Motorola sucht seine Chance im Tablet PC Markt - Xoom-Absatzzahlen enttäuschen

Freitag, 25. März 2011 13:19
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(IT-Times) - Der US-Mobiltelefonspezialist Motorola Mobility Holdings (NYSE: MMI, WKN: A0YGQ9) stand zuletzt im Mittelpunkt heftiger Spekulationen. Zum einen wurde dem Unternehmen unterstellt, an einem eigenen Mobile-Betriebssystem zu arbeiten, um die Abhängigkeit von Android zu verringern, zum anderen wurde in diversen Medien berichtet, dass die Produktion des Xoom bereits Ende Juni auslaufen soll.

Beide Meldungen hat Motorola Mobility inzwischen mehr oder weniger dementiert. Man werde den Xoom auch nach Juni noch produzieren, so das Unternehmen gegenüber dem Branchendienst CNET. Zudem stehe man weiter zu Android, so Motorola Mobility Sprecherin Kira Golin auf den Bericht der InformationWeek, die berichtet hatte, dass Motorola bereits ehemalige Apple- und Adobe-Manager angeworben hat, um ein eigenes Mobile-Betriebssystem auf die Beine zu stellen.

Xoom gilt als zu teuer - Marktbeobachter rechnen mit Preissenkung
Banker an der Wall Street glauben, dass Motorola noch kräftig nachlegen muss, will das Unternehmen Apple und dem iPad 2 die Stirn bieten. Motorola Mobility Chef Sanjay Jha sprach zwar unmittelbar nach der Markteinführung des Xoom von einem "guten Start", detaillierte Verkaufszahlen wollte der Manager aber nicht nennen.

Bei der US-Investmentbank Jefferies spricht man dagegen von enttäuschenden und wenig überzeugenden Xoom-Absatzzahlen. Der Motorola Xoom Tablet ist mit 799,99 US-Dollar (ohne Vertrag) vergleichsweise teuer, wobei das Gerät mit einem 2-Jahresvertrag von Verizon immer noch 599,99 US-Dollar kostet. Marktbeobachter halten daher eine Preissenkung für möglich, zumal die Einstiegspreise bei Apples iPad 2 (WiFi only) bei 499 Dollar beginnen.

Fest steht, dass Motorola sich anstrengen muss, will das Unternehmen im Tablet PC Markt nicht untergehen, zumal sich Samsung mit dem Galaxy Tab auch schon einen Marktanteil von 17 Prozent sichern konnte.

Xoom soll attraktiver werden - Motorola kooperiert und kauft zu
Um sein Produkt attraktiver für Konsumenten zu machen, hat Motorola in dieser Woche eine Kooperation mit dem Videokonferenzspezialisten Polycom geschlossen, um Videokommunikation auf den Xoom Tablet zu bringen. Zudem wurden mit Zecter und Dreampark heimlich still und leise zwei Unternehmen aufgekauft, die dem Unternehmen dabei helfen sollen, dem Tablet PC weitere Funktionen hinzuzufügen. Zecter gilt als Spezialist für Synchronisation- und Streaming Technologien, während Dreampark als führender TV-Softwareanbieter gilt. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Motorola diese Akquisition nutzen wird, um Internet-Fernsehen (IPTV) auf den Xoom zu bringen.

Ob diese Funktionen bereits im aktuellen Xoom Einzug halten, oder aber erst in der zweiten Xoom-Generation zu finden sein werden, bleibt abzuwarten. Motorola jedenfalls läuft die Zeit davon, zumal HP im Sommer mit dem HP TouchPad ebenfalls auf den Markt drängen wird...

Kurzportrait

Motorola Mobility Holdings ging im Jahr 2010 aus der Abspaltung von Motorola hervor. Seit Anfang 2011 ist das Unternehmen eigenständig an der New Yorker Börse notiert. Motorola Mobility operiert aus zwei Kerngeschäftsbereichen heraus: Mobile Devices und Home.

Im Bereich Mobile Devices ist das Mobilfunkgeschäft der Gesellschaft zusammengefasst. Das Geschäftsegment erwirtschaftete zuletzt mehr als 60 Prozent der gesamten Umsätze der Gesellschaft. Die Einheit entwirft, fertigt und vermarktet Mobiltelefone, wobei sich das Unternehmen insbesondere auf den Smartphone-Bereich konzentriert hat. Dabei setzt das Unternehmen vornehmlich auf Geräte, die mit dem Google-Betriebssystem Android bestückt sind. Erfolgreiche Modelle des Unternehmens sind das Droid, das Droid 2 und das Droid X, sowie die Atrix-Reihe. Mit dem Motorola Xoom hat sich Motorola zudem in den Tablet PC Markt vorgewagt. Verkauft werden die Produkte des Unternehmens über Mobilfunk-Carrier, als auch über den Einzelhandel.

Mit Motoblur betreibt Motorola auch eine Cloud-basierte Serviceplattform. Dabei handelt es sich um einen Push-basierten Service, der sich vor allem rund um den Bereich Social Networking dreht.

Über sein Home Segment stellt Motorola Produkte und Services für Kabelnetz-, Festnetz- und Servicenetzbetreiber bereit, wodurch diese insbesondere Triple-Play-Services an Endkunden vermarkten können. Das Produktportfolio des Unternehmens im Bereich Home umfasst Set-Top-Boxen, digitale Video- und IPTV-Systeme, sowie Breitbandinfrastruktursysteme.

Daneben bietet Motorola Mobility Kabelmodems und Gateways für DOCSIS 3.0 Netze an, wobei die Moving und Picture Experts Group (MPEG) des Unternehmens SDTV- und HDTV-Videotechniken für Content-Provider zur Verfügung stellt, die dadurch Programme für Netzbetreiber zur Verfügung stellen können. Im März 2010 verstärkte sich Motorola durch die Übernahme des schwedischen TV-Softwareherstellers Dreampark. Zuvor wurde der Spezialist Zecter übernommen.

Zahlen

Für das vergangene vierte Quartal 2010 meldete Motorola Mobility einen Umsatzanstieg um 21 Prozent auf 3,43 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 2,82 Mrd. Dollar in der Vorjahresperiode.

Meldung gespeichert unter: Motorola Mobility

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