Logitech hofft auf den zweiten Frühling

Montag, 26. Oktober 2009 13:59
Logitech International

(IT-Times) - Die Schweizer Technologieschmiede Logitech International (Nasdaq: LOGI, WKN: A0J3YT) hat im vergangenen dritten Quartal zwar weniger umgesetzt und auch deutