Neun von zehn jungen Deutschen haben Web-Zugang

Donnerstag, 18. September 2008 11:04
BITKOM

- Junge Generation bestens mit Internet und E-Mail ausgestattet

- Beliebt sind Sofortnachrichten, Online-Fotoalben und Foren

- Mädchen und Jungs nutzen das Netz unterschiedlich

- BITKOM gibt Internet-Tipps zum Kindertag am 20. September

Berlin, 18. September 2008

Die junge Generation ist gut vernetzt: 87 Prozent der Deutschen zwischen 14 und 29 Jahren haben einen PC mit Internet-Zugang. Das hat eine repräsentative Studie im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM ergeben. „Jugendliche und junge Erwachsene nutzen das Netz am intensivsten“, kommentierte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer die Daten. Zum Vergleich: In der Bevölkerung ab 30 Jahren verfügen nur 54 Prozent der Deutschen über einen Internet-PC.

Auch mit E-Mail-Adressen sind die Jüngeren besser ausgestattet. 45 Prozent haben bereits zwei oder mehr elektronische Postfächer. Die E-Mail hat einen festen Platz im Alltag. Mehr als die Hälfte der jungen Internet-Nutzer rufen ihre privaten Mails mindestens einmal täglich ab, jeder sechste sogar mehrmals am Tag. Die digitale Post bedeutet für die junge Generation vor allem einen Gewinn an Flexibilität und Lebensqualität. Das sagen jeweils neun von zehn Anwendern (92 bzw. 91 Prozent). Die E-Mail-Nutzer zwischen 14 und 29 schätzen aber auch ein Plus an Information und Unterhaltung (84 bzw. 69 Prozent).

In der jungen Generation zwischen 10 und 29 Jahren besonders beliebte Internet-Aktivitäten sind darüber hinaus Sofortnachrichten über das Web (Instant Messages), das Einstellen von Fotos im Netz, die Beteiligung an Diskussionsforen und Internet-Telefongespräche. Das geht aus einer weiteren Studie des BITKOM hervor. Gerade für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren ist Online-Kommunikation selbstverständlich: 94 Prozent der Mädchen und 86 Prozent der Jungen nutzen Sofortnachrichtendienste (Messenger) und andere Kommunikationsplattformen. Auch beim Einstellen von Fotos haben die Mädchen die Nase vorn: 72 Prozent von ihnen veröffentlichen Bilder, während das nur 40 Prozent der Jungen tun. Jungs wiederum diskutieren in Foren deutlich intensiver als Mädchen (43 gegenüber 11 Prozent) und telefonieren häufiger übers Internet (35 gegenüber 22 Prozent). „Sowohl Mädchen als auch Jungen nutzen das Web intensiv“, erklärt BITKOM-Präsident Prof. Scheer, „aber sie haben sehr unterschiedliche Interessen.“

Zum Kindertag, der in vielen Bundesländern am 20. September gefeiert wird, einige Web-Tipps des BITKOM für junge Nutzer und deren Eltern:

1. Privatsphäre

Gerade für Jugendliche ist im Internet das richtige Maß an Privatsphäre wichtig. Im täglichen Leben würden die meisten Menschen Unbekannten kaum ihr Privatleben offenbaren. Auch im Web haben es die Nutzer selbst in der Hand, den Zugang zu privaten Infos zu beschränken. In Online-Netzwerken (Communitys) lässt sich meist zwischen Freunden und Fremden unterscheiden. Bekannte haben Zugriff auf die neuesten Fotos, andere nicht. Gleiches gilt für persönliche Kontaktdaten oder Infos zum eigenen Freundeskreis. Frei zugängliche Partyfotos im Netz können zum Beispiel bei der späteren Bewerbung um einen Job schaden.

2. Kinderschutz im Betriebssystem

Kinder sollen das Internet auf eigene Faust entdecken können, aber vor möglichen Gefahren geschützt werden. In einem ersten Schritt können Eltern dafür die Internet-Einstellungen des PCs verändern. Manche Betriebssysteme und Web-Programme (Browser) bieten Filter gegen Gewalt- und Sex-Darstellungen. Wichtig: Eltern sollten im PC für ihr Kind ein eigenes Nutzerprofil (Benutzerkonto) anlegen, wo es diese Filter nicht einfach selbst entfernen kann. Abhängig von Betriebssystem und Web-Software ist es auch möglich, für Kinder eigenhändig eine Positivliste mit Webseiten anzulegen. Dann kann das Kind nur auf diesen ausgewählten Seiten surfen. Dafür müssen Eltern mehr Zeit einplanen.

