Millicom will durch Zukäufe weiter expandieren

Dienstag, 8. Dezember 2009 14:11
Millicom International Cellular (MIC)

(IT-Times) - Der Mobilfunkspezialist Millicom International Cellular S.A. (Nasdaq: MICC, WKN: 889328) hat seinen Rückzug aus Asien mit Beteiligungsverkäufen in Laos, Kambodscha und in Sri Lanka fast abgeschlossen.

Mitte des Jahres hatte Millicom einen Strategiewechsel in Asien eingeschlagen und sich von mehreren Beteiligungen getrennt. Hintergrund ist der intensive Wettbewerb in Asien. Während sich das Unternehmen im Kernmarkt Afrika lediglich zwei bis drei großen Wettbewerbern gegenüber sieht, kämpft Millicom in Asien in den einzelnen Märkten inzwischen mit bis zu sechs größeren Anbietern um Marktanteile. Der intensive Wettbewerb setzt wiederum hohe Investitionskosten voraus, was wiederum die Gewinnmargen belastet.

Millicom hält nach Übernahmezielen Ausschau
Marktbeobachter gehen davon aus, dass Millicom den Verkauf seiner Operationen in Asien bis zum Ende des ersten Quartals 2010 abgeschlossen hat. Durch den Verkauf der Einheiten erhält Millicom frisches Geld in die Kasse, welche das Unternehmen an anderer Stelle für Zukäufe nutzen kann. Eine entsprechende Strategie deutete Millicom-Chef Mikael Grahne jüngst auf einer Konferenz in Barcelona an.

Demnach halte Millicom nach verschiedenen Möglichkeiten für eine Akquisition Ausschau. Im Mittelpunkt stehen dabei die Märkte in Ost- oder Westafrika sowie in Lateinamerika, so der Manager. Wichtig sei es, dass man die Nummer zwei oder Nummer eins in den jeweiligen Märkten sei, so Grahne. Insgesamt stehen für Akquisitionen 1,1 Mrd. US-Dollar zur Verfügung, die aber auch für eine Dividendenzahlung verwendet werden können, deutete hingegen Millicom-Finanzchef Francois-Xavier Roger an.

Marktstart in Ruanda
Während ein konkretes Übernahmeziel noch nicht fest steht, expandiert Millicom im Kernmarkt Afrika weiter. Seit Anfang Dezember ist Millicom mit seiner Marke Tigo mit einem eigenen Mobilfunkangebot in Ruanda am Start. Hier sieht sich Millicom gerade einmal zwei Wettbewerbern gegenüber: MTN und Rwandatel.

Die Chancen für ein schnelles Wachstum in Ruanda stehen für Millicom nicht schlecht. Der Mobilfunkmarkt in Ruanda steckt noch in den Kinderschuhen. Mit rund 1,5 Mio. Mobilfunkkunden beträgt die Mobilfunkpenetrationsrate gerade einmal 16 Prozent…

Kurzportrait

Die im Jahre 1992 gegründete und in Luxemburg ansässige Millicom International Cellular S.A. ist ein führender Mobilfunk-Betreiber, der sich vornehmlich in Schwellenländern engagiert. Das Unternehmen betreute zuletzt weltweit mehr als 26 Mio. Telekom- und Mobilfunkkunden.

