Motorola verstärkt sich

Mittwoch, 20. September 2006 00:00

(IT-Times) Die 3,9 Mrd. Dollar schwere Übernahme von Symbol Technologies ist die zweitgrößte Übernahme für den Handy-Hersteller Motorola (NYSE: MOT<MOT.NYS>, WKN: 853936<MTL.FSE>), nach der Übernahme des TV-Box-Herstellers General Instruments im Jahr 2000, die sich die Nummer zwei unter den Mobiltelefonherstellern 17 Mrd. Dollar kosten lies.

Übernahme wird positiv aufgenommen

Motorola-Chef Ed Zander sieht den Zukauf im Zusammenhang mit der Mobility-Strategie des Unternehmens: „Diese Transaktion bringt Motorolas Enterprise Mobility Strategie signifikant voran“, so der Motorola-Manager. Symbols-Produkte sollen künftig die Eckpfeiler von Motorolas Mobility-Strategie sein. Im Analystenlager wird der Milliardenzukauf begrüßt, zumal die Transaktion das bestehende Aktienrückkaufprogramm nicht beeinflussen wird. „Wir glauben die Transaktion macht sehr viel Sinn“, so Oppenheimer-Analyst Lawrence Harris. Symbol arbeitete bereits mit zweistelligen operativen Gewinnmargen und genererie einen ansehnlichen Cashflow, heißt es. Zudem wird der Zukauf Motorolas Marktanteil im Mobility-Firmenkundenmarkt mit einem Schlag verdoppeln, erklärt der Oppenheimer-Experte.

Auch im RFID-Markt (Radio Frequency Identification) dürfte Motorola seine Präsenz durch den Zukauf gestärkt haben, so Harris. Allerdings tat sich Symbol im RFID-Bereich gegenüber der Konkurrenz in Form von OatSystems, Cisco und Sun zuletzt schwer. JPMorgan-Analyst Ehud Gelblum glaubt, dass die Einheit zuletzt rote Zahlen schrieb. Der JPMorgan-Experte hält es daher für möglich, dass Motorola das RFID-Geschäft schließen oder abgeben wird und stattdessen aber Symbols drahtlose Produkte mit WiMax-Funktionen aufrüstet. Insgesamt sieht Gelblum die Möglichkeiten für Motorola nach dem Symbol-Zukauf verstärkt als Infrastruktur-Zulieferer stärker Fuß zu fassen, zumal die WiMax-Technologie langsam an Gewicht gewinnt.

Oppenheimer-Analyst Lawrence Harris sieht die größte Herausforderung für Motorola, dass Umsatzwachstum bei Symbol zu beschleunigen. Insgesamt bleibt der Analyst auch nach der jüngsten Übernahme bei seiner Kaufempfehlung für Motorola-Anteile.

Kurzportrait

Das traditionsreiche Unternehmen wurde ursprünglich im Jahre 1928 von Paul Galvin gegründet. Zwei Jahre später erschien erstmals der Name Motorola im Zusammenhang mit Autoradios. Im Jahre 1947 folgte dann die Umbenennung von Galvin Manufacturing in Motorola. In den 50er Jahren präsentierte sich das Unternehmen bereits als Spezialist für Kommunikationstechniken. Gleichzeitig errichtete das Unternehmen in diesen Jahren seine erste Fertigungsfabrik für Halbleiter und bot auch andere elektronische Geräte für den privaten Verbraucher an. In den 60er Jahren konzentrierte sich das Unternehmen wieder mehr auf Geschäftskunden, vor allem im Fernsehmarkt. Diese Geschäftseinheit wurde in der Mitte der 70er Jahre verkauft.

1980 folge dann der Einstieg in den Bereich Mobiltechnik. Diese Entscheidung prägt das Unternehmen noch heute. So stellte Motorola im Jahre 1996 mit dem StarTAC eines der kleinsten Mobiltelefone seiner Zeit vor. Heute erwirtschaftet die Nummer zwei unter den Mobilfunkherstellern zwei Drittel seiner Umsätze durch Mobilfunktelefone und zugehörige Software. Die Halbleitereinheit wurde im Jahr 2004 mit dem Unternehmen Freescale Semiconductor ausgegliedert. Durch die Fusion mit General Instruments präsentiert sich Motorola daneben auch als führender Anbieter von Kabelmodems und set-top Terminals. Insgesamt stellt sich Motorola heute als globaler Kommunikationsspezialist für Geschäftskunden, als auch für Privatverbraucher dar.

Um eine effektive technologische Entwicklung sicher zu stellen, betreibt Motorola verschiedene Tochterfirmen. Die Motorola-Tochter Metroworks vermarktet unter anderem das Softwarewerkzeug CodeWarrior, welches Entwickler in die Lage versetzen soll, Anwendungen für drahtlose Kommunikationsgeräte zu konzipieren.

Gleichzeitig übernahm Motorola Next Level Communications vollständig. Über die Tochter Printrak International ist Motorola außerdem im Markt für digitale Erkennungs- und Autorisierungssysteme engagiert. Die Motorola-Tochter Starfish wurde im Jahr 2003 an Pumatech verkauft, während der Mobilfunker den Netzwerkspezialisten Winphoria Networks und die Vermögenswerte von Paceline Systems übernahm. Nach der Übernahme des FTTP-Spezialisten Quantum Bridge Communications, kaufte Motorola Mitte 2004 die Solectron-Tochter Force Computers. Über seinen Kapitalarm Motorola Ventures beteiligte sich das Unternehmen in den letzten Jahren an zahlreichen Internet- und Kommunikationsspezialisten. Anfang 2006 übernahm Motorola den schwedischen Set-Top-Box-Entwickler Kreatel Communications AB. Mitte 2006 gründete Motorola gemeinsam mit dem indischen IT-Spezialisten Wipro das Joint Venture WMNetServ. Nach der Übernahme von Broadbus Technologies, verstärkte sich Motorola für 3,9 Mrd. Dollar durch den Handheld-Anbieter Symbol Technologies.

Zahlen

Für das vergangene zweite Quartal 2006 meldete Motorola einen Umsatzanstieg auf 10,9 Mrd. Dollar, was einem Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt konnte Motorola im jüngsten Quartal 51,9 Mio. Mobilfunktelefone ausliefern und sich damit einen Marktanteil von 22 Prozent sichern.

Der Nettogewinn schnellte auf 1,38 Mrd. Dollar oder 55 US-Cent je Aktie nach oben, nach einem Plus von 933 Mio. Dollar oder 37 US-Cent je Aktie im Jahr vorher. Mit den vorgelegten Zahlen übertraf Motorola gleichzeitig auch die Erwartungen der Analysten, welche zuvor nour mit Einnahmen von 10,3 Mrd. Dollar und mit einem Nettogewinn von 31 US-Cent je Aktie erwartet hatten.

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