Markt für Embedded-Systeme wächst zweistellig

Dienstag, 11. November 2008 14:50
BITKOM

- BITKOM veröffentlicht Studie zur Bedeutung des Sektors

- 290.000 Mitarbeiter bei Anbietern und Anwendern von Embedded- Systemen setzen rund 19 Milliarden Euro um

- Strategische Bedeutung für Investitionsgüterindustrie

München, 11. November 2008

Der Markt mit Embedded-Systemen wächst in Deutschland sehr dynamisch. Die Anbieter aus der IT-Branche erwarten für 2008 einen Umsatz von 4 Milliarden Euro. Das sind 10 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Mitarbeiter in den Anwenderbranchen für Embedded-Systeme wie dem Maschinen- oder Fahrzeugbau erwirtschaften sogar ein Marktvolumen von etwa 15 Milliarden Euro. Sie entwickeln in Eigenleistung Software, zum Teil auch Hardware, und erbringen Integrationsdienstleistungen. Der Gesamtmarkt für Embedded-Systeme für Deutschland hat damit ein Volumen von rund 19 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Die Bedeutung des Sektors Embedded Systeme“, die der BITKOM heute auf der Messe Electronica vorgestellt hat. Der Hightech-Verband hatte die Untersuchung bei Pierre Audoin Consultants (PAC) und TechConsult in Auftrag gegeben. „Kaum ein anderer Markt in der Informationstechnologie wächst so stabil und kontinuierlich wie der Markt für Embedded-Systeme. Trotz seiner strategischen Bedeutung für die Investitionsgüterindustrie wird das Segment in der deutschen Öffentlichkeit vernachlässigt und stark unterschätzt“, sagte Heinz Paul Bonn, Vizepräsident des BITKOM.

Ob in der Automation von industriellen Anlagen, der ABS- und Airbag-Steuerung im Auto oder in Herzschrittmachern und Magnetresonanztomografen: Sie alle werden gesteuert, geregelt oder überwacht durch Embedded-Systeme. Diese Softwaremodule, Recheneinheiten oder Mikro-Computer wurden für eine genau definierte Funktion entwickelt. Sie sind meist unsichtbar in ein technisches Umfeld integriert. Im Rahmen der Studie ist zum ersten Mal der deutsche Markt sowohl aus Anbieter- wie auch aus Anwendersicht untersucht worden. Knapp 300 Unternehmen sind im August und September befragt worden. Hier die wichtigsten, weiteren Ergebnisse:

Bei den Anbietern sind 2008 mehr als 40.000 Mitarbeiter beschäftigt, insbesondere Elektrotechniker und Technische Informatiker. 2.500 Stellen können derzeit nicht besetzt werden. Die Hauptkunden der Anbieter sind Unternehmen aus der Telekommunikations- und Elektroindustrie sowie dem Fahrzeugbau. Beide Branchen beziehen 2008 Produkte und Dienstleistungen im Wert von je 1 Milliarde Euro. Drittgrößter Abnehmer ist der Maschinenbau. Dort werden Embedded-Systeme im Wert von etwa 780 Millionen Euro verwertet. 86 Prozent des Umsatzes mit Embedded-Systemen erwirtschafteten die deutschen Anbieter 2007 in der EU, 69 Prozent allein in Deutschland. Drittgrößter Markt für deutsche Anbieter sind die USA mit einem Anteil von 7 Prozent.

In den Anwenderbranchen arbeiten 250.000 Menschen im Umfeld von Embedded-Systemen – sechs Mal mehr als bei den Anbietern. In der Telekommunikations- und Elektroindustrie sind es 110.000 Mitarbeiter, im Maschinenbau 68.000 und im Fahrzeugbau 46.000. Alle untersuchten Anwenderbranchen sind der Meinung, dass Embedded-Systeme für ihre Endprodukte sehr wichtig sind. Jeder zweite befragte Maschinenbauer gab an, solche Systeme in seine Produkte zu implementieren. Bei den TK- und Elektrounternehmen war es jedes dritte Unternehmen. Im Schnitt stecken die Anwender immerhin 5 Prozent des Gesamtumsatzes ihrer Endprodukte in die Entwicklung von Embedded-Systemen. 

Ein Großteil der Umsätze in diesem Markt wird nicht mit Standardprodukten erwirtschaftet. Deutsche Anbieter können ihre Stärken im Projektgeschäft für Individuallösungen nutzen. Embedded-Systeme gelten als Entwicklungstreiber für Innovationen in der Automobil-, Luftfahrt-, Elektro- und Maschinenbauindustrie. Ihre strategische Bedeutung für alle diese Branchen macht Embedded-Systeme zu einem heute und in Zukunft besonders wichtigen Faktor des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Damit Deutschland langfristig als Innovationsstandort für Embedded Systeme bestehen kann, bedarf es qualifizierter Arbeitskräfte, eines transparenten Marktes und vereinfachten Zugangs zu Kapital sowie eines gesunden Wettbewerbs. Um dies zu erreichen, müssen Unternehmen aus dem Anbietersektor und den Anwenderbranchen ihre gemeinsamen Interessen vertreten.

Ansprechpartner

Marc Thylmann

Pressesprecher

Meldung gespeichert unter: BITKOM

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