Das schwedische Unternehmen ist an mehr als 17 regionaler Mobilfunkserviceanbieter in 16 verschiedenen Ländern bzw. Märkten beteiligt. Tätigkeitsschwerpunkt der Gesellschaft sind vor allem die Schwellenländer in Zentralamerika, Südamerika, Afrika, Südasien und Südostasien. Im zentralamerikanischen Wirtschaftsraum ist das Unternehmen mit Operationen in El Salvador, Guatemala und Honduras präsent. In Südamerika ist Millicom in Bolivien und Paraguay aktiv, wobei sich der Mobilfunkspezialist im Jahr 2006 durch die mehrheitliche Übernahme von Columbia Movil S.A. auch in Kolumbien einkaufte. Darüber hinaus übernahm man auch die Telefonica Celular del Paraguay SA, einem Mobilfunkanbieter in Paraguay, vollständig. Im Herbst 2008 kaufte Millicom den lateinamerikanischen Breitband- und Kabelspezialisten Amnet Telecommunications Holding Limited. Mitte 2009 trennte sich Millicom von seiner Tochter Millicom Ltd. Sierra Leone. Im August 2009 verkaufte Millicom seine 58,4prozentige Beteiligung an der in Kambodscha ansässigen CAMGSM. Einen Monat später wurden 74,1 Prozent der Anteile an der Millicom Lao Co. Ltd an die russische VimpelCom veräußert. Daneben wurde die Sri Lanka-Beteiligung abgegeben.

In Afrika ist das Unternehmen im Kongo, in Ghana, Mauritius, im Senegal, im Tschad sowie in Tansania mit entsprechenden Operationen aktiv. In Südostasien liegt der Schwerpunkt vor allem auf den Ländern Pakistan und Sri Lanka, sowie im Iran. In Südostasien ist das Unternehmen in Ländern wie Kambodscha, Laos sowie in Vietnam aktiv.

Zu den wichtigsten Tochterfirmen und Beteiligungen der Gesellschaft gehören die Telemovil El Salvador SA (El Salvador/100 Prozent), Comcel Guatemala (Guatemala/55 Prozent), Celtel (Afrika/66,67 Prozent), Telecel (Südamerika/100 Prozent), Telecel Paraguay (Paraguay/100 Prozent), Oasis (Afrika/100 Prozent), Millicom Tchad (Tschad/87,5 Prozent), Mobitel Ghana (Ghana/100 Prozent), Emtel (Afrika/50 Prozent), Sentel (Senegal/100 Prozent), Millicom Tanzania Ltd (Tansania/84,4 Prozent), Celltel (Südostasien/100 Prozent), Millicom Lao (Laos/74,1 Prozent), Comvik International Vietnam (Vietnam/80 Prozent). Insgesamt betreute Millicom zuletzt mehr als 31 Mio. Kunden.

Die schwedische Investmentfirma Invik hielt zuletzt noch 35 Prozent der Anteile an Millicom, nachdem die Beteiligungsgesellschaft die Holding-Firma Kinnevik übernahm.

Zahlen

So lag der Umsatz des dritten Quartals 2009 bei 856 Mio. US-Dollar nach 800 Mio. Dollar in 2008. Das EBITDA summierte sich auf 392 Mio. Dollar. Für den Vorjahreszeitraum war ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 346 Mio. Euro erzielt worden. Die EBITDA-Marge lag mit 45,8 Prozent um 2,6 Prozent über dem Wert aus 2008. Millicom meldete ein Nettoergebnis von 143 Mio. Dollar. Diese Kennzahl konnte allerdings nicht an den Vorjahreswert von 161 Mio. Dollar anknüpfen. Je Aktie verringerte sich das Ergebnis von 1,49 Dollar auf 1,31 Dollar. Der Free Cashflow des Unternehmens summierte sich auf 108 Mio. Dollar (2008: eine Mio. Dollar).

Millicom hatte bereits im zweiten Quartal 2009 mit Margendruck zu kämpfen. Im zweiten Quartal 2009 lag der Umsatz bei 814 Mio. US-Dollar, im Vorjahr hatte Millicom 774 Mio. Dollar Umsatz erzielt. Der Nettogewinn von Millicom konnte unterdessen nicht an den Vorjahreswert anknüpfen. Waren seinerzeit noch 132 Mio. Dollar erzielt worden, waren es im abgelaufenen zweiten Quartal 2009 noch 114 Mio. Dollar.

Meldung gespeichert unter: Millicom International Cellular (MIC)

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