Millicom zieht sich aus Asien zurück - Konzentration auf Zentralamerika und Afrika

Freitag, 9. Juli 2010 13:26
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(IT-Times) - Der Mobilfunkspezialist Millicom International Cellular S.A. (Nasdaq: MICC, WKN: 889328), der insbesondere in den Schwellenländern Zentralamerikas und Afrikas aktiv ist, konnte nicht nur im vergangenen ersten Quartal 1,2 Millionen neue Kunden hinzugewinnen - auch für das laufende dritte Quartal stehen die Zeichen wieder auf Wachstum.

Millicom stärkt Marktstellung in Honduras
Hintergrund ist der Umstand, dass Millicom seine Position in Honduras weiter ausbauen und die Tochter Celtel vollständig übernehmen will. Durch die vollständige Übernahme soll die Tochter bereits im Bilanzbericht des dritten Quartals 2010 berücksichtigt werden.

Honduras ist ein vergleichsweise kleiner Markt mit rund acht Millionen Einwohnern. Mit einer Mobilfunkpenetrationsrate von 87 Prozent und mit mehr als 4,5 Millionen Mobilfunknutzern bietet das Land dennoch Wachstumschancen für Nischenanbieter. Kein Wunder also, dass sich hier auch Branchenschwergewichte wie America Movil (Claro) und Digicel tummeln, um sich Marktanteile zu sichern. Mit der vollständigen Übernahme von Celtel dürfte Millicom seine Position gegenüber Wettbewerbern weiter gestärkt haben.

Rückzug aus Asien abgeschlossen
Nachdem Total-Rückzug aus Asien, der im ersten Quartal 2010 mit dem Verkauf der Aktivitäten in Kambodscha und Sri Lanka abgeschlossen wurde, sucht Millicom nach neuen Wachstumsmöglichkeiten. Schließlich betreute Millicom bis dato noch 4,5 Millionen Kunden in Asien, wobei das Asiengeschäft im Jahr 2008 rund 262 Mio. Dollar an Umsätzen sowie ein EBITDA von 101 Mio. Dollar beisteuerte - dieses Geschäft entfällt künftig.

Die durch den Verkauf der Einheiten erzielten Erlöse hat Millicom teilweise an seine Aktionäre weitergereicht. Insgesamt wurden 800 Mio. Dollar an Millicom-Aktionäre in Form von Dividendenzahlungen (500 Mio. Dollar) und Aktienrückkäufe (300 Mio. Dollar) ausgeschüttet.

Geschäft mit Mehrwert- und Breitbanddiensten zieht kräftig an
Nunmehr will sich Millicom vermehrt auf sein Kerngeschäft in Zentralamerika und Afrika konzentrieren. Seit dem Vorjahr liegt der Fokus des Unternehmens auf die Steigerung des Durchschittsumsatzes pro Kunde.

Durch neue Services wie mobile Mehrwertdienste und Promotionaktionen soll dies erreicht werden. Erste Erfolge der Strategie zeichneten sich bereits im jüngsten Quartal ab. Das Geschäft mit mobilen Mehrwertdiensten (Value-Added Services) kletterte auf lokaler Währungsbasis um 40 Prozent und zeichnete bereits für über 21 Prozent der wiederkehrenden Umsätze verantwortlich. Auch mit seinen Breitbandservices konnte Millicom punkten - der Umsatz in diesem Bereich legte um 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und dürfte auch in naher Zukunft das Wachstum im Unternehmen antreiben…

Kurzportrait

Die im Jahre 1992 gegründete und in Luxemburg ansässige Millicom International Cellular S.A. ist ein führender Mobilfunk-Betreiber, der sich vornehmlich in Schwellenländern engagiert. Das Unternehmen betreute zuletzt weltweit knapp 30 Millionen Telekom- und Mobilfunkkunden.

Das schwedische Unternehmen ist an mehr als 14 regionaler Mobilfunkserviceanbieter in 14 verschiedenen Ländern bzw. Märkten beteiligt. Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft sind vor allem die Schwellenländer in Zentralamerika, Südamerika, Afrika, Südasien und Südostasien. Im zentralamerikanischen Wirtschaftsraum ist das Unternehmen mit Operationen in El Salvador, Guatemala und Honduras präsent. In Südamerika ist Millicom in Bolivien und Paraguay aktiv, wobei sich der Mobilfunkspezialist im Jahr 2006 durch die mehrheitliche Übernahme von Columbia Movil S.A. auch in Kolumbien einkaufte. Darüber hinaus übernahm man auch die Telefonica Celular del Paraguay SA, einem Mobilfunkanbieter in Paraguay, vollständig. Im Herbst 2008 kaufte Millicom den lateinamerikanischen Breitband- und Kabelspezialisten Amnet Telecommunications Holding Limited. Mitte 2009 trennte sich Millicom von seiner Tochter Millicom Ltd. Sierra Leone. Im August 2009 verkaufte Millicom seine 58,4prozentige Beteiligung an der in Kambodscha ansässigen CAMGSM. Einen Monat später wurden 74,1 Prozent der Anteile an der Millicom Lao Co. Ltd an die russische VimpelCom veräußert. Im Oktober 2009 wurde die Tochter Tigo in Sri Lanka an Etisalat verkauft. Im November 2009 schloss Millicom den Verkauf seiner Mobilfunkaktivitäten in Kambodscha ab.

In Afrika ist das Unternehmen im Kongo, in Ghana, Mauritius, im Senegal, im Tschad sowie in Tansania mit entsprechenden Operationen aktiv. In Südostasien liegt der Schwerpunkt vor allem auf den Ländern Pakistan und Sri Lanka, sowie im Iran.

Zu den wichtigsten Tochterfirmen und Beteiligungen der Gesellschaft gehören die Telemovil El Salvador SA (El Salvador/100 Prozent), Comcel Guatemala (Guatemala/55 Prozent), Celtel (Afrika/66,67 Prozent), Telecel (Südamerika/100 Prozent), Telecel Paraguay (Paraguay/100 Prozent), Oasis (Afrika/100 Prozent), Millicom Tchad (Tschad/87,5 Prozent), Mobitel Ghana (Ghana/100 Prozent), Emtel (Afrika/50 Prozent), Sentel (Senegal/100 Prozent), Millicom Tanzania Ltd (Tansania/84,4 Prozent), Celtel (Honduras/100 Prozent),.

Über die Tochter Amnet bietet Millicom TV-Kabel- und Breitbandinternetservices in Costa Rica, Honduras, El Salvador, Guatemala und Nicaragua an. Die schwedische Investmentfirma Invik hielt zuletzt noch eine Minderheitsbeteiligung an Millicom, nachdem die Beteiligungsgesellschaft die Holding-Firma Kinnevik übernahm.

Zahlen

Millicom konnte im ersten Quartal 2010 einen Gesamtumsatz von 905 Mio. US-Dollar erwirtschaften und somit eine Verbesserung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal mit einem Umsatz von 779 Mio. Dollar. Der größte Anteil des Umsatzes von Millicom wurde mit 322 Mio. Dollar in Zentralamerika generiert, wobei dieses Ergebnis leicht unter dem Vergleichswert von 326 Mio. Dollar liegt. In Südamerika und Afrika konnte der Umsatz aber deutlich gesteigert werden.

Meldung gespeichert unter: Millicom International Cellular (MIC)

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