Marvell profitiert vom iPhone- und BlackBerry-Boom

Donnerstag, 4. Dezember 2008 12:35
Marvell Technology Group

(IT-Times) Während die gesamte Halbleiterbranche und insbesondere Speicherhersteller unter der Konjunkturschwäche ächzten, weist der US-Halbleiterspezialist Marvell Technology (Nasdaq: MRVL, WKN: 930131) den höchsten freien Cashflow in der Firmengeschichte aus. Daneben konnte Marvell auch die Gewinnerwartungen trotz Wirtschafts- und Finanzkrise im jüngsten Quartal nochmals übertreffen. Der Markt reagierte auf die Geschäftszahlen mit einem Kurssprung von 20 Prozent.

Der Hersteller von Unterhaltungselektronikchips profitierte dabei aber nicht nur von seiner gesunden Kostenbasis, sondern auch von einer weiteren Diversifizierung seiner Kundenbasis. Im jüngsten Quartal zeichnete einzig und allein der Festplattenhersteller Western Digital für mehr als zehn Prozent der gesamten Marvell-Umsätze verantwortlich. Inzwischen beliefert Marvell auch andere namhafte Hightech-Größen wie Apple (iPhone) und Research In Motion (BlackBerry) mit seinen Chips.

Sowohl das iPhone als auch der BlackBerry gelten als Trendprodukte, die sich auch dann noch vergleichsweise gut verkaufen, wenn die Konjunktur in einer tiefen Krise steckt. Davon profitiert auch Marvell, dessen Ingenieure schon an die Zeit nach dem iPhone-Boom denken und planen.

Konvergente Alleskönner auf dem Vormarsch
Eine große Zukunft räumt Marvell dabei dem Markt für konvergente Notebook PCs und Smartphones ein. Die digitalen Alleskönner könnten sich in den nächsten Jahren zum Massenmarkt entwickeln, glaubt man bei Marvell. Entsprechend ist das Unternehmen bereits in diesen Markt aktiv geworden und kann entsprechende Komplettlösungen anbieten.

Ein konvergentes Smartphone, welches zwischen 100 und 200 US-Dollar kosten wird, erwartet Marvell schon in weniger als 12 Monaten. Gute Nachrichten nicht nur für den Verbraucher, sondern auch für Marvell-Aktionäre, kann sich das Unternehmen damit einen weiteren Absatzmarkt erschließen…

Kurzportrait
Die im Jahre 1995 gegründete und im kalifornischen Sunnyvale und auf den Bermudas ansässige Marvell Technology Group gilt als Spezialist für Kommunikations- und Breitband-Chips. Zuletzt stieg Marvell auch in das Geschäft mit Flashspeicher-Controllern ein.

Zunächst konzentrierte sich Marvell auf die Fertigung von Speicherkomponenten und belieferte insbesondere Laufwerk- und Festplattenhersteller wie Fujitsu, Hitachi, Samsung, Seagate und Toshiba. Später entwickelte das Unternehmen auch Produkte für den Halbleitermarkt, darunter Controller, Switches und Transceiver sowie Mobilfunk- und Handheld-Chips.

Insgesamt ist der US-Halbleiterspezialist heute in sechs wesentliche Produktbereiche unterteilt. Der Bereich Switching Products bietet Switching-Lösungen an, welche insbesondere für Systemhersteller zugeschnitten sind. Die Alaska-Produktfamilie ist das Ergebnis des Transceiver Geschäftsbereichs. Marvells Ethernet-Transceiver unterstützen insbesondere die schnellen Netzwerkstandards LAN und MAN.

Die Produktgruppe Wireless Products entwickelt unter anderem die Libertas-Chipsätze, welche für den high-end Netzwerkmarkt zugeschnitten sind. Mit seinen Yukon Ethernet-Controllern, die aus dem Geschäftsbereich PC Connectivity Products hervorging, entwickelt Marvell heute wichtige Komponenten für Client-/Server Netzwerke. Gateway- und Speicherlösungen sowie VoIP-, Connectivity- und Power-Management-Produkte runden das Marvell-Produktportfolio entsprechend ab.

Nach der Übernahme von Galileo Technology im Jahr 2001, ergänzte sich das Unternehmen im Jahr 2003 im Netzwerkbereich durch die Übernahme von RADLAN Computer Communications. Ende 2003 übernahm Marvell den Spezialisten Asica vollständig. Im Herbst 2005 kaufte Marvell sein Festplatten-Controllergeschäft von QLogic. Im Dezember folgte dann die Übernahme von UTStarcoms Chip-Design-Geschäft. Anfang 2006 kaufte Marvell das Printer-Chip-Geschäft von Avago. Zudem wurde XScale-Mobilfunkchipgeschäft von Intel übernommen.

Den Großteil seiner Umsatzerlöse erzielt Marvell durch wenige Großkunden. So rüstet das Unternehmen neben Apple, Intel, Samsung, Hitachi, Seagate, Toshiba auch Research In Motion und Western Digital aus. Diese Firmen zeichnen für rund die Hälfte der gesamten Umsätze verantwortlich. Insgesamt ist die Marvell-Gruppe mit eigenen Tochterfirmen in Japan, Taiwan, Großbritannien und Israel vertreten.

Zahlen
Für das vergangene dritte Fiskalquartal 2009 meldet Marvell einen Umsatzanstieg um 4,3 Prozent auf 791 Mio. US-Dollar. Dabei erwirtschaftete Marvell zunächst einen Gewinn von 70,9 Mio. Dollar oder elf US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Minus von 6,4 Mio. Dollar zu Buche stand.

Meldung gespeichert unter: Marvell Technology Group

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