MobilCom-Chef übt Selbstkritik

Freitag, 6. April 2001 11:26
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Mobilcom AG (WKN: 662240) Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat die Informationspolitik des Mobilcom-Vorstandes am Donnerstag heftig kritisiert. Das Unternehmen zeige kein Interesse, seine realen Wirtschaftszahlen zu veröffentlichen, sagte DSW-Vertreter Dirk Unrau auf der MobilCom-Hauptversammlung in Hamburg. Der Abschluss, der nach dem Handelsgesetzbuch einen Verlust von mehr als einer Milliarde Mark (510 Millionen Euro) ausweise, sei zu spät bereit gestellt worden. "Die Fehlinformation der Aktionäre können wir nicht hinnehmen", sagte Unrau. Er sprach sich gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat aus.

Nach dem internationalen Bilanzierungsstandard IAS hatte MobilCom lediglich einen Fehlbetrag von 174 Millionen ausgewiesen. Die Kosten für die UMTS-Finanzierung waren nicht berücksichtigt worden. Es sei jedoch fragwürdig, ob Abschreibungen und Finanzierungskosten in Höhe von einer Milliarde Mark nicht bilanziert werden müssten, bemängelte Unrau. Die Summe entspräche der Marktkapitalisierung des gesamten Unternehmens.

Gerhard Schmidt verteidigte vor den Aktionären die UMTS-Strategie des Unternehmens. Es sei für ihn "überhaupt keine Frage" gewesen, auch zu sehr hohen Kosten eine Lizenz zu ersteigern. Durch den damit verbundenen Wandel vom reinen Wiederverkäufer zum Netzbetreiber in der Telekommunikationsbranche steige der Unternehmenswert "dramatisch" an, sagte Schmid. Vor seinen Aktionären verteidigte Schmid den 16,4 Milliarden Mark teuren Erwerb einer UMTS-Lizenz. "Wir haben uns in den größten Markt der Welt eingekauft", sagte Schmid bei der Hauptversammlung seines Unternehmens. Mit UMTS sei trotz der hohen Kosten Geld zu verdienen. Nur durch den Einstieg in die nächste Mobilfunkgeneration könne MobilCom den Sprung zum Netzbetreiber schaffen. Derzeit müsse das Unternehmen mehr als 70 Prozent des Umsatzes an Betreiber von Mobilfunknetzen abgeben. Er werde daran arbeiten, "dass es einen anderen Aktienkurs gibt", kündigte der MobilCom-Chef an. Dabei würden auf Kosten eines möglicherweise etwas geringeren Marktanteilwachstums die teuren Vertriebskanäle weiter zurückgefahren. Die Kostensenkung geschehe vor allem durch eine Straffung bei den Tochtergesellschaften. Zudem werde gezielt der Großkundenvertrieb ausgebaut.

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