3. Kinderschutz mit spezieller Software

Jugendgefährdende Inhalte lassen sich besonders effizient mit einer speziellen Kinderschutz-Software herausfiltern. Ein solches Programm können Eltern zum Beispiel auf der Seite www.fragfinn.de kostenlos herunterladen. Es arbeitet mit den Betriebssystemen Windows XP und Windows Vista zusammen und schafft einen geschützten Surf-Raum für Kinder. Die jüngsten Nutzer können dann nur Webseiten lesen, die von Medienpädagogen anhand strenger Kriterien geprüft wurden. Dieser Surf-Raum umfasst derzeit 4.200 Internet-Domains mit 30 Millionen einzelnen Webseiten. Die Initiative wird von der Bundesregierung, großen Unternehmen, dem BITKOM und anderen Verbänden getragen. Zudem bieten kommerzielle Anbieter Jugendschutz-Software an.

4. Kinder- und Jugendportale: Fragfinn und Internauten

Die Seite www.fragfinn.de bietet nicht nur eine Kinderschutz-Software, sondern ist auch ein jugendgerechtes Portal zum Internet. So gibt es eine Suchmaschine, Nachrichten und Surf-Tipps. Ein weiteres pädagogisch aufbereitetes Angebot ist das Portal www.internauten.de. Es gehört zur Initiative „Deutschland sicher im Netz“, die ebenfalls vom BITKOM unterstützt wird. Surf-Tipps bietet auch andere Seiten (siehe unten).

5. Lesezeichen und Startseite

Besonders Kindern im Grundschulalter hilft es, wenn die Eltern ihnen im Internet-Programm eine Liste mit Web-Lesezeichen (Favoriten) anlegen. Dort können besonders geeignete Spiel- oder Lernwebseiten gespeichert werden. Auch eine Standard-Startseite für Internetsitzungen lässt sich im Browser einstellen. Dafür eignet sich das Lieblings-Portal des Kindes.

6. Erfahrungsaustausch

Wichtig ist, gerade mit jüngeren Kindern über Erlebnisse im Internet zu sprechen. Eltern können Tipps geben und so die Medienkompetenz ihrer Kinder fördern. Zum Beispiel können sie jungen Surfer dabei unterstützen, den Wahrheitsgehalt von Informationen im Web zu prüfen. Eltern sollten sich aber nicht nur für Inhalte von Webseiten interessieren, sondern auch für Erfahrungen ihrer Kinder mit anderen Nutzern – etwa beim Chat, in Netzwerken oder Online-Spielen. So können Eltern erkennen, ob ihre Kinder möglicherweise von anderen Nutzern belästigt werden. Kinder sollten nur an moderierten Chats teilnehmen.

7. Zeitbegrenzung

PC und Internet gehören heute selbstverständlich zum Leben von Kindern und Jugendlichen. Andere Hobbys und Schule oder Ausbildung dürfen aber nicht auf der Strecke bleiben. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern auf einen gesunden Freizeit-Mix achten – und bei Bedarf Grenzen setzen, wie intensiv der heimische Internetzugang genutzt werden darf. Je nach Betriebssystem oder durch Zusatz-Software lässt sich auch eine Zeitbegrenzung am PC einstellen.

8. Urheberrecht

Musik, Fotos, Filme und andere Web-Inhalte dürfen nicht beliebig weiterverwendet werden. Wer illegal Musik herunter lädt oder anbietet, dem drohen hohe Strafen – ab einem Alter von 14 Jahren. Eltern können Schadenersatzklagen drohen. Deshalb sollten sie mit ihren Kindern über das Urheberrecht sprechen und Web-Aktivitäten bei Bedarf kontrollieren. 

Weitererführende Infos und Angebote gibt es u.a. auf folgenden Seiten:

www.blinde-kuh.de (Suchmaschine)

Meldung gespeichert unter: BITKOM

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