Mobile TeleSystems will mit 3G punkten

Freitag, 6. Juni 2008 13:22
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(IT-Times) Nachdem in Russland fast jeder Einwohner statisch gesehen mindestens ein Handy besitzt, suchen Russlands führende Mobilfunker nach neuen Wachstumsmöglichkeiten. Russlands Marktführer Mobile TeleSystems (NYSE: MBT, WKN: 501757) hat sich dabei für eine Investitionsoffensive in die dritte Generation von Mobilfunknetze (3G) entschieden.

Mit Hilfe von 3G können Daten mit Hilfe der HSPA-Technik um bis zu zehn Mal schneller mit Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 Mbit/s auf das Handy geladen werden. Dies eröffnet für Anbieter wie Mobile TeleSystems (MTS) neue Möglichkeiten, Serviceangebote wie Videos, Musik und andere Entertainment-Inhalte an den Mann zu bringen. In den letzten Jahren hielten sich die Russen eher noch zurück, was die Ausgaben für mobile Mehrwertdienste betrifft. Vor allem SMS-Nachrichten und der Download von Klingeltönen sorgten dafür, dass der Durchschnittsumsatz pro Kunde von sechs Dollar im Jahr 2006 auf immerhin zehn US-Dollar im ersten Quartal 2008 nach oben schnellte.

3G soll Umsatz pro Kunde beflügeln
Doch mit Hilfe von 3G will der scheidende MTS-Chef Leonid Melamed diese Kennzahl in den nächsten Jahren deutlich erhöhen. In 2011 sollen durchschnittlich 14 Dollar mit jedem Mobilfunkkunden verdient werden. Diese Prognose könnte sogar noch konservativ sein, denn Russland sieht sich derzeit im Aufwind. Bedingt durch den Ölpreis-Boom und der stabilen politischen Lage, gelangen derzeit viele Petro-Dollars in das Land. Russlands Konsumenten dürften in den nächsten Jahren wohl deutlich mehr Geld zum ausgeben zur Verfügung haben, als in der Vergangenheit. Zudem ist die Breitbandabdeckung in Russland mit knapp fünf Breitband-Nutzer eher gering, was die Nachfrage nach einem 3G-Anschluss zusätzlich beflügeln könnte.

Um dieses Marktpotential zu erschließen sind allerdings zunächst umfangreiche Investitionen erforderlich, welche die Gewinnmarge zunächst drücken werden. Bis zum Jahr 2012 will MTS ganze 1,6 Mrd. US-Dollar in den Ausbau seiner 3G-Netze investieren, erklärt MTS-Manager Vyacheslav Nikolayev. Nachdem das Unternehmen Ende Mai sein erstes 3G-Netz im russischen St. Petersburg in Betrieb genommen hat, sollen weitere 3G-Netze in zehn weiteren Großstädten Russlands in 2008 an den Start gehen. Bis 2009 sind 3G-Netze in bis zu 40 Städten Russlands vorgesehen.

Nachdem 3G-Start in St. Petersburg stehe der kommerzielle 3G-Marktstart in Sochi, Yekaterinburg und Kazan unmittelbar bevor, heißt es. In Russlands Hauptstadt Moskau soll es Anfang 2009 soweit sein. Zudem hält MTS weitere 3G-Lizenzen in Usbekistan und in Armenien, wo das Unternehmen ebenfalls stark vertreten ist...

Kurzportrait

Die im Jahre 1993 gegründete und in Moskau ansässige Mobile TeleSystems (MTS) gilt heute mit rund 85 Mio. Mobilfunkkunden als größter Mobilfunkanbieter Osteuropas. Das Unternehmen betreut über seine Marken MTS und Jeans nicht nur Kunden in Russlands Metropolen, sondern inzwischen auch in Weißrussland, in Sibirien, Usbekistan, in der Ukraine und in Turkmenistan.

