Nemetschek reitet auf der Öko-Welle

Dienstag, 12. Mai 2009 12:46
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(IT-Times) - Die Aktien des Planungssoftwareherstellers Nemetschek AG (WKN: 645290) legten seit April um zeitweise mehr als 80 Prozent zu. Hintergrund ist unter anderem der positive Ausblick bei den Gewinnmargen. Zwar dürfte der Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich zwischen fünf und zehn Prozent zurückgehen, dennoch will das Unternehmen seine EBITDA-Marge stabil bei rund 20 Prozent halten - eine gute Nachricht in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld.

Allplan 2009 soll Grundlage für weiteres Wachstum legen
Daneben stellte Nemetschek Ende April mit Allplan 2009 seine neueste Planungssoftware für Architekten und Projektbetreiber vor. Neben Werkzeugen für Sanierungs- und Umbauplanung, kommt die neue Software mit weitergehenden Funktionen zur Umsetzung von Photovoltaik- und solarthermischen Anlagen daher. Damit trägt Nemetschek einem neuen Trend Rechung, bei dem zunehmend ökologische und energieeffiziente Bauweisen im Vordergrund stehen.

Insbesondere solarthermische Anlagen in Kombination mit einer Öl- oder Pelletsheizung erfreuen sich inzwischen großer Beliebtheit. Die „Abwrackprämie“ auf Altheizungen trägt ihren Teil dazu bei, dass Solarwärme bei immer mehr Gebäuden zum Einsatz kommt, schließlich erhalten Eigenheimbesitzer je nach Anlagengröße einen bis zu vierstelligen Zuschuss auf die Investitionskosten.

Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben
Auch mit dem optional erhältlichen Modul Energieausweis liefert Nemetschek gleich ein wichtiges Tool mit, durch das energietechnische und ökologische Bewertungen möglich sind. Der Energieausweis ist für Neubauten und Erweiterungsbauten inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Wer beim Verkauf oder bei der Neuvermietung von Wohnungen und Gebäuden keinen oder unvollständigen Energieausweis vorlegt, dem drohen Bußgelder von bis zu 15.000 Euro.

Daneben kommt Allplan 2009 mit einer speziellen Funktion für Holzbauwerke daher. Das Holzhaus wird bei vielen Menschen immer beliebter, sind so erstellte Häuser nicht nur besonders umweltfreundlich, sie bieten auch einen überdurchschnittlichen Wärmeschutz. Während Holzhäuser im Winter Heizkosten sparen helfen, ist das Holzhaus im Sommer angenehm kühl. Hinzu kommen die kürzeren Bauzeiten bei Holzhäusern.

Fazit: Analysten wie die Experten der WestLB glauben, dass Nemetschek mit der neuen Software den Zahn der Zeit getroffen hat und empfehlen den Titel mit einem Kursziel von 15 Euro zum Kauf.

Kurzportrait

Das auf Bausoftware spezialisierte Unternehmen Nemetschek mit Sitz in München wurde ursprünglich im Jahr 1963 von Prof. Georg Nemetschek als Ingenieurbüro gegründet. Seit 1977 bietet das Unternehmen Software für die AEC-Branche (Architecture, Engineering, Construction) an. Flagschiffprodukt des Unternehmens ist die CAD-Software Allplan.

In den vergangenen Jahren baute Nemetschek seine Geschäftsbereiche sukzessive aus. Heute bietet das Unternehmen nicht nur Software für Architekten, Ingenieure und für die Immobilienwirtschaft an, sondern auch für den Multimediabereich. Dieser Ausbau wurde insbesondere durch verschiedene Zukäufe erreicht. So wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Firmen wie die Diehl Graphsoft (Nemetschek North America) und die Mehrheit an der MAXON Computer GmbH hinzugekauft. Mit der Friedrich+Lochner, Glaser ISB-CAD, IBD, Henke und Partner GmbH, sowie der Speedware GbmH wurden weitere Firmen übernommen. Im Jahr 2006 übernahm Nemetschek dann die ungarische Graphisoft sowie SCIA International BV.

Mit den Marken Allplan, ArchiCAD, VectorWorks, Scia, Frilo und Glaser sieht sich Nemetschek als einer der marktführenden Anbieter von AEC-Softwarelösungen in Deutschland und in Europa. Mit der Marke Maxon bedient Nemetschek den Markt für Animations- und Visulisierungslösungen.

Das Unternehmen, dessen Produkte eigenen Angaben zufolge bei mehr als 270.000 Unternehmen in 142 Ländern im Einsatz sind, beschäftigte zuletzt mehr als 1.100 Mitarbeiter. Zu den namhaften Kunden der Gesellschaft gehören unter anderem Firmen und Ingenieurbüros wie Daimler, sowie Kohlhoff + Kohlhoff, Steidle + Partner Architekten BDA, ABB Architekten sowie Kleihues & Kleihues. Nemetschek wagte im Jahr 1999 den Sprung aufs Börsenpaket.

Zahlen

Im ersten Quartal 2009 belief sich der Umsatz bei Nemetschek auf 33,6 Mio. Euro. Im ersten Quartal 2008 hatte dieser Wert noch bei 36,4 Mio. Euro gelegen, ein Minus von 7,9 Prozent. Zugleich erwirtschaftete Nemetschek in den ersten drei Monaten 2009 ein EBITDA von 7,3 Mio. Euro (Vorjahr: 8,0 Mio. Euro). Ebenfalls rückläufig war das EBIT.

Meldung gespeichert unter: Nemetschek

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