Neue Chance für Zynga - Microsoft-Manager soll es richten

Don Mattrick soll Zynga aus der Misere führen

Mittwoch, 3. Juli 2013 12:44
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(IT-Times) - Neue Hoffnung für den gestrauchelnden Social-Spielentwickler Zynga. Der frühere Xbox-Chef Don Mattrick soll den einst führenden Social-Spielentwickler wieder auf die Gewinnerstraße führen. Der 49-jährige Microsoft-Manager löst den glücklosen Zynga-Gründer Mark Pincus ab, der sich in der Rolle des Chairman künftig wieder stärker neuen Produkten widmen kann.

Die vergangenen zwei Jahre waren für Zynga (Nasdaq: ZNGA, WKN: A1JMFQ) ein Albtraum. Seit dem Börsengang im Jahr 2011 verloren die Papiere rund 70 Prozent an Wert. Nur langsam erholt sich der Social-Gaming-Entwickler von den Tiefschlägen. Trauriger Höhepunkt: Zynga musste zuletzt die Position als führender Facebook-Spielentwickler an den Konkurrenten King.com (Candy Crush) abtreten. Zynga hatte diese Marktposition fünf Jahre inne.

Hardcore-Gamer soll Zynga wieder zu neuem Glanz verhelfen
Investoren und Marktbeobachter erwarten nun viel vom neuen Mann an der Führungsspitze von Zynga. Don Mattrick gilt selbst als Hardcore-Gamer und hat mit 17 Jahren sein erstes Gaming-Startup gegründet und später erfolgreich an Electronic Arts (EA) für elf Mio. US-Dollar verkauft.

Gleichzeitig zeichnete Mattrick für den Erfolg der Xbox 360 Spielekonsole und des Xbox Live Online-Spieleservice als Leiter der Entertainment Division mitverantwortlich. Dennoch sind nicht alle Analysten zuversichtlich, dass Mattrick der richtige Mann für Zynga ist.

Zyngas Zukunft liege im Bereich Mobile-Games, so der allgemeine Tenor aus dem Analystenlager. Dies ist ein Bereich, in dem Mattrick bislang nicht allzu viel Erfahrung vorweisen kann. Zudem sieht sich Zynga hier Spezialisten wie Rovio (Angry Birds) gegenüber, dies sich bereits erfolgreich etabliert haben.

Zynga kann Facebook-Erfolg nicht auf Smartphones und Tablets übertragen
Bislang hat es Zynga nicht geschafft, den Erfolg im Social-Spielebereich auf Smartphones und Tablets zu übertragen. Dies dürfte die Hauptaufgabe des neuen Zynga-Chefs sein, will das Unternehmen im Spielemarkt weiter mitspielen.

Der Erfolg im Mobile-Spielemarkt dürfte mitentscheidend für die Zukunft von Zynga sein, wird die Anzahl der Smartphone-Gamer in 2013 voraussichtlich um 18 Prozent auf knapp 126 Millionen klettern (Quelle: eMarketer).

Gänzlich unrealistisch ist Turnaround nicht. Durch den Börsengang im Jahr 2011 sitzt Zynga immer noch auf Barreserven von mehr als eine Mrd. US-Dollar, die der neue Zynga-Chef für mögliche Zukäufe ausgeben kann.

Kurzportrait

Die im Jahre 2007 von Mark Pincus gegründete Zynga gilt als führender Anbieter von sogenannten Social-Games, die überwiegend auf Facebook gespielt werden.

Zu den von Zynga betriebenen Games gehören unter anderem die populären Spiele wie FarmVille, CityVille, Empires & Allies, Mafia Wars oder Zynga Poker. Der Social-Spielentwickler verzeichnete zuletzt im Schnitt mehr als 200 Millionen aktive Gamer im Monat in über 170 Ländern. Alle von Zynga betriebenen Spiele sind zunächst kostenlos zugänglich, die Spiele finanzieren sich durch Ingame-Verkäufe und den Verkauf von virtuellen Gegenständen und Online-Werbung.

Die Spiele von Zynga sind inzwischen nicht nur auf Facebook, sondern auch auf Mobile-Plattformen wie iOS und Android verfügbar.

In den vergangenen Jahren verstärkte sich Zynga vor allem durch Zukäufe. So wurde im November 2010 der Spielespezialist Newtoy (Words With Friend) übernommen. Anschließend verstärkte sich Zynga durch die Übernahme der japanischen Unoh, die nunmehr unter dem Namen Zynga Japan firmiert. Später kaufte Zynga den Social-Browser Flock. In 2010 schluckte Zynga das Entwicklerstudio Bonfire Studios, welches für die Spiele Age of Empires and Halo Wars verantwortlich zeichnet.

Mitte 2011 schluckte Zynga den in Kanada ansässigen Mobile-Spielentwickler Five Mobile. Dieses Team soll künftig unter dem Namen Zynga Toronto auftreten und für den Ausbau des Geschäfts in Kanada verantwortlich zeichnen. Zuvor hatte Zynga bereits den Social-Game-Entwickler DANN Games geschluckt. Insgesamt tätigte Zynga in den vergangenen zwei Jahren 15 Zukäufe. Im März 2012 kaufte Zynga den Mobile-Spielentwickler OMGPop (Draw Something). Mitte 2013 wurde Spooky Cool Labs übernommen.

Zynga erzielt nahezu seine gesamten Umsatzerlöse über Facebook (über Facebook Credits). An Zynga fließen etwa 70 Prozent der über Facebook erzielten Erlöse zurück. Das Abkommen zwischen Zynga und Facebook läuft im Jahr 2015 aus. Insgesamt beschäftigte Zynga zuletzt mehr als 2.000 Mitarbeiter weltweit.

Meldung gespeichert unter: Microsoft

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