MTN Group: Risiko zahlt sich aus

Donnerstag, 30. August 2007 12:44
MTN Group

(IT-Times) Südafrikas führender Mobilfunker MTN Group Ltd (WKN: 897024) wagt sich in Mobilfunkmärkte vor, in denen sich für gewöhnlich kein anderer Wettbewerber traut. Das Unternehmen ist nicht nur im Süden und im Norden Afrikas präsent, sondern zeigt auch Flagge in Krisenländern wie im Iran oder in Afghanistan.

Auch in Nigeria verfügt das Unternehmen über eine starke Stellung. In dem Land, in dem viele andere Mobilfunkanbieter schon gescheitert sind, betreut MTN heute bereits 14 Mio. Kunden. Zwar sank zuletzt der durchschnittliche Umsatz pro Kunde von 18 auf 16 US-Dollar, doch MTN will durch den Ausbau der Netzinfrastruktur die Servicequalität verbessern. So sei die die Installation des optischen Netzes in Lagos und im Niger Delta nahezu abgeschlossen und soll im zweiten Halbjahr 2007 in Betrieb gehen, heißt es bei MTN.

Bei rund 132 Mio. Einwohnern gilt Nigeria als eines der viel versprechendsten Wachstumsmärkte für den Mobilfunk, auch wenn zuletzt immer wieder politische und wirtschaftliche Unruhen für Negativschlagzeilen sorgen.

Iran zeigt stabiles Wachstum
Nach einem eher verhaltenen Start Ende letzten Jahres entwickelte sich auch der Mobilfunkmarkt im Iran positiv. Nachdem Start von Prepaid-Services im Januar 2007 konnte die Einheit MTN Irancell weitere 1,8 Mio. bzw. 1,98 Mio. neue Kunden im ersten Halbjahr gewinnen und betreut nunmehr 3,2 Mio. aktive Kunden per 20. August. MTN hatte zuvor sein Mobilfunknetz im Iran deutlich erweitert und verfügt nunmehr über Kapazitäten für 6,5 Mio. Mobilfunkkunden. Bei einer Einwohnerzahl von rund 69 Mio. Menschen und einer relativ geringen Mobilfunkpenetrationsrate ein großer Wettbewerbsvorteil für MTN.

Pakistan im Visier
Insgesamt will MTN-Chef Phuthuma Nhleko das Wachstum auch außerhalb seiner Kernmärkte in Südafrika und Nigeria stärker forcieren, um damit die starke Abhängigkeit von diesen beiden Märkten weiter zu verringern. Zuletzt kam mehr als die Hälfte der insgesamt über 48 Mio. Mobilfunkkunden aus dieser Region. Große Hoffnungen setzt MTN daher auch auf die Expansion nach Pakistan. Das Land mit 165 Mio. Einwohnern gilt in Sachen Mobilfunk ebenfalls noch als Entwicklungsland und dürfte MTN hohe Wachstumschancen bieten.

Kurzportrait

Die im Jahre 1994 aus dem Unternehmen M-Cell hervorgegangene MTN Group gilt als einer der führenden Mobilfunkanbieter in Südafrika. Das in Roodeport/Südafrika ansässige Unternehmen betreut mehr als 40 Mio. Mobilfunkkunden in mehr als 21 Ländern in Afrika und im Nahen Osten.

Um die einzelnen Märkte effektiv bearbeiten zu können, hat das Unternehmen eine Reihe von Tochterfirmen gegründet. Die Märkte in Süd- und Ostafrika werden durch die Einheiten MTN South Africa, MTN Swaziland, MTN Zambia, MTN Uganda, MTN Rwanda und Mascom Botswana abgedeckt.

Der Westen und Osten Afrikas wird von den MTN-Einheiten MTN Nigeria, MTN Cameroon, MTN Congo-Brazzaville, MTN Cote d`Ivoire, MTN Benin, MTN Ghana, MTN Guinea Bissau, MTN Guinea und MTN Liberia bedient. Die Region Nordafrika und den Mittleren Osten deckt das Unternehmen durch die Einheiten MTN Irancell, MTN Afghanistan, MTN Cyprus, MTN Sudan, MTN Syria, MTN Yemen, Investcom und Mednet ab. An MTN Irancell hält die MTN Group mit 49 Prozent allerdings nicht die Mehrheit.

Insbesondere die MTN-Tochter MTN Nigeria hat sich in jüngster Zeit durch Akquisitionen verstärkt. So wurde unter anderem der Mobilfunkspezialist VGC Communications Limited für 65 Mio. Dollar übernommen. Gleichzeitig schluckte MTN Nigeria jüngst den Mobilfunkspezialisten XS Broadband Limited.

Der Westen Afrikas und die Zentralafrika-Region ist der größte Umsatzträger des Konzerns. Hierzu zählen insbesondere Länder wie Niger, Kamerun, Ghana und die Elfenbeinküste. Langfristig will das Unternehmen seine Abhängigkeit vom südafrikanischen und nigerianischen Mobilfunkmarkt mindern. Gleichzeitig will das Unternehmen Zug um Zug 3G-Services im Schwarzen Kontinent einführen.

Zahlen

Für das vergangene erste Halbjahr des Geschäftsjahres meldet MTN einen Umsatzanstieg auf 34,206 Mrd. Rand, verglichen mit 20,209 Mrd. Rand im Vorjahr. Das entspricht einer Steigerung um 69,3 Prozent. Darin ist allerdings der Umsatz der im Juni 2006 erworbenen libanesischen Mobilfunkgesellschaft Investcom enthalten.

Ohne Investcom gerechnet, stieg der Umsatz um 34,5 Prozent. Das Nettoergebnis verbesserte sich auf 5,555 Mrd. Rand. Das entspricht einem Zuwachs um 15,6 Prozent gegenüber 4,804 Mrd. Rand im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 15,201 Mrd. Rand. Dies stellt ein Plus von 75,5 Prozent dar, im Vergleich zu den 8,661 Mrd. Rand im Jahr 2006.

Auf den Bereich Süd- und Ostafrika entfielen 14,556 Mrd. Rand des Umsatzes, davon 13,093 Mrd. Rand auf das Geschäft in Südafrika. Mit einem Umsatz von 15,503 Mrd. Rand präsentierte sich erstmalig der Bereich West- und Zentralafrika als Umsatzprimus von MTN. Der dortige Umsatzschwerpunkt war der größte afrikanische Wachstumsmarkt Nigeria mit 9,656 Mrd. Rand Umsatz, gefolgt von Ghana mit 2,021 Mrd. Rand. Im Bereich Mittlerer Osten und Nordafrika (Iran, Syrien und Sudan) trug Syrien mit 2,141 Mrd. Rand den größten Teil des Umsatzes von 4,575 Mrd. Rand in dieser Region bei. In Bereich Mittlerer Osten wirkte sich besonders der zusätzliche Umsatz von Investcom aus. MTN hatte das libanesische Unternehmen im Juni 2006 für 5,5 Mrd. US-Dollar übernommen.

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