Nintendo: 3DS XL und Wii U sollen für schwarze Zahlen sorgen

Dienstag, 17. Juli 2012 13:36
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(IT-Times) - Nintendo-Aktionäre hatten in den vergangenen drei Jahren nicht viel Freude an ihren Aktien. Notierten die Papiere im Jahr 2008 noch bei rund 350 Euro, fielen die Papiere zuletzt deutlich unter die Marke von 100 Euro an der Frankfurter Börse.

Nintendo war dank seiner Spielekonsole Wii einst eines das wertvollsten Unternehmen Japans, doch die Revolution im Spielemarkt, die mit der Einführung des iPhones im Jahr 2007 begonnen hat, ist nicht spurlos an Nintendo vorübergegangen. Zum ersten Mal in der Firmengeschichte überhaupt, hat Nintendo Co Ltd (WKN: 864009) im vergangenen Geschäftsjahr 2011/2012 einen operativen Verlust ausweisen müssen. Dies soll sich im laufenden Fiskaljahr 2013 wieder ändern.

Unternehmen muss Nintendo 3DS mit Verlust verkaufen
Nintendo President Satoru Iwata sieht für die Misere vor allem drei Faktoren verantwortlich. Zum einen der Konsolenzyklus, der sich dem Ende nähert und viele Konsumenten auf die neue Generation von Spielekonsolen warten. Zum anderen macht der Manager auch die allgemein schwierige Wirtschaftslage und den starken Yen für die schlechten Zahlen verantwortlich. Gegenüber der englischen Independent verweist Iwata aber auch auf hausgemachte Probleme, wie zum Beispiel die schwache Akzeptanz der Handheld-Konsole 3DS, die Nintendo zu einer Preissenkung zwang. Der Grund: Durch die Preissenkung um etwa ein Drittel verkaufen die Japaner die Nintendo 3DS unter den Herstellungskosten, also mit Verlust.

Nintendo 3DS XL soll für steigende Umsätze und schwarze Zahlen sorgen
Diese Probleme will Nintendo in diesem Jahr beheben. Zunächst soll im nächsten Monat die Nintendo 3DS XL auf den Markt kommen, die ein 90 Prozent größeres Display besitzt. Anders als der Vorgänger, soll die Nintendo 3DS XL nicht mit einem Verlust verkauft werden, so Iwata. Durch die Preissenkung im vergangenen Jahr erfreut sich die Nintendo 3DS großer Beliebtheit. Allein in den USA konnte Nintendo inzwischen fünf Millionen Einheiten seiner 3D-Handheld-Konsole absetzen. Dementsprechend groß sind die Hoffnungen auf die kommende Nintendo 3DS XL, die Ende Juli in Japan und Europa und Mitte August in Nordamerika für 199 US-Dollar auf den Markt kommen soll.

Analyst: Preis der Nintendo Wii U entscheidend für den Erfolg
Zum anderen will Nintendo noch in diesem Jahr seine neue Spielekonsole Wii U auf den Markt bringen. US-Medienberichten zufolge dürfte der Wii-Nachfolger im November in den Handel kommen, der Preis steht bislang aber noch nicht fest. Wedbush Morgan Analyst Michael Pachter ist der festen Überzeugung, dass Nintendo seine Konsole unter 300 US-Dollar verkaufen muss, soll sich die Konsole gegenüber der Übermacht von Tablet PCs im Spielemarkt durchsetzen.

Kurzportrait

Die im japanischen Kyoto ansässige Nintendo Co Ltd. gilt nicht nur als eine der ältesten, sondern auch als eine der erfolgreichsten Unternehmen im Bereich Konsolenspiele. Nintendo zeichnet für so bekannte Marken wie dem Game Boy, sowie die Charaktere Super Mario, Donkey Kong und Pokémon verantwortlich. Insgesamt verkaufte Nintendo bis zum Jahr 2010 weltweit mehr als 565 Millionen Hardware-Geräte sowie 3,4 Milliarden Software-Titel.

Erstmals tauchte der Name Nintendo im Jahre 1933 auf, als die Yamauchi Nintendo & Co gegründet wurde. Die Umbenennung in Nintendo erfolgte dann im Jahr 1963 als das Unternehmen nicht nur Spielekarten, sondern auch ganze Spiele zu produzieren begann. Der Durchbruch gelang dem Unternehmen im Jahr 1989 als Nintendo mit dem Game Boy den erfolgreichsten Taschenspiel-Computer auf den Markt brachte. Der Game Boy schlug so gewaltig am Markt ein, so dass Nintendo im Jahr 2000 bereits mehr als 100 Millionen verkaufte Einheiten melden konnte.

Die Einführung der Nintendo 64 im Jahre 1996 und des Nintendo GameCube im Jahr 2004 waren anschließend die weiteren Meilensteine in der Firmengeschichte der Japaner. Mit der Einführung der portablen Konsole Nintendo DS gelang den Japanern im Jahr 2004 erneut ein Überraschungserfolg. Ebenso überraschend schlug auch die aktuelle Konsole der Japaner, die Nintendo Wii, am Markt ein. Nachdem die Wii im Herbst 2006 auf den Markt kam, setzte sich Nintendo damit innerhalb weniger Monate an die Spitze der Verkaufscharts. Inzwischen steht mit der Nintendo DSi der Nachfolger der portablen Spielekonsole in den Startlöchern. Die Nintendo DS verkaufte sich inzwischen mehr als 100 Millionen Mal weltweit. Im März 2011 brachte Nintendo mit der Nintendo 3D eine portable 3D-Gaming-Konsole auf den Markt, mit der 3D-Bilder ohne 3D-Brille brachtet werden können.

Insgesamt operiert Nintendo heute aus zwei Geschäftsbereichen heraus. Der Freizeit-Equipment-Bereich umfasst das Segment mit der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von portablen und nicht portablen Konsolen sowie Spiele für diese Konsolen-Systeme. Der zweite Geschäftsbereich beschäftigt sich vornehmlich mit dem Verkauf von Poker- und Karuta-Karten sowie der Vermarktung von Pokèmon-Produkten und dem damit verbundenen geistigem Eigentum. Nintendo unterhält weltweit 21 Tochterfirmen, darunter auch die US-Tochter Nintendo of America.

Zahlen

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2012/2013 meldete Nintendo einen Umsatzeinbruch auf 647,6 Mrd. Yen, nach Einnahmen von über einer Mrd. Yen im Jahr vorher. Dabei entstand ein Fehlbetrag von 43,2 Mrd. Yen bzw. 400 Mio. Euro. Im Jahr vorher hatte Nintendo noch einen Gewinn von 77,6 Mrd. Yen erwirtschaftet.

Der Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit war mit 94,95 Mrd. Yen negativ. Insgesamt konnte Nintendo das Geschäftsjahr 2011/2012 mit Barreserven von 407,19 Mrd. Yen beenden.

Meldung gespeichert unter: Nintendo

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