Zurzeit hielt MTS Mobilfunklizenzen in über 72 der insgesamt 89 Regionen Russlands. Damit erreicht MTS mit seinen GSM-Lizenzen mehr als 233 Mio. Einwohner. Frühzeitig expandierte MTS in die nicht so dicht besiedelten Regionen des Landes und baute damit seine marktführende Stellung in den letzten Jahren vor allem durch zahlreiche Übernahmen aus. So kaufte MTS allein seit 1998 mehr als ein Dutzend kleinerer Mobilfunkanbieter auf. So übernahm MTS unter anderem die lokalen Mobilfunkspezialisten Digital Network of Udmurtia, Uzdunrobita, Primtelefon, sowie Astrakhan Mobile, Uraltel und Volgograd Mobile und Sibintertelecom. Auch ist das Unternehmen durch die Übernahme von Ukrainian Mobile Communications (UMC) auch in der Ukraine vertreten und bietet über seine Tochter Mobile TeleSystems LLC (49%ige Beteiligung) in Weißrussland entsprechende Mobilfunkdienste an. Im Jahr 2005 kaufte sich MTS dann in Turkmenistan durch die mehrheitliche Übernahme von Barash Communications Technologies ein. Ende 2005 wurden dann auch die verbleibenden 46,1 Prozent der Anteile an dem russischen Mobilfunkspezialisten ReCom übernommen. Gleichzeitig kaufte sich MTS in Kirgistan ein und übernahm mit 51 Prozent die Mehrheit an dem Mobilfunkspezialisten Bitel. Im Gegenzug trennte sich das Unternehmen von seinem 50%igen Anteil an dem kasachischen Mobilfunkbetreiber OOO Telekom-Servis. Mitte 2006 wurden 75 Prozent der Anteile an Dagtelecom übernommen. Ende 2007 kaufte MTS dann den Mobilfunkspezialisten Bashcell auf.

Für Geschäftskunden stellt das Unternehmen auch darüber hinaus gehende Dienstleistungen, wie den Aufbau von Datennetzwerken, Internetanbindung als auch Videokonferenzsysteme zur Verfügung. Als Hauptaktionäre fungieren die industrielle Holdingfirma Sistema, welche 52,8 Prozent der Anteile an MTS hält.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldete MTS einen Umsatzanstieg auf 2,38 Mrd. US-Dollar. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Unternehmen 1,74 Mrd. Dollar umgesetzt. Das OIBDA lag bei 1,18 Mrd. Dollar, nach 903 Mio. Dollar in der Vergleichsperiode 2006. Daraus ergibt sich eine von 51,9 Prozent auf 49,4 Prozent gesunkene OIBDA-Marge.

Das operative Nettoergebnis stieg im gleichen Zeitraum von 597 Mio. Dollar auf 705 Mio. Dollar. Das Nettoergebnis verbesserte sich von 449 Mio. Dollar auf 610 Mio. Dollar, was einem Zuwachs um 36 Prozent entspricht. Der Free Cash-Flow legte von 512 Mio. Dollar im ersten Quartal 2006 auf 632 Mio. Dollar im abgelaufenen Quartal zu. Der Gewinn je ADS-Aktie kletterte auf 1,55 Dollar je Anteil, womit MTS die Markterwartungen an der Wall Street übertreffen konnte.

MTS konnte in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund drei Millionen neue Kunden gewinnen, davon 2,5 Millionen in Russland, 800.000 in Usbekistan, 110.000 in Turkmenistan und 34.000 in Armenien. In der Ukraine verlor das Unternehmen 400.000 Kunden im gleichen Zeitraum. Die Gesamtkundenzahl von Mobile TeleSystems wuchs gegenüber dem Vorjahr von 74,2 Millionen auf knapp 85 Millionen, davon rund 60 Millionen Kunden in Russland, 20 Millionen in der Ukraine und 3,6 Millionen in Usbekistan.

Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde in Russland verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal von 8,2 Dollar auf zehn Dollar, die Kündigungsrate sank von 6,1 auf 4,8 Prozent.

Meldung gespeichert unter: Mobile TeleSystems OJSC (MTS)

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