Manz: Solar-Segment erweist sich als Klotz am Bein

Anlagenhersteller

Donnerstag, 3. Januar 2013 16:21
Manz Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der Maschinen- und Anlagenbauer Manz AG hat die strategische Marschrichtung definiert: Man setzt auf die drei Geschäftsbereiche Display, Solar und Battery. Vor allem in den Bereichen Display und Solar könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein. Während im Segment Display die rosigsten Zukunftschancen gesehen werden, kämpft man im Segment Solar mit den widrigen Bedingungen in der gesamten Branche und musste zuletzt zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte Mitarbeiter entlassen

Wachstumshoffnung Display

Displays kommen in immer mehr Bereichen zum Einsatz: Tablet PCs, Smartphones, LCD-Fernsehgeräte. Displays sind heute im alltäglichen Leben fast nicht mehr wegzudenken. Durch den Einzug von Touch-Displays steigen sogar die Einsatzmöglichkeiten, wodurch auch die Nachfrage weiter zunehmen wird.

Allein bei LCD-Fernsehern sehen Marktforscher in 2013 einen Absatz von über 200 Millionen Einheiten, nachdem in 2012 voraussichtlich 188 Millionen LCD-TV-Geräte ausgeliefert wurden. Bei Smartphones und Tablet PCs ist der Boom noch stärker. Allein zwischen 2011 und 2015 dürften weltweit über vier Milliarden Smartphones verkauft werden, so die Marktforscher Gartner und IDC. Bei Tablets rechnen die IDC-Marktforscher mit einem Sprung von über 100 Millionen verkauften Einheiten in 2012, auf über 142 Millionen Geräte in 2013 - ideale Voraussetzungen also für die Manz AG von diesem Boom zu profitieren.

Im Geschäftsjahr 2012 stieg der Umsatz im Segment Display bei der Manz AG (WKN: A0JQ5U) um knapp 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und auch die ersten Folgeaufträge wurden bereits verkündet. So soll der Maschinenbauer Systeme und Anlagen zur Produktion von Display-Systemen und -Anlagen liefern. Der Auftrag habe ein finanzielles Volumen von 20,8 Mio. Euro. Die Manz AG wird demnach Komponenten für berührungsempfindliche mobile Endgeräte mit dem Betriebssystem Windows 8 herstellen.

Solar: Weniger Umsatz, mehr Sorgen

In den vergangenen Jahren konnte die Manz AG ihr Geschäftsmodell frühzeitig durch die erfolgreiche Diversifikation in den strategischen Geschäftsbereichen Display und Battery unabhängiger von einzelnen Branchenzyklen machen. Umsatz- und Ertragsausfälle im Geschäftsbereich Solar konnten damit teilweise kompensiert werden.

Angesichts anhaltend geringer Neuinvestitionen in neue Maschinen und Anlagen durch Unternehmen aus der Solarbranche hat die Manz AG nunmehr jedoch nach eigenen Worten, die Optimierung der Organisationsstrukturen und -prozesse innerhalb des gesamten Konzerns angestoßen. Aus diesem Grunde wurden insgesamt 62 Stellen an den deutschen Standorten Reutlingen, Tübingen und Karlstein abgebaut. Man hofft darüber hinaus auf weitere Wachstumschancen im Solarsegment und eine damit einhergehende Auslastung der aktuellen Überkapazitäten. Durch die stark gesunkenen Modulpreise sieht man allerdings einen beschleunigten Anstieg der neu installierten Leistung auf dem Photovoltaikmarkt. Der Bedarf an neuen, innovativen Produktionsanlagen soll damit wieder steigen. In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres lag der Umsatz im Solarsegment indes um 74 Prozent unter den Vorjahreswerten.

Kurzportrait

Die im Jahre 1987 von Dieter Manz gegründete und in Reutlingen ansässige Manz AG ist heute ein führender Hersteller von Automatisierungsanlagen, die sowohl in der Photovoltaik-, der LCD-Fertigungsindustrie, als auch bei der Herstellung von Hartmetallwerkzeugen zum Einsatz kommen. Gleichzeitig stellt Manz auch Systemlösungen für Labor- und Pharmaunternehmen sowie Komponenten (aico) für den Einsatz in der Automationstechnik bereit.

Zu den von Manz vertriebenen Produkten gehören unter anderem Handlingsysteme für LCD-Substrate, sowie Photovoltaik-Automatisierungssysteme, die beim Be- und Entladen von Prozessanlagen für die Herstellung von Solarzellen zum Einsatz kommen. Ferner werden Systeme für die Laborautomation angeboten, die in der Pharmaforschung und der Herstellung von Pharma-Produkten zum Einsatz kommt. Dazu gehören auch standardisierte Laborroboter, sowie Systeme zur Kommissionierung und Verpackung. Ergänzt werden die oben genannten Geschäftsbereiche durch Produkte für die automatisierte Handhabung von Kleinteilen. Über eine Kooperation mit der deutschen Würth Solar ist Manz auch in die Produktion von Dünnschicht-Anlagen (CIGS-Module) eingestiegen. 2011 wurde die CIGS-Produktionslinie am Standort Schwäbisch Hall mit 116 Mitarbeitern von der Würth Solar GmbH & Co. KG komplett übernommen. Neben der Produktionsstätte erwarb Manz auch die Lizenzen und das Know-how von Würth Solar.

Insgesamt ist Manz nicht nur mit Niederlassungen in Deutschland, sondern auch in den USA, Taiwan, Südkorea, China, Indien, Israel, Ungarn und in der Slowakei vertreten. Zuletzt beschäftigte Manz weltweit mehr als 1.990 Mitarbeiter. Nachdem sich Manz Ende 2007 durch die Übernahme der Tübinger Maschinenbauer Christian Majer GmbH & Co. KG. verstärkt hat, schlug das Unternehmen Anfang 2008 erneut zu und übernahm Teile des taiwanischen Anlagenbauers Intech Machines Co. Ltd. Im Herbst 2009 gab Manz bekannt, Intech vollständig übernehmen zu wollen. Zudem wurde Böhm Electronic Systems Slowakei s.r.o. in der Slowakei sowie die deutsche Majer übernommen. Ende 2008 beteiligte sich Manz an dem Spezialisten CyBio.

2010 eröffnete Manz ein Entwicklungszentrum für Vakuumbeschichtungstechnik. Zudem nahm die neu gegründete Tochtergesellschaft Manz Coating ihre Arbeit auf. 2011 erfolgte die Umbenennung von “Manz Automation AG” auf Manz AG, um weniger als Automatisierungsspezialisten und dafür eher als Anbieter von integrierten Produktionssystemen wahrgenommen zu werden.

Meldung gespeichert unter: Manz

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