Nemetschek sieht sich wieder im Aufwind

Donnerstag, 3. Dezember 2009 13:29
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(IT-Times) - Die Aktien des Planungssoftwareherstellers Nemetschek AG (WKN: 645290) legten seit Juli dieses Jahres um knapp 80 Prozent zu, nachdem die Krise in der Bauindustrie den Softwareanbieter aus München nicht so stark getroffen hat, wie befürchtet.

Zwar musste Nemetschek im vergangenen dritten Quartal 2009 einen Umsatzrückgang von elf Prozent hinnehmen, die operative Gewinnmarge konnte das Unternehmen jedoch nahezu stabil bei 19,8 Prozent halten. Für das laufende Gesamtjahr 2009 rechnet Nemetschek zwar mit einem Umsatzrückgang um zehn Prozent, im nachfolgenden Geschäftsjahr 2010 könnte es dagegen schon wieder aufwärts gehen.

Hintergrund sind die Konjunkturprogramme der deutschen und amerikanischen Regierung, wobei entsprechende Gelder insbesondere auch in Infrastrukturprojekte fließen sollen. Wird wieder mehr gebaut, steigt auch die Nachfrage nach entsprechender Bau-Planungssoftware wieder.

Um das Geschäft zu forcieren, hat Nemetschek zur Jahresmitte einen neuen Service vorgestellt, wodurch Bauplaner den Durchblick im aktuellen Fördermitteldschungel behalten sollen. Dies soll durch eine umfangreiche Fördermitteldatenbank in Allplan 2009 möglich sein, die dem Anwender eine Vielzahl von Förderprogrammen von Bund, Ländern und Gemeinden aufzeigt.

Nemetschek erteilt Übernahmefantasien eine Absage
Auch sonst kann Nemetschek auf eine positive Entwicklung in den vergangenen Monaten zurückblicken. Die Nettoverschuldung wurde auf 13 Mio. Euro zurückgefahren, wobei der Softwarehersteller im Jahr 2009 seine Schulden vollständig abbauen will. Die liquiden Mittel haben sich zuletzt auf 26,7 Mio. Euro erhöht, womit sich für Nemetschek ein entsprechender Spielraum für Zukäufe ergibt.

Diesen will das Unternehmen laut Nemetschek-Vorstandssprecher Ernst Homolka auch nutzen. Man sehe sich als Konsolidierer in der Branche und denke über Akquisitionen nach, so Homolka. Spekulationen, wonach Nemetschek durch ein größeres Softwarehaus übernommen werden könnte, erteilte der Sprecher eine Absage. Vielmehr will Nemetschek weiter eigenständig bleiben, so Homolka gegenüber dem Anlegermagazin Der Aktionär

Kurzportrait

Das auf Bausoftware spezialisierte Unternehmen Nemetschek mit Sitz in München wurde ursprünglich im Jahr 1963 von Prof. Georg Nemetschek als Ingenieurbüro gegründet. Seit 1977 bietet das Unternehmen Software für die AEC-Branche (Architecture, Engineering, Construction) an. Flagschiffprodukt des Unternehmens ist die CAD-Software Allplan.

In den vergangenen Jahren baute Nemetschek seine Geschäftsbereiche sukzessive aus. Heute bietet das Unternehmen nicht nur Software für Architekten, Ingenieure und für die Immobilienwirtschaft an, sondern auch für den Multimediabereich. Dieser Ausbau wurde insbesondere durch verschiedene Zukäufe erreicht. So wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Firmen wie die Diehl Graphsoft (Nemetschek North America) und die Mehrheit an der MAXON Computer GmbH hinzugekauft. Mit der Friedrich+Lochner, Glaser ISB-CAD, IBD, Henke und Partner GmbH, sowie der Speedware GbmH wurden weitere Firmen übernommen. Im Jahr 2006 übernahm Nemetschek dann die ungarische Graphisoft sowie SCIA International BV.

Mit den Marken Allplan, ArchiCAD, VectorWorks, Scia, Frilo und Glaser sieht sich Nemetschek als einer der marktführenden Anbieter von AEC-Softwarelösungen in Deutschland und in Europa. Mit der Marke Maxon bedient Nemetschek den Markt für Animations- und Visulisierungslösungen.

Das Unternehmen, dessen Produkte eigenen Angaben zufolge bei mehr als 270.000 Unternehmen in 142 Ländern im Einsatz sind, beschäftigte zuletzt mehr als 1.100 Mitarbeiter. Zu den namhaften Kunden der Gesellschaft gehören unter anderem Firmen und Ingenieurbüros wie Daimler, sowie Kohlhoff + Kohlhoff, Steidle + Partner Architekten BDA, ABB Architekten sowie Kleihues & Kleihues. Nemetschek wagte im Jahr 1999 den Sprung aufs Börsenpaket.

Zahlen

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres erzielte Nemetschek einen Umsatz von 96,9 Mio. Euro, ein Rückgang von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr (109 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss sank allerdings von 9,4 Mio. Euro im Vorjahr auf nunmehr 6,5 Mio. Euro. Das EBITDA summierte sich dabei auf 18,9 Mio. Euro.

Meldung gespeichert unter: Nemetschek

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