Marvell profitiert vom WLAN-Boom

Dienstag, 23. Mai 2006 00:00

(IT-Times) Im 34ten Quartal infolge konnte der US-Halbleiterspezialist Marvell Technology (Nasdaq: MRVL<MRVL.NAS>, WKN: 930131<MVL.FSE>) seine Umsätze nunmehr steigern und im vergangenen ersten Fiskalquartal 2007 abermals mit einem Rekordumsatz aufwarten.

Marvell setzt auf Diversifizierung

Mit der dritten Übernahme innerhalb weniger Monate verstärkte sich Marvell im Februar dieses Jahres. Das Unternehmen kaufte das Printer-Chipgeschäft von Avago Technologies für 240 Mio. Dollar. Ende vergangenen Jahres übernahm man bereits das Festplatten-Controller Chip-Geschäft von QLogic für 225 Mio. Dollar. Im Dezember folgte kurz darauf mit der Übernahme von UTStarcoms 3G-Chip-Design-Einheit für 25 Mio. Dollar ein weiterer Zukauf, der das Wachstum in der Zukunft beflügeln soll.

Schon glaubt man im Hause SG Cowen, dass durch die jüngsten Zukäufe und Eigenentwicklungen eine neue Phase des Wachstums bei Marvell angebrochen ist. Allein im laufenden Jahr dürfte WLAN-Technik mehr und mehr Einzug in die Unterhaltungselektronik halten, meinen die Analysten. Neue Mobiltelefone aus dem Hause Nokia und Motorola sind mit entsprechenden Funktionen bereits ausgestattet. Auch im Netzwerkmarkt sehen die Cowen-Analysten Marvell weiter im Vorwärtsgang. Die zunehmende Akzeptanz von GigE Switching im Netzwerkmarkt dürfte das Marvell-Geschäft positiv beeinflussen, glaubt Cowen-Analyst Jim Liang.

Aber nicht nur das Netzwerk-Controller-Geschäft dürfte bei Marvell weiter für steigende Erlöse sorgen, auch das Festplatten- und Printer-Controller-Geschäft boomt. Bereiche in denen sich Marvell erst vor kurzem verstärkt hat. Die jüngsten Zukäufe haben sich offenbar für Marvell gelohnt. Das Management hob seine Umsatzschätzung für das laufende Fiskaljahr jüngst auf 2,37 bis 2,42 Mrd. Dollar an.

Kurzportrait

Die im Jahre 1995 gegründete und im kalifornischen Sunnyvale und auf den Bermudas ansässige Marvell Technology Group gilt als Spezialist für Breitband-Applikationen und für Speicherkomponenten. Zunächst konzentrierte sich Marvell auf die Fertigung von Speicherkomponenten und belieferte zunächst Laufwerk- und Festplattenhersteller, wie Fujitsu, Hitachi, Samsung, Seagate und Toshiba. Später entwickelte das Unternehmen auch Produkte für den Halbleitermarkt, darunter Controller, Switcher, Transceiver und so genannte Channels. Darunter versteht man Wandler, welche analoge Signale und Daten in digitale Daten wandeln, damit diese anschließend für Computer lesbar sind.

Insgesamt ist der US-Halbleiterspezialist heute in sechs wesentliche Produktbereiche unterteilt. Der Bereich Switching Products bietet bereits die sechste Generation an Switching-Lösungen an, welche insbesondere für Systemhersteller zugeschnitten sind.

Die Alaska-Produktfamilie ist das Ergebnis des Transceiver Geschäftsbereichs. Marvells Ethernet-Transceiver unterstützen insbesondere die schnellen Netzwerkstandards LAN und MAN.

Die Produktgruppe Wireless Products entwickelt unter anderem die Libertas-Chipsätze, welche für den high-end Netzwerkmarkt zugeschnitten sind. Mit seinen Yukon Ethernet-Controllern, die aus dem Geschäftsbereich PC Connectivity Products hervorging, entwickelt Marvell heute wichtige Komponenten für Client-/Server Netzwerke. Gateway- und Speicherlösungen runden das Marvell-Produktportfolio entsprechend ab. Nach der Übernahme von Galileo Technology für 2,5 Mrd. Dollar im Jahr 2001, ergänzte sich das Unternehmen im Jahr 2003 im Netzwerkbereich durch die Übernahme von RADLAN Computer Communications. Ende 2003 übernahm Marvell den Spezialisten Asica vollständig. Im Herbst 2005 kaufte Marvell sein Festplatten-Controllergeschäft von QLogic für 225 Mio. Dollar. Im Dezember folgte dann die Übernahme von UTStarcoms Chip-Design-Geschäft für 24 Mio. Dollar. Anfang 2006 kaufte Marvell das Printer-Chip-Geschäft von Avago für 240 Mio. Dollar in bar.

Den Großteil seiner Umsatzerlöse erzielt Marvell durch wenige Großkunden. So rüstet das Unternehmen neben Intel, Samsung, Hitachi, Seagate auch Toshiba aus. Diese Firmen zeichnen für rund die Hälfte der gesamten Umsätze verantwortlich. Insgesamt ist die Marvell-Gruppe mit eigenen Tochterfirmen in Japan, Taiwan, Großbritannien und Israel vertreten.

Firmenchef Seaht Sutardja und seine Frau Weili Dai hielten zuletzt noch jeweils rund 26 Mio. Marvell-Aktien.

Zahlen

Für das vergangene erste Fiskalquartal 2007 meldet Marvell einen Umsatzanstieg auf 521,2 Mio. US-Dollar, was einem Zuwachs von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Gewinn kletterte zunächst um 19 Prozent auf 75,3 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, nach einem Plus von 63,5 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen konnte das Unternehmen für das jüngste Quartal sogar einen operativen Gewinn von 141,1 Mio. Dollar oder 44 US-Cent je Aktie melden, was einem Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld zunächst nur mit Einnahmen von 516,9 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 42 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Markt und Wettbewerb

Zu einem der Hauptkonkurrenten zählt unter anderem der US-Kommunikationsausrüster Agere Systems. Im Rahmen einer Partnerschaft mit Infineon und Motorola entwickelt Agere DSP-Chips (Digital Signal Processor). Hierfür wurde das Joint Venture StarCore ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Chartered Semiconductor arbeitet Agere darüber hinaus an neuen Produktionstechniken für Halbleiter.

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