LPKF Laser - droht eine weitere Prognosekorrektur?

Laser Direct Structuring (LDS)

Dienstag, 28. Oktober 2014 12:28
LPKF Laser & Electronics

(IT-Times) - Die schwächere Weltwirtschaft hat nun auch den deutschen Spezialmaschinenbauer LPKF Laser & Electronics AG ausgebremst. Das Unternehmen musste seine Ziele für das Gesamtjahr 2014 senken, nachdem sich das Unternehmen rund um LPKF-Chef Ingo Bretthauer zur Jahresmitte noch zuversichtlich gezeigt hatte.

Den Umsatz sieht LPKF Laser (WKN: 645000) in 2014 nur noch bei 120 bis 125 Mio. Euro, nachdem das Unternehmen zuvor Einnahmen von 132 bis 140 Mio. Euro prognostiziert hatte. Die EBIT-Marge dürfte sich zwischen 10 bis 12 Prozent bewegen, nachdem man bislang eine Marge von 15 bis 17 Prozent antizipiert hatte.

LPKF Laser leidet unter Investitionszurückhaltung
In den letzten Wochen sind deutlich weniger Aufträge bei LPKF Laser eingegangen, die Elektronikindustrie hält sich derzeit mit Investitionen zurück. LPKF stellt Präzisionslaser her, die unter anderem in der Mobilfunk-, Automobil- und Solarindustrie zum Einsatz kommen.

Noch im Frühjahr sah es so aus, als könnte LPKF Laser vom Smartphone-Boom in China profitieren, nachdem innovative Hersteller wie Xiaomi auf die Laser Direct Structuring (LDS) Technik setzen. Doch in der Smartphone-Industrie zeichnen sich erste Sättigungstendenzen ab. Sowohl Sony (Xperia) als auch Amazon.com (Fire Phone) mussten zuletzt aufgrund ihrer Smartphone-Sparte hohe Verluste hinnehmen, nachdem weniger Telefone verkauft wurden.

Dies betrifft indirekt auch Anbieter wie LPKF Laser, hat die LDS-Technik inzwischen einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent bei Produktionsmethoden im Smartphone-Bereich. Jedes zweite Smartphone verfügt inzwischen über LDS-Komponenten.

Preisdruck in der LED-Branche
Zwar kommt die LDS-Technik immer häufiger auch in der LED-, Automobil- und Medizintechnologie zum Einsatz, doch auch große Hersteller wie Samsung wollen ihr LED-Geschäft zurückfahren. Hintergrund ist der anhaltende Preisdruck in der Branche, der es für einzelne Hersteller wie Philips und Samsung schwierig macht, Gewinne zu erwirtschaften.

In der Automobil- und Medizintechnikbranche ist zwar die LDS-Technik auf dem Vormarsch, doch offenbar reichen diese Aufträge (noch) nicht aus, um schwächere Geschäftssegmente auszugleichen.

In 2014 werden die Umsätze von LPKF Laser voraussichtlich unter dem Niveau von 2013 (129,7 Mio. Euro) bleiben, zudem könnte der Maschinenbauer auch seine Prognose für 2015 nach unten revidieren. Details dazu will LPKF Laser am 12. November nennen, wenn das Unternehmen konkrete Zahlen zum dritten Quartal vorlegt.

Kurzportrait

Die im Jahre 1976 gegründete LPKF Laser & Electronics AG mit Hauptsitz in Garbsen/Hannover ist ein führender Spezialmaschinenbauer. Das Unternehmen entwickelt seit über 35 Jahren Maschinen zur Materialbearbeitung, spezialisiert auf die Elektronik-, Kunststoff- und Solarindustrie.

Geschäftsschwerpunkt sind Lasersysteme, die zur Produktion von Systemen zur Herstellung von Leiterplatten-Prototypen für die Mikromaterialbearbeitung zum Einsatz kommen. Der Name LPKF leitet sich dabei vom Produkt Leiterplatten-Kopierfräse ab. Dabei operiert LPKF Laser aus folgenden Geschäftsbereichen heraus: Rapid-PCB-Prototyping (Herstellung von Leiterplatten-Prototypen), Leiterplattenbearbeitung, SMT-Stencil-Technologien (Laserschneiden von Lotpastenschablonen), Solarzellen-Strukturierung, Molded Interconnect Devices (Dreidimensionale Elektronikbauteile), Laser-Kunststoffschweißen.

Laseranlagen werden heute nicht nur in der Elektronik-, sondern auch in der Automobilindustrie sowie in der Kunststoffbranche als auch bei der Herstellung von Solarzellen eingesetzt. LPKF-Kunden nutzen die Technik des Unternehmens, um Leiterplatten zu entwickeln, aber auch, um diese durch Laser-Direkt-Strukturierung (LDS) direkt zu ersetzen.

Zu den LPKF-Kunden zählen insbesondere Elektronikkomponentenhersteller wie Molex. Um seine Geschäfte weiter auszubauen, betreibt LPKF zahlreiche Tochterfirmen. Die 100%ige Tochterfirma LaserMicronics GmbH verwaltet unter anderem die 3D-MID-Technik für die Laser-Direktstrukturierung. Weitere Tochterfirmen sind die LPKF Distribution (USA), die LPKF Laser & Electronics K.K. in Japan, sowie die LPKF (Tianjin) Co in China als auch die LPKF Laser & Electronics (Hong Kong) in Hongkong. Darüber hinaus hält LPFK Laser 75 Prozent der Anteile an der LPKF Laser & Elektronika in Slowenien. Im Jahr 2007 wurde die LPKF SolarQuipment GmbH gegründet und damit der Einstieg in den Markt für die Dünnschichtsolarzellenproduktion vollzogen.

Über 80 Prozent seiner Produkte setzte LPKF Laser zuletzt im Ausland ab, wobei über 70 Prozent der Erlöse in Asien generiert werden. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt mehr als 700 Mitarbeiter weltweit.

Markt und Wettbewerb

LPKF Laser sieht sich im Bereich im Bereich der Laser-gestützten Fertigungstechnik als einer der führenden Anbieter weltweit. Durch das Know-how im Bereich Optik-, Antriebs- und Steuerungstechnik in Verbindung mit eigener Software ist LPKF Laser eigenen Angaben nach Marktführer in vier von sechs Produktbereichen.

Meldung gespeichert unter: Laser

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