Motorola sucht Weg aus der Krise

Freitag, 9. November 2007 12:50
Motorola Mobility

(IT-Times) Amerikas führender Mobiltelefon-Hersteller Motorola (NYSE: MOT, WKN: 853936) konnte im jüngsten Quartal wieder schwarze Zahlen schreiben. Während man in den Geschäftsbereichen Networks sowie Home Solutions mit erfreulichen Wachstumsraten aufwarten kann, offenbart das Mobilfunkgeschäft weiter Schwächen.

So brachen die Umsätze im Handy-Geschäft (Mobile Devices) um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 4,5 Mrd. Dollar ein. Gleichzeitig musste die Einheit einen operativen Verlust von 138 Mio. Dollar ausweisen. Dennoch proklamiert Motorola Verbesserungen. So konnte man in Lateinamerika den Spitzenplatz unter den Handy-Herstellern wieder zurückerobern. Allerdings musste man im Wachstumsmarkt Indien eine Niederlage einstecken und die Spitzenposition abgeben. Insgesamt fiel man im weltweiten Vergleich hinter die südkoreanische Samsung zurück und gilt nur noch als die Nummer drei im Handy-Markt.

Innovationen gefragt
Während sich das Apple-Handy iPhone schon fast einen Kultstatus erarbeitet hat, sucht Motorola weiter nach einem Verkaufsschlager. Mit neuen Modellen wie dem Musik-Handy MOTOROKR Z6m oder dem RAZR 2 versucht Motorola verloren gegangenes Terrain wieder zurück zu erobern.

Ein Lichtblick ist hierbei das RAZR 2 - das Handy verkaufte sich im jüngsten Quartal 900.000 Mal. Wenngleich Motorola den Verkaufsstart als großen Erfolg feiert, beeindrucken diese Zahlen nicht wirklich. Im Vergleich hierzu konnte Apple im jüngsten Quartal 1,12 Mio. iPhones absetzen.

Mit dem MOTOPURE H12 schickt Motorola nunmehr ein neues Handy-Modell ins Rennen, dass sich an gestresste Handy-Nutzer wendet, die oft in lauter Umgebung telefonieren müssen. Das Bluetooth-Handy soll nach Firmenangaben Umgebungsgeräusche herausfiltern und so die Kommunikation mit dem Gesprächspartner wesentlich vereinfachen können. Möglich macht dies die von Motorola entwickelte CrystalTalk-Technik, die eine einwandfreie Sound-Qualität garantieren soll.

<img src="uploads/RTEmagicC_Motorola_MotopureH12.gif.gif" style="width: 298px; height: 276px;" alt=""></img>

Neueste Innovation: MOTOPURE H12, Motorola

Beim MOTOPURE H12 setzt Motorola nur auf edelste Materialien, wobei man zwei Jahre die ergonomischen Besonderheiten des menschlichen Ohrs studiert hat, um das Handy dem Design her entsprechend anzupassen. Ergebnis ist ein Handy, mit dem man sich durchaus in der Öffentlichkeit sehen lassen kann. Zudem kommt das Modell mit einer innovativen Sicherheitshalterung, so dass das Handy auch direkt am Ohr befestigt werden kann.

Ob die neue Innovation aus dem Hause Motorola aber auch beim Konsumenten ankommt, wird sich spätestens nach dem laufenden Quartal zeigen - die Weihnachtssaison ist bekanntlich das einträglichste Geschäft des Jahres…

Kurzportrait

Das traditionsreiche Unternehmen wurde ursprünglich im Jahre 1928 von Paul Galvin gegründet. Zwei Jahre später erschien erstmals der Name Motorola im Zusammenhang mit Autoradios. Im Jahre 1947 folgte dann die Umbenennung von Galvin Manufacturing in Motorola. In den 50er Jahren präsentierte sich das Unternehmen bereits als Spezialist für Kommunikationstechniken.

1980 folge dann der Einstieg in den Bereich Mobilfunktechnik. Diese Entscheidung prägt das Unternehmen noch heute. So stellte Motorola im Jahre 1996 mit dem StarTAC eines der kleinsten Mobiltelefone seiner Zeit vor. Heute erwirtschaftet Amerikas führender Mobilfunker zwei Drittel seiner Umsätze durch Mobilfunktelefone und zugehörige Software. Die Halbleitereinheit wurde im Jahr 2004 mit dem Unternehmen Freescale Semiconductor ausgegliedert. Durch die Fusion mit General Instruments präsentiert sich Motorola daneben auch als führender Anbieter von Kabelmodems und set-top Terminals. Heute operiert Motorola aus drei Kerngeschäftsbereichen heraus: Mobile Devices, Networks and Enterprise, sowie Connected Home Solutions.

Um eine effektive technologische Entwicklung sicher zu stellen, betreibt Motorola verschiedene Tochterfirmen. Die Motorola-Tochter Metroworks vermarktet unter anderem das Softwarewerkzeug CodeWarrior, welches Entwickler in die Lage versetzen soll, Anwendungen für drahtlose Kommunikationsgeräte zu konzipieren.

Gleichzeitig übernahm Motorola Next Level Communications vollständig. Über die Tochter Printrak International ist Motorola außerdem im Markt für digitale Erkennungs- und Autorisierungssysteme engagiert. Die Motorola-Tochter Starfish wurde im Jahr 2003 an Pumatech verkauft, während der Mobilfunker den Netzwerkspezialisten Winphoria Networks und die Vermögenswerte von Paceline Systems übernahm. Nach der Übernahme des FTTP-Spezialisten Quantum Bridge Communications, kaufte Motorola Mitte 2004 die Solectron-Tochter Force Computers. Über seinen Kapitalarm Motorola Ventures beteiligte sich das Unternehmen in den letzten Jahren an zahlreichen Internet- und Kommunikationsspezialisten. Anfang 2006 übernahm Motorola den schwedischen set top Box-Entwickler Kreatel Communications AB. Mitte 2006 gründete Motorola gemeinsam mit dem indischen IT-Spezialisten Wipro das Joint Venture WMNetServ. Nach der Übernahme von Broadbus Technologies, verstärkte sich Motorola für 3,9 Mrd. Dollar durch den Bar-Handheld-Anbieter Symbol Technologies. In 2007 kaufte Motorola weiter zu und übernahm unter anderem die Spezialisten Tut Systems Modulus Video, Terayon Communication und Leapstone Systems. Im Herbst 2007 trennte sich Motorola von seinem Embedded Communications Computing-Geschäft und veräußerte dieses an den Hersteller Emerson Electric Co. Gleichzeitig übernahm Motorola 80 Prozent am japanischen Radio-Kommunikationstechnikanbieter Vertex Standard Co.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Motorola Solutions

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...