Manz Automation vor schwierigem Jahr

Dienstag, 3. März 2009 13:06
Manz Automation Unternehmenslogo

(IT-Times) Die Aktien des Reutlinger Anlagenbauers Manz Automation AG (WKN: A0JQ5U) gerieten in den vergangenen Tagen deutlich unter die Räder. Nachdem das Unternehmen für 2008 noch Rekordergebnisse vermelden konnte, dürfte es in 2009 zu einem abrupten Ende des Wachstumskurses kommen.

Analysten rechnen in 2009 bestenfalls mit einer Stagnation. Angesichts der anhaltenden Finanzierungsschwierigkeiten bei der Realisierung großer Solarprojekte könnten die Umsätze bei Manz in diesem Jahr sogar deutlich sinken, nachdem das Unternehmen in 2008 dank seiner Solarausrüster-Einheit noch dreistellig gewachsen war. Allerdings hat die Solarbranche hat in den vergangenen Jahren Überkapazitäten aufgebaut, die sich nunmehr in einem rapiden Preisverfall bei Solarmodulen widerspiegeln. Hersteller haben inzwischen den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten gestoppt und warten erst einmal ab.

Die Zurückhaltung der PV-Hersteller trifft hingegen Anlagenbauer wie Manz Automation. Zwar verfügte das Unternehmen zum Jahresende über einen Auftragsbestand von 107 Mio. Euro, die Akquisition neuer Aufträge dürfte sich aber angesichts der Rezession als ungemein schwierig erweisen.

Folgt nach der Kooperation die Fusion?
Die schwierige Zeit zwingt Manz Automation zu weitergehenden Kooperationen, um Kosten zu drücken und Effizienzen zu heben. So hat das Unternehmen mit dem einstigen Rivalen Roth & Rau seine Zusammenarbeit vertieft. So sollen neue Produktionslinien entwickelt werden, um die Produktion von kristallinen Silizium-Solarzellen mit höheren Wirkungsgraden zu realisieren. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen beider Firmen wollen dabei eng zusammenarbeiten. Unterstützung erhält das Duo dabei auch vom Solarforschungsinstitut der University of New South Wales, mit dem die Roth & Rau AG seit Dezember 2008 zusammenarbeitet.

Durch die engere Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen erhielten zuletzt Spekulationen um eine Fusion der beiden Anlagenbauer neue Nahrung. Noch wiegelt man bei Manz ab. Ein Merger sei derzeit kein Thema, heißt es. Doch der Markt könnte das Duo schnell einholen und zu einem Zusammenschluss zwingen.

Wettbewerb im Ausrüstermarkt intensiviert sich
Hintergrund: Der Wettbewerb in der Ausrüsterbranche hat sich zuletzt deutlich intensiviert. Inzwischen haben Global-Player wie Applied Materials den Markt für sich entdeckt. Die Marktforscher des Hauses VLSI Research sehen Applied Materials heute bereits als den größten weltweiten Solarausrüster, nachdem der Halbleiterausrüster erst in 2006 in den Markt eingestiegen war.

Daneben verfügt der Ausrüstergigant auch über erheblich mehr Mittel als die kleineren Wettbewerber aus Deutschland. Während Manz zuletzt über Barreserven von 50 Mio. Euro verfügte, ist Applied trotz Wirtschaftskrise in der Lage mehrere hundert Millionen von US-Dollar in Forschung und Entwicklung zu investieren. Die Mehrheit der Mittel soll dabei in die Weiterentwicklung der Solar-Einheit rund um die SunFab-Fertigungslinie fließen, wie das Unternehmen zuletzt durchblicken ließ.

Auch andere bisher branchenfremde Unternehmen wie Singulus haben die Solarausrüsterbranche für sich entdeckt. Zudem spielen auch andere Halbleiterausrüster mit dem Gedanken, in den Solarausrüstermarkt einzusteigen, um Synergieeffekte aus der Halbleiterbranche zu nutzen. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, wird sich Manz nochmals strecken müssen, sei es durch weitere Übernahmen oder Kooperationen...

Kurzportrait

Die im Jahre 1987 von Dieter Manz gegründete und in Reutlingen ansässige Manz Automation AG ist heute ein führender Hersteller von Automatisierungsanlagen, die sowohl in der Photovoltaik-, der LCD-Fertigungsindustrie, sowie bei der Herstellung von Hartmetallwerkzeugen zum Einsatz kommen. Gleichzeitig stellt Manz Automation auch Systemlösungen für Labor- und Pharmaunternehmen sowie Komponenten (aico) für den Einsatz in der Automationstechnik bereit.

Zu den von Manz Automation vertriebenen Produkte gehören unter anderem Handlingsysteme für LCD-Substrate, sowie Photovoltaik-Automatisierungssysteme, die bei Be- und Entladen von Prozessanlagen für die Herstellung von Solarzellen zum Einsatz kommen. Ferner werden Systeme für die Laborautomation angeboten, die in der Pharmaforschung und der Herstellung von Pharma-Produkten zum Einsatz kommt. Dazu gehören auch standardisierte Laborroboter, sowie Systeme zur Kommissionierung und Verpackung. Ergänzt werden die oben genannten Geschäftsbereiche durch Produkte für die automatisierte Handhabung von Kleinteilen.

Die Produkte werden über vier strategischen Geschäftsbereich systems.solar (Photovoltaik), systems.lcd (LCD-Technik), systems.aico (Komponenten für OEM-Systeme) und systems.lab (Labortechnik für den Wissenschaftsbereich) vermarktet.

Insgesamt ist Manz Automation nicht nur mit Niederlassungen in Deutschland, sondern auch in den USA, Taiwan, Südkorea, China, Spanien, Spanien, Ungarn und in der Slowakei vertreten. Daneben unterhält Manz Automation auch eine Servicepartnerschaft in Indien. Zuletzt beschäftigte die Manz Automation mehr als 300 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte Ingenieure und Techniker. Die Mehrheit der von Manz Automation produzierten Produkte geht derzeit in den Export.

Nachdem sich Manz Automation Ende 2007 durch die Übernahme der Tübinger Maschinenbauer Christian Majer GmbH & Co. KG. verstärkt hat, schlug das Unternehmen Anfang 2008 erneut zu und übernahm den taiwanschen Anlagenbauer Intech Machines Co. Ltd. Zudem wurde Böhm Electronic Systems Slowakei s.r.o. in der Slowakei sowie die deutsche Majer übernommen. Ende 2008 beteiligte sich Manz an dem Spezialisten CyBio.

Zahlen

Meldung gespeichert unter: Manz

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