MTS nach Umstrukturierung wieder oben auf

Donnerstag, 30. November 2006 00:00

(IT-Times) Osteuropas größter Mobilfunkanbieter Mobile TeleSystems (NYSE: MBT<MBT.NYS>, WKN: 501757<MKY.FSE>) kann unter neuer Führung im dritten Quartal wieder mit sehr guten Quartalszahlen aufwarten und die Erwartungen des Marktes spürbar übertreffen.

Nachdem der neue MTS-Chef Leonid Melamed das Unternehmen massiv umstrukturiert und im Frühjahr 2006 seine neun Geschäftsbereiche (Gorizont RT, TAIF-TELEKOM, MTS-RTK, Sibchallenge, Tomsk Cellular, BM Telecom, Far East Cellular, Siberia Cellular und Uraltel) in Russland zusammengefasst hat, sprudeln Umsatz und Gewinne wieder. Im Rahmen dessen wurde auch der Personalbestand gestrafft und etwa 2.500 der insgesamt 24.000 Arbeitsplätze seit Jahresbeginn abgebaut, heißt es bei MTS.

Für das Frühjahr 2007 kündigt Melamed auch eine Rebranding-Kampagne in der Ukraine an, in dem das Unternehmen bis dato noch mit zwei verschiedenen Marken operiert. In den Markt hatte sich MTS durch die Übernahme von Ukrainian Mobile Communications (UMC) eingekauft. Das Geschäft außerhalb Russland gilt als eigentlicher Wachstumsmotor des Unternehmens. So betreut MTS über seine Tochter UMC in der Ukraine bereits 16,4 Mio. Mobilfunkkunden, wobei die Einheit seine Erlöse zuletzt auf 415 Mio. Dollar steigern konnte. Der Nettogewinn der Einheit legte um 32 Prozent auf 125 Mio. Dollar zu.

Auch das Geschäft in Usbekistan und Turkmenistan läuft für Russlands Marktführer weiter gut. Die Operationen in den Nachbarstaaten steuerten 10,2 bzw. 5,6 Mio. Dollar zum Nettogewinn bei. Nachdem man sich Ende 2005 durch die mehrheitliche Übernahme von Bitel in Kirgistan eingekauft hatte, verstärkte sich MTS im Juli in Dagestan, einer Region im Süden Russlands. Hier übernahm MTS für 14,7 Mio. Dollar rund 75 Prozent der Anteile an Dagtelecom, einem führenden Anbieter in der Region.

Neben den Zukauf weiterer osteuropäischer Mobilfunkbetreiber, hat sich MTS dazu entschieden, auch eigene Aktien aufzukaufen. So sollen rund zehn Prozent aller ausstehenden ADR-Aktien über einen Zeitraum von 12 Monaten am offenen Markt zurückgekauft werden.

Kurzportrait

Die im Jahre 1993 gegründete und in Moskau ansässige Mobile TeleSystems (MTS) gilt heute mit mehr als 67 Mio. Mobilfunkkunden als größter Mobilfunkanbieter Osteuropas. Das Unternehmen betreut über seine Marken MTS und Jeans nicht nur Kunden in Russlands Metropolen, sondern inzwischen auch in Weißrussland, in Sibirien, Usbekistan, in der Ukraine und in Turkmenistan.

Zurzeit hält MTS Mobilfunklizenzen in über 72 der insgesamt 89 Regionen Russlands. Damit erreicht MTS mit seinen GSM-Lizenzen mehr als 233 Mio. Einwohner. Während sich der Rivale VimpelCom im wesentlichen auf die Metropolen in Moskau und St. Petersburg konzentriert, expandierte MTS frühzeitig in die nicht so dicht besiedelte Regionen des Landes und baute damit seine marktführende Stellung in den letzten Jahren vor allem durch zahlreiche Übernahmen aus. So kaufte MTS allein seit 1998 mehr als ein Dutzend kleinere Mobilfunkanbieter auf. So übernahm MTS unter anderem die lokalen Mobilfunkspezialisten Digital Network of Udmurtia, Uzdunrobita, Primtelefon, sowie Astrakhan Mobile, Uraltel und Volgograd Mobile. Auch ist das Unternehmen durch die Übernahme von Ukrainian Mobile Communications (UMC) auch in der Ukraine vertreten und bietet über seine Tochter Mobile TeleSystems LLC (49%ige Beteiligung) in Weißrussland entsprechende Mobilfunkdienste an. Im Jahr 2005 kaufte sich MTS dann in Turkmenistan durch die mehrheitliche Übernahme von Barash Communications Technologies ein. Ende 2005 wurden dann auch die verbleibenden 46,1 Prozent der Anteile an dem russischen Mobilfunkspezialisten ReCom übernommen. Gleichzeitig kaufte sich MTS in Kirgistan ein und übernahm mit 51 Prozent die Mehrheit an dem Mobilfunkspezialisten Bitel. Im Gegenzug trennte sich das Unternehmen von seinem 50%igen Anteil an dem kasachischen Mobilfunkbetreiber OOO Telekom-Servis. Mitte 2006 wurden 75 Prozent der Anteile an Dagtelecom übernommen.

Für Geschäftskunden stellt das Unternehmen auch darüber hinaus gehende Dienstleistungen, wie den Aufbau von Datennetzwerken, Internetanbindung als auch Videokonferenzsysteme zur Verfügung. Als Hauptaktionäre fungieren die industrielle Holdingfirma Sistema, welche 50 Prozent der Anteile an MTS hält.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2006 meldet MBT einen Umsatzanstieg auf 1,8 Mrd. US-Dollar, ein Zuwachs von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn (EBITDA) zog auf 962,8 Mio. Dollar an, während der Nettogewinn um mehr als 40 Prozent auf 486,3 Mio. Dollar zulegte. Analysten hatten im Vorfeld nur mit Einnahmen von 1,69 Mrd. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 388 Mio. Dollar kalkuliert.

Die operative Gewinnmarge zog im jüngsten Quartal auf 53,6 Prozent vom Umsatz an, nach 51,6 Prozent im Jahr vorher. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde betrug 8,7 US-Dollar in Russland, nach 7,5 Dollar im ersten Vierteljahr. Am Markt hatte man lediglich mit einem Durchschnittsumsatz von 8,3 Dollar gerechnet hatte.

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