Musik aus dem Netz - am Rande der Legalität

Freitag, 14. August 2009 16:19

(IT-Times) - Spätestens seitdem vor rund zehn Jahren das Filesharing-Programm Napster entwickelt wurde, sucht die Musikindustrie nach Möglichkeiten, die in ihren Augen illegale Verbreitung von Musik im Netz zu bekämpfen. Zuletzt geriet die Torrent-Tracker-Website The Pirate Bay verstärkt in den Fokus. Nicht zuletzt, da das Portal durch eine Übernahme legalisiert werden soll. Käufer: Die schwedische Global Gaming Factory.

Pirate Bay ist bislang als Plattform für Raubkopien von Musiktiteln, Filmen und Software bekannt. Dabei stellen Mitglieder anderen Nutzern kostenlos ihre Daten zur Verfügung. Bereits im April dieses Jahres kam es mit dem Vorwurf der Urheberrechtsverletzung zu einem Prozess in Stockholm gegen Pirate Bay. Gegen das Urteil für vier Verantwortliche, dass sich auf jeweils ein Jahr Haft sowie einen Schadensersatz von 2,7 Mio. Euro belief, wurde unterdessen Berufung eingelegt.

Global Gaming Software plant Zahlungen an Urheber

In diesem Sommer dann übernahm Global Gaming Factory, ein schwedisches Softwareunternehmen, die Tauschbörse für rund 5,5 Mio. Euro. Neben offenen Finanzierungsfragen sollte ursprünglich auch das Konzept des Internetportals verändert werden. Nur wenn der künftige Dienst legal und ohne Verletzung von Urheberrechten angeboten werde, gebe es eine Chance für Pirate Bay. Global Gaming Software (GGF) will künftig Entgeltzahlungen an Lieferanten und Besitzer von Urheberrechten zahlen.

Doch zunächst einmal gilt: Die Bemühungen der Musikindustrie The Pirate Bay zu Fall zu bringen, wollen auch vier Monate nach der Verurteilung der vier Betreiber nicht abreißen. Und so nimmt man nun die Global Gaming Factory ins Visier. Es wird in diesem Kontext mit gerichtlichen Schritten gedroht, sollte sich nichts am Konzept des Unternehmens ändern. Zugleich wird aber auch Unterstützung zugestanden, sollte es gelingen, Lizenzabkommen mit führenden Plattenlabels abzuschließen. Dass die Musikindustrie bestrebt ist, am Verkauf der Torrent-Seite mitzuverdienen, ist dabei keine allzu große Überraschung.

Internetprovider sollen Gelder beisteuern

Die Global Gaming Factroy ist bestrebt, neue Filesharing-Technologien einsetzen, mit denen auch die Rechteinhaber an dem Multimediamaterial eingebunden werden können. So sollen Geschäftsmodelle eingeführt werden, die es Rechteinhabern ermöglicht, für den via Pirate Bay herunter geladenen Content bezahlt zu werden. In einem Gespräch mit der BBC wurde geäußert, dass die Rechteinhaber, die den Content zur Verfügung stellen, ebenso bezahlt werden sollen wie die User, die den Content weiter verteilen. Das nötige Geld sollen die Internetprovider beisteuern.

Die Idee, die dahinter steckt klinkt simpel, wenn man sich einmal die Ausgangssituation vor Augen führt. Aktuell werden nach Berechnungen der Global Gaming Factory rund die Hälfte des Online-Traffics durch Filesharing verursacht. Das ist eine enorme Belastung für die Kapazitäten der Internetprovider. Werden Nutzer entlohnt, dass sie Daten zur Verfügung stellen, entlastet das die Internetprovider, da nicht Millionen User auf die gleiche Datei zugreifen. Für diese Entlastung sollen die Provider Geld zahlen, mit dem die Rechteinhaber und die User, die Dateien zur Verfügung stellen, bezahlt werden.

Meldung gespeichert unter: Filesharing

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