NetApp springt auf den Cloud Computing Zug auf

Montag, 12. April 2010 12:55
NetApp

(IT-Times) - Der US-Speicherhersteller NetApp (Nasdaq: NTAP, WKN: 898173) hat sich in der Vorwoche weiter verstärkt und den Speichersoftwarespezialisten Bycast übernommen. Mit der Übernahme von Bycast baut NetApp sein Produktangebot in vertikalen Märkten wie im digitalen Medienbereich (Web 2.0, Cloud Services) weiter aus.

Analysten und Marktbeobachter sehen NetApp im Bereich Cloud Computing ohnehin bereits als sehr gut positioniert an. Anfang März präsentierte NetApp neue Cloud Computing Management-Tools und Services, wodurch Service-Provider entsprechende Cloud Umgebungen für ihre Firmenkunden errichten können. Die neue Service-orientierte Infrastruktur (SOI) soll Service-Providern eine standardisierte und einheitliche Infrastruktur an die Hand geben, wodurch IT-Administratoren flexibler agieren können.

Cloud Computing: Kooperation mit Asigra und Microsoft
Gleichzeitig schloss NetApp Anfang März eine Kooperation mit dem Spezialisten Asigra, um integrierte Cloud Backup- und Recovery-Lösungen für Service-Provider anzubieten. Die entsprechenden Backup-Lösungen sollen auf der NetApp SOI-Plattform laufen und damit die Sicherheit von großen Datenmengen gewährleisten, die in Cloud Umgebungen abgelegt sind.

Die Partnerschaft mit Asigra folgt einer Kooperationsvereinbarung mit Microsoft Anfang Dezember 2009. Durch ein neues 3-Jahresabkommen wollen Microsoft und NetApp die technische Integration von Lösungen im Bereich Cloud Computing, Virtualisierung und Daten-Management sicherstellen. Die Kooperation umfasst die Integration von Anwendungen, die auf Windows Server 2008 R2, Microsoft Hyper-V Server 2008 R2 und Microsoft Systems Center laufen mit NetApp-Speichersystemen.

FCoE: NetApp kooperiert mit Emulex, VMware und Brocade
Neben dem Vorstoß im Bereich Cloud Computing baute NetApp zuletzt seine führende Stellung im Markt für Fibre Channel over Ethernet (FCoE) weiter aus. Durch die neu geschlossenen Partnerschaften mit Emulex, VMware und Brocade wird NetApp künftig auch konvergente Netzwerk-Adapter aus dem Hause Emulex vermarkten und zudem auch VMware vSphere 4 in FCoE-Umgebungen unterstützen. Ferner führt NetApp auch neue Data Center Bridging (DCB) Version für den Brocade 8000 Switch des US-Herstellers ein.

Die Grundlage für FCoE bildet die 10 Gigabit Ethernet (10GbE) Technik. Als Pionier und Marktführer bei 10GbE-Speicher hat NetApp bereits nahezu 14.000 10GbE-Ports seit Markteinführung in 2006 zur Auslieferung bringen können, wobei durch den Technologieboom die Auslieferzahlen in den vergangenen sieben Monaten um 85 Prozent gestiegen seien, heißt es bei NetApp…

Kurzportrait

Die in Sunnyvale/Kalifornien ansässige NetApp, früher bekannt unter dem Namen Network Appliance, gilt als großer Herausforderer des übermächtig erscheinenden Speichergiganten EMC. Als Pionier im Bereich Server-Software und Speicher für Unix- und Windowssysteme konnte sich das Unternehmen in der Vergangenheit bereits einen Namen machen. Der Speicherspezialist bietet jedoch nicht nur entsprechende Hardware, sondern auch Software und Netzwerk-Tools an. Diese basieren auf dem Betriebssystem Data ONTAP.

Datenmanagement-Software sowie Backup- und Disaster-Recovery-Systeme sollen das Hard- und Softwareangebot von NetApp ergänzen. Im Frühjahr 2004 konnte NetApp die Übernahme von Spinnaker Networks erfolgreich zum Abschluss bringen und damit seine Storage-Grid-Architektur weiter stärken. Mitte 2005 übernahm NetApp den Sicherheitsspezialisten Decru. In 2006 verkaufte NetApp sein NetCache-Geschäft an Blue Coat Systems. Anschließend übernahm NetApp den Softwarespezialisten Topio. Anfang 2008 wurde der Software-Spezialist Onaro aufgekauft. Im Frühjahr 2010 übernahm NetApp den Speichersoftwarehersteller Bycast.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Europa und Asien. Dabei spielt der europäische und asiatische Markt zunehmend eine stärkere Rolle als Absatzgebiet, während das Unternehmen in der Vergangenheit etwa 70 Prozent seiner gesamten Umsätze durch das US-Geschäft erwirtschaftete. Das Hardwaregeschäft trägt die Mehrheit der Umsatzerlöse, wobei das wachsende Servicegeschäft zuletzt mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz beisteuerte.

Zu den namhaften Kunden, welche auf Hard- und Software aus dem Hause NetApp setzen, zählen unter anderem der Telekomriese AT&T, Bechtel Group, der Autohersteller Ford, Audi, Verizon als auch Technologiefirmen, wie Cisco Systems und Texas Instruments. Als einer der größten Zulieferer fungiert der Speicherspezialist Xyratex.

Strategische Partnerschaften bestehen unter anderem mit Agfa, Symantec, McData, FileNet, Fujitsu und Veritas. Mit mehr als 23.000 installierten Systemen weltweit und einem umfassenden Vertriebsnetz ist die Gesellschaft heute in mehr als 70 Ländern weltweit vertreten.

Zahlen

Für das vergangene Januarquartal meldet NetApp einen Umsatzanstieg auf 1,01 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 746 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei verdiente das Unternehmen 108 Mio. Dollar oder 30 US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Verlust von 82 Mio. Dollar oder 25 US-Cent je Aktie anfiel.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte NetApp im jüngsten Quartal einen Gewinn von 144 Mio. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie erwirtschaften, nach einem operativen Plus von 93 Mio. Dollar in der Vorjahresperiode. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt nur mit Einnahmen von 954,5 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 38 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Meldung gespeichert unter: Cloud Computing

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