nintendo heute aus zwei Geschäftsbereichen heraus. Der Freizeit-Equipment-Bereich umfasst das Segment mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von portablen und nicht portablen Konsolen sowie Spiele für diese Konsolen-Systeme. Der zweite Geschäftsbereich beschäftigt sich vornehmlich mit dem Verkauf von Poker- und Karuta-Karten sowie der Vermarktung von Pokèmon-Produkten und dem damit verbundenen geistigem Eigentum. Nintendo unterhält weltweit 21 Tochterfirmen, darunter auch Nintendo of America.

Zahlen

Für das vergangene Fiskaljahr 2007/2008 meldete Nintendo einen Umsatz von 1,672 Billionen Yen, was einem Anstieg von 73 Prozent verglichen mit dem Jahresumsatz von 966,53 Mrd. Yen im Geschäftsjahr 2006/2007 entspricht. Allerdings hat sich das Wachstum damit ein wenig abgeschwächt. So wuchs Nintendo gemessen am Umsatz im Geschäftsjahr 2006/2007 noch um 89,8 Prozent, verglichen mit dem Jahr zuvor.

Der operative Gewinn stieg um 115,6 Prozent auf 487,2 Mrd. Yen im Geschäftsjahr 2007/2008. Vor Zinsen und Steuern kletterte der Gewinn allerdings nur um 52,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und auch der Nettogewinn konnte mit dem Anstieg von 73 Prozent nicht ganz mithalten. Netto verdiente Nintendo im Geschäftsjahr 2007/2008 257,34 Mrd. Yen, was 47,7 Prozent Wachstum entspricht. Positiv entwickelt hat sich auch der Cash-Flow. Nach 274,63 Mrd. Yen im Geschäftsjahr 2006/2007 verbuchte Nintendo im aktuell abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 einen Cash-Flow aus dem operativen Geschäft von 332,38 Mrd. Yen.

Pro Aktie verdiente Nintendo im Geschäftsjahr 2007/2008 genau 2.012 Yen. Damit wuchs der Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorjahr ebenso schnell wie der Nettogewinn, was sich auch auf die Dividenden auswirkt. Geplant ist laut Nintendo eine Ausschüttung von 1.260 Yen pro Aktie nach 690 Yen am Ende des Geschäftsjahres 2006/2007.

Meldung gespeichert unter: Nintendo

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