Medion: Billigheimer fehlt der Coolness-Faktor

Montag, 16. März 2009 13:55
Medion

(IT-Times) Für das vergangene Jahr 2008 musste der Unterhaltungselektronikhersteller Medion AG (WKN: 660500) einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen. Auch für das laufende erste Halbjahr 2009 stehen die Zeichen bislang auf Schrumpfkurs.

Der Grund ist die anhaltende Wirtschaftsflaute, die insbesondere Konsumenten zum Sparen zwingt. Zwar ist Medion bekannt für ein gutes Preis-Leistungsverhältnis seiner Produkte und dürfte damit eigentlich vom Sparzwang der Kunden profitieren, allerdings hat die Absatzflaute im PC-Markt insgesamt zu einer neuen Preisrunde bei PC-Herstellern geführt. Insbesondere Discounter, die Medion im großen Stil beliefert, haben sich zuletzt einmal mehr mit aggressiven Preisen hervorgetan, um Konsumenten weiter bei der Stange zu halten.

Trend geht zu Netbooks - niedrigere Gewinnnmargen
Damit könnten im laufenden Jahr die Gewinnmargen bei Medion unter Druck geraten, zumal der Trend ohnehin zu günstigen Netbook-Systemen hingeht. Während die Wirtschaftsflaute deutliche Spuren am PC-Markt hinterließ, boomte zuletzt der Absatz der Billig-Notebooks. Auch Medion ist inzwischen auf den Zug aufgesprungen und hat mit dem Medion Akoya Mini E1210 ein günstiges Netbook am Start, welches für 299 Euro unter anderem über die Baumarktkette Praktiker angeboten wird. Allerdings sind im boomenden Netbook-Markt die Gewinnmargen meist deutlich niedriger als im traditionellen Notebook-Markt, weshalb etablierte Anbieter wie Apple bislang (noch) von einem Markteinstieg absehen.

Preisverfall auch im GPS-Markt
Ferner hat sich Medion inzwischen auch im Markt für portable Navigationssysteme vorgewagt und Anfang März unter anderem sein erstes Connected-Navi mit Mobilfunk-Diensten vorgestellt. Doch auch im Markt für GPS-Systeme tobt längst ein ruinöser Preiskampf, der selbst etablierte Marktführer wie TomTom und Garmin in die Enge getrieben hat. Zudem setzen immer mehr Kunden auf Smartphones mit GPS-Funktion. Daher dürfte der Markt für portable GPS-Systeme seinen Höhepunkt schon überschritten haben.

Wettbewerb wird härter - Kult-Marken auf den Vormarsch
Zwar nimmt Medion hier zu Lande den vierten Platz unter den PC-Herstellern ein, dennoch könnte es für den Aldi-Zulieferer zunehmend schwieriger werden, sich am Markt gegen die großen Markenhersteller zu behaupten. Hintergrund sind nicht nur sinkende Gewinnmargen, sondern der Trend hin zu neuen Kult-Marken wie Apple, die sich trotz hoher Preise bei Konsumenten immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Zudem glänzen auch andere Marken-Hersteller wie Acer und Asustek mit sehr konkurrenzfähigen Preisen, die sich nur noch wenig vom Medion-Preisniveau abheben…

Kurzportrait

Die in Essen ansässige Medion AG wurde vor über 20 Jahren gegründet und ist seither mit seinem Geschäftsmodell erfolgreich im Markt vertreten. Das Unternehmen tritt als Entwickler und Händler von verschiedensten Elektronik-, Multimedia- und Telekommunikationsgeräten auf.

Medion will dabei mit modernen Design und sehr wettbewerbsfähigen Preisen punkten und damit insbesondere dem Privatanwender ein sehr günstiges Preis-Leistungsverhältnis bieten. Im Vordergrund steht dabei das „Build-to-Order“ Prinzip, um hohe Lagerhaltungskosten zu vermeiden. Dabei produziert Medion erst Ware in einer entsprechenden Stückzahl, wenn entsprechende Bestellungen von Handelspartnern vorliegen. Diesen Kostenvorteil will das Unternehmen auch an seine Kunden weitergeben Zu den Handelspartnern und Kunden des Unternehmens gehören namhafte Discounter wie Aldi und real, aber auch Tchibo, Plus, Interdiscount, Marktkauf, Media Markt und Kartstadt.

Im Produktangebot hat sich Medion vor allem auf drei Kernbereiche spezialisiert: Multimedia (PCs, Notebooks, Flachbildschirme, Scanner, Drucker Software, Unterhaltungs- und Haushaltselektronik (TV, DVD-Player und Recorder) sowie Kommunikationstechnik (Decoder, SAT-Systeme, Telefone, Anrufbeantworter).

Medion vertreibt dabei seine Produkte nicht nur unter seinem eigenen Markennamen, sondern auch unter den Labels von Microstar, Micromaxx, Lifetec, Life, Cybercom und Tevion.

Einen wichtigen Bestandteil und Wettbewerbsvorteil sieht das Unternehmen in seinem umfangreichen After-Sales-Service. Hierfür stellt Medion eine 365-Tage-Hotline im eigenen Call-Center zur Verfügung, um den Support für seine Produkte zu gewährleisten.

Nachdem sich Medion zunächst auf die Eroberung des deutschen Marktes bzw. den Märkten in Westeuropa konzentrierte, will das Unternehmen auch im Ausland stärker Fuß fassen. So unterhält das Unternehmen heute Niederlassungen in den USA, Hongkong und in Australien. Der Medion-Gründer Gerd Bachmann hält nach wie vor mit über 61 Prozent die Mehrheit an Medion.

Zahlen

Medion erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von rund 1,61 Mrd. Euro. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als Medion noch 1,65 Mrd. Euro erzielte.

Meldung gespeichert unter: Medion

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