MicroStrategy mit falscher Strategie?

Mittwoch, 9. Mai 2007 00:00

(IT-Times) Für eine herbe Enttäuschung sorgten zuletzt die Quartalsergebnisse des US-Spezialisten für Analysesoftware MicroStrategy (Nasdaq: MSTR<MSTR.NAS>, WKN: 722713<MIGA.FSE>). Aufgrund gestiegener Kosten und sinkender Lizenzerlöse musste der Business Intelligence-Spezialist einen Gewinnrückgang von 35 Prozent hinnehmen. Gleichzeitig verfehlte man damit deutlich die Markterwartungen, was einen Kurseinbruch von mehr als elf Prozent am gestrigen Handelstag zur Folge hatte.

Analysten wie Wedbush Morgan-Experte Michael Nemeroff kritisieren vor allem die Strategie des Unternehmens. Die schwachen Quartalszahlen seien keine Überraschung, da das Management den Bereich Performance Management bislang völlig ignoriere, moniert der Analyst. Die schwachen Lizenzerlöse signalisieren vielmehr einen verstärkten Absprung der Kundschaft, so Nemeroff weiter.

Tatsächlich sind Rivalen wie die kanadische Cognos derzeit erfolgreicher. Anders als MicroStrategy, setzen die Kanadier voll auf den Bereich Performance Management und sehen sich in diesem Bereich als der einzig unabhängige verbliebene Anbieter, nachdem die amerikanische Hyperion durch Oracle übernommen wurde.

MicroStrategy versucht hingegen mit seiner neuen MicroStrategy 8.1 Softwareplattform zu punkten und veranstaltet rund um seine Dynamic Enterprise Dashboards zahlreiche Events um diese Lösung potentiellen Kunden näher zu bringen. Bereits im ersten Quartal 2007 wurden eine Reihe dieser Events in 45 verschiedenen Lokalitäten rund um den Erdball durchgeführt, bei denen teilweise mehr als 2.000 Spezialisten anwesend waren - doch bislang ging diese Strategie nicht auf, was sich schmerzlich an den jüngsten Quartalszahlen ablesen lässt.

Kurzportrait

Die im Jahre 1989 gegründete und im US-Bundesstaat Virginia ansässige MicroStrategy entwickelt intelligente Analysesoftwarelösungen, die Firmen die Auswertung von Nachfragetrends und Kundenwünsche im perfekten Zusammenspiel mit Marketing und Produktangebot erleichtern soll. Entsprechende Berichte, die mit Hilfe dieser Softwareanwendung generiert werden, sollen Firmen dabei helfen ihr Produktangebot besser für den Absatzmarkt abzustimmen, um so Umsatzerlöse zu steigern. Mit der neuen Softwareplattform MicroStrategy 8.1 will das Unternehmen die gesamten Bedürfnisse in Verbindung mit den heutigen Anforderungen an das Internet, sowie andere drahtlose Kommunikationswege erfüllen.

Mit mehr als 1.700 Kunden sieht sich MicroStrategy nach wie vor als einer der führenden Anbieter von intelligenten Analysesoftwarelösungen. Das Softwarehaus betreut unter anderem die Technologiefirmen wie IBM, eBay, PeopleSoft und JD Edwards. Aber auch die Branchengrößen Best Buy, die Deutsche Bank und AT&T zählen zum Kundenkreis der Gesellschaft. Gleichzeitig arbeitet MicroStrategy mit mehr als 300 Technologiepartnern zusammen, um die Kompatibilität der angebotenen Softwareprodukte mit anderen Software- und Datenbankplattformen zu gewährleisten.

MicroStrategy hat sich dabei nicht auf einen speziellen Industriezweig spezialisiert, sondern bietet seine Lösungen sowohl für die Luftfahrtindustrie, Finanzwirtschaft, Automobilindustrie, als auch für die Pharma- und Gesundheitsindustrie an. Neben der Lizenzierung von Software offeriert MicroStrategy aber auch Beratung und technischen Support.

Neben zahlreichen Vertriebs- und Niederlassungsbüros in den USA, ist MicroStrategy auch im Ausland mit verschiedenen Zweigstellen in Kanada, Spanien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, sowie in Lateinamerika und Asien präsent.

Zahlen

Für das vergangene erste Quartal 2007 meldet MicroStrategy einen leichten Umsatzanstieg auf 72,4 Mio. US-Dollar, ein Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der für Softwarefirmen so wichtige Lizenzumsatz brach um 28 Prozent auf 16,7 Mio. Dollar ein, nach Lizenzerlösen von 23,1 Mio. Dollar im Jahr vorher.

Der Nettogewinn brach um 35 Prozent auf 9,8 Mio. Dollar oder 75 US-Cent je Aktie ein, nach einem Plus von 15 Mio. Dollar oder 1,05 Dollar je Aktie im Jahr vorher. Damit verfehlte der Softwarespezialist deutlich die Markterwartungen. An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Erlösen von 80,9 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 1,27 Dollar je Aktie kalkuliert.

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