Macrovision profitiert von Film-Piraterie

Dienstag, 7. November 2006 00:00

(IT-Times) Der führende US-Anbieter von Kopierschutztechniken Macrovision (Nasdaq: MVSN<MVSN.NAS>, WKN: 906162<MV1.FSE>) kann im vergangenen dritten Quartal 2006 erneut Rekordeinnahmen verbuchen und die Erwartungen der Analysten übertreffen.

Vor allem im digitalen Zeitalter, wo Vertriebswege über das Internet zunehmend in den Vordergrund rücken, ist der Schutz von digitalen Inhalten unerlässlich. Die Nachfrage nach entsprechenden Kopierschutztechnologien steigt zwangsläufig und davon profitiert nicht zuletzt Macrovision. Nachdem das Unternehmen bereits einen Kontrakt mit dem DVR-Spezialisten TiVo abschließen konnte, meldete Macrovision im Oktober ein Abkommen mit dem Softwarespezialisten Sonic Solutions.

Kooperation mit Sonic Solutions

Demnach soll künftig Macrovisions RipGuard- und ACP Technologie in Sonics DVD On Demand Technik integriert werden. Sonic will diese kombinierte Lösung anschließend an Video-Publisher und Händler vermarkten. Die neue Technik soll vor allem DVDs vor dem sogenannten Ripping und vor dem digitalen Kopieren schützen. Die Lösung soll weder die Audio- noch die Videoqualität von DVDs beeinflussen und noch bis Ende 2006 auf den Markt kommen, versprechen die beiden Unternehmen.

Der Schaden durch illegale Filmkopien hat inzwischen einen neuen Höchststand erreicht, wobei dieser inzwischen größer ist, als bislang angenommen. Eine jüngste Studie unter dem Titel "Die wahren Kosten der Filmpiraterie für die US-Wirtschaft", geht von einem Schaden von 20,5 Mrd. Dollar allein im Jahr 2005 in den USA aus.

Um gegen illegale Kopierer zu Felde zu ziehen, setzen Rechteinhaber vor allem auf eine mehrgleisige Strategie. Zum einen sollen alle gesetzlichen Optionen gegen kommerzielle Kopierer ausgeschöpft werden, zum anderen investieren Hersteller und Filmemacher zunehmend in den Kopierschutz und Digital Right Management-Techniken. Dementsprechend optimistisch blicken auch Analysten auf das kommende Jahr 2007 und erwarten nach 2006 ein weiter zweistelliges Umsatz- und Gewinnwachstum bei Macrovision.

Kurzportrait

Macrovision, ansässig im kalifornischen Sunnyvale, gilt als einer der führenden Anbieter von Sicherheitssystemen und Kopierschutzmechanismen für digitale Datenträger. Das Unternehmen bietet daher Kopierschutzsysteme für herkömmliche Videokassetten, als auch für DVDs und CD-ROMs an.

Daneben können auch Daten, welche durch das Internet übertragen und zur Verfügung gestellt werden, geschützt werden. Besonders in diesem Bereich sucht die Branche inzwischen fieberhaft nach einer Lösung, nachdem sich Peer-to-Peer Plattformen und verschiedene andere Internet-Tauschbörsen regen Zulauf erfreuen. Macrovision hält dabei über 750 nationale und internationale Patente im Zusammenhang mit den entwickelten Kopierschutzverfahren. Das Unternehmen will sich durch weitere Zukäufe bzw. Neuentwicklungen gleichzeitig weitere Patente für ähnliche Produkte sichern. Im Jahr 2003 übernahm das Unternehmen die in Tel Aviv ansässige Midbar Tech, um das Produkt „Cactus Data Shield“ in eigene Produktentwicklung mit einzubinden. Gleichzeitig sicherte sich das Unternehmen die Rechte an Kopierschutztechniken der New Yorker Technologiefirma TTR Technologies. Mitte 2004 übernahm Macrovision den Softwarespezialisten InstallShield für rund 76 Mio. US-Dollar in bar. Mitte 2005 kaufte das Unternehmen den Online-Sicherheitsspezialisten Trymedia Systems für 34 Mio. Dollar. Anfang 2006 übernahm Macrovision den Softwarehersteller eMeta Corp für 35 Mio. Dollar.

Über die englische Tochter C-Dilla bietet Macrovision unter der Marke SafeDisc einen entsprechenden Kopierschutz für CD-ROMs an. Durch die Übernahme von Globetrotter kann Macrovision Softwareherstellern eine Lösung zur Verfügung stellen, welche die Wahrung ihrer Lizenzrechte gewähren soll. Mit FLEXnet rief Macrovision jüngst eine neue Plattform zur Verwaltung von Lizenzrechten ins Leben.

Neben Filmstudios, Softwarehersteller und Musiklabels, setzen auch Anbieter von digitalen Content zunehmend auf Kopierschutz aus dem Hause Macrovision. Insgesamt ist die Technologie des Unternehmens bei inzwischen über acht Mrd. DVDs, Videokassette und CDs im Einsatz. Neben dem Stammhaus in Santa Clara/Kalifornien ist das Unternehmen mit Forschungseinrichtungen und Verkaufsbüros in London und in Tokio vertreten.

Zahlen

Für das vergangene Septemberquartal meldet Macrovision einen Umsatzanstieg von 25 Prozent auf 58,1 Mio. Dollar. Der Gewinn kletterte dabei zunächst auf 6,4 Mio. Dollar oder zwölf US-Cent je Aktie, ein Zuwachs von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ausgenommen außergewöhnlicher Sonderbelastungen ergibt sich für das jüngste Quartal ein operativer Gewinn von 11,9 Mio. Dollar oder 23 US-Cent je Aktie, einen Cent mehr als Analysten im Vorfeld erwartet hatten.

An der Wall Street hatte man im Vorfeld mit Einnahmen von 57,7 Mio. Dollar sowie mit einem Nettogewinn von 22 US-Cent je Aktie kalkuliert.

Insgesamt generierte Macrovision im jüngsten Quartal einen positiven Cashflow von elf Mio. Dollar, nach vier Mio. Dollar im Jahr vorher. Die Barreserven kletterten zum Quartalsende auf 444 Mio. Dollar.

Ausblick

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