NetApp profitiert vom Cloud Computing Boom - weitere Zukäufe geplant

Mittwoch, 22. Juni 2011 13:52
NetApp

(IT-Times) - Der weltweit zweitgrößte Speicherhersteller NetApp (Nasdaq: NTAP, WKN: 898173) will auch im laufenden Fiskaljahr 2012 weiter auf Einkaufstour gehen, nachdem NetApp zu Jahresbeginn mit Akorri Networks und der LSI-Sparte Engino zwei Zukäufe getätigt hat.

Die Akquisitionsstrategie soll weiter fortgeführt werden, wobei insbesondere Unternehmen im Vordergrund stehen, die NetApp einen strategischen Vorteil einräumen, stellt NetApp-Chef Tom Georgens klar. NetApp habe zwar eher kleinere Zukäufe im Auge, so der NetApp-Lenker, der aber auch einen größeren Zukauf nicht ausschließen will.

Cloud Computing kurbelt Nachfrage nach Speicherlösungen an
Der Grund für das starke Wachstum in der Speicherindustrie ist der Trend hin zu Cloud Computing und Virtualisierung. Hightech-Schwergewichte wie Google, Apple, Amazon.com und Microsoft verlagern ihre Geschäftsoperationen und Kundenangebote zunehmend in die Cloud. Um die enormen Datenmengen sicher zu verwahren, sind intelligente und hochmoderne Speicherlösungen notwendig, wovon Hersteller wie die beiden Marktführer EMC und NetApp proftieren.

Die starke Nachfrage überforderte zuweilen das NetApp-Management, so dass der Speicherhersteller zu Jahresbeginn noch mit Lieferengpässen bei Komponenten zu kämpfen hatte. Diese Probleme seien aber inzwischen gelöst, heißt es aus dem Management.

NetApp gewinnt weiter Marktanteile
Trotz der Schwierigkeiten habe man im jüngsten Fiskaljahr 2011, welches im April zu Ende gegangenen ist, die größten Marktanteilszugewinne seit der Firmengeschichte verbucht, so Georgens. Der Manager geht davon aus, dass NetApp auch künftig weiter Marktanteile gewinnen wird, wächst man derzeit etwa 2,5 bis drei Mal schneller als der Marktdurchschnitt.

Übernahme von Engenio eröffnet neue Chancen
Auch bei der Investmentbank Credit Suisse ist man zuversichtlich. Positiv bewertet Credit Suisse Analyst Deepak Sitaraman die jüngste Übernahme von Engenio, die sich NetApp rund 480 Mio. US-Dollar kosten ließ. Zwar sorgte der Zukauf zunächst für Verunsicherung unter den Investoren, Sitaraman verweist aber auch auf die Chancen der Übernahme. NetApp könne durch die Akquisition den Markt für hohe Arbeitsvolumina jenseits der ONTAP OS Roadmap angehen, einem Markt, den Sitaraman langfristig auf fünf Mrd. US-Dollar taxiert.

Sowohl NetApp als auch EMC sieht Sitaraman in einer guten Position, weiter Marktanteile auf Kosten von traditionellen Speicherherstellern wie IBM, Dell und HP zu gewinnen, da diese sich zuletzt mit Investitionen in Forschung und Entwicklung zurückgehalten haben. EMC und NetApp haben sich hingegen, auch durch die jüngsten Zukäufe, einen technologischen Wettbewerbsvorteil erkämpft, der sich schon in den nächsten Quartalen positiv auf der Bilanzseite bemerkbar machen dürfte...

Kurzportrait

Die in Sunnyvale/Kalifornien ansässige NetApp, früher bekannt unter dem Namen Network Appliance, gilt als großer Herausforderer des übermächtig erscheinenden Speichergiganten EMC. Als Pionier im Bereich Server-Software und Speicher für Unix- und Windowssysteme konnte sich das Unternehmen in der Vergangenheit bereits einen Namen machen. Der Speicherspezialist bietet jedoch nicht nur entsprechende Hardware, sondern auch Software und Netzwerk-Tools an. Diese basieren auf dem Betriebssystem Data ONTAP.

Datenmanagement-Software sowie Backup- und Disaster-Recovery-Systeme sollen das Hard- und Softwareangebot von NetApp ergänzen. Im Frühjahr 2004 konnte NetApp die Übernahme von Spinnaker Networks erfolgreich zum Abschluss bringen und damit seine Storage-Grid-Architektur weiter stärken. Mitte 2005 übernahm NetApp den Sicherheitsspezialisten Decru. In 2006 verkaufte NetApp sein NetCache-Geschäft an Blue Coat Systems. Anschließend übernahm NetApp den Softwarespezialisten Topio. Anfang 2008 wurde der Software-Spezialist Onaro aufgekauft. Im Frühjahr 2010 übernahm NetApp den Speichersoftwarehersteller Bycast. Nach der Übernahme von Akorri Networks Anfang 2011, übernahm NetApp die LSI-Sparte Engino für 480 Mio. Dollar.

Das Unternehmen vertreibt seine Produkte nicht nur in Nordamerika, sondern auch in Europa und Asien. Dabei spielt der europäische und asiatische Markt zunehmend eine stärkere Rolle als Absatzgebiet, während das Unternehmen in der Vergangenheit etwa 70 Prozent seiner gesamten Umsätze durch das US-Geschäft erwirtschaftete. Das Hardwaregeschäft trägt die Mehrheit der Umsatzerlöse, wobei das wachsende Servicegeschäft zuletzt mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz beisteuerte.

Zu den namhaften Kunden, welche auf Hard- und Software aus dem Hause NetApp setzen, zählen unter anderem der Telekomriese AT&T, Bechtel Group, der Autohersteller Ford, Audi, Verizon als auch Technologiefirmen, wie Cisco Systems und Texas Instruments. Als einer der größten Zulieferer fungiert der Speicherspezialist Xyratex.

Strategische Partnerschaften bestehen unter anderem mit Agfa, Symantec, McData, FileNet und Fujitsu. Mit mehr als 23.000 installierten Systemen weltweit und einem umfassenden Vertriebsnetz ist die Gesellschaft heute in mehr als 70 Ländern weltweit vertreten.

Zahlen

Für das vergangene Aprilquartal meldet NetApp einen Umsatzanstieg um 22 Prozent auf 1,43 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 1,17 Mrd. Dollar im Jahr vorher. Der Nettogewinn kletterte dabei um elf Prozent auf 161 Mio. US-Dollar oder 40 US-Cent je Aktie, nach einem Profit von 145 Mio. Dollar oder 40 US-Cent je Aktie in der Vorjahresperiode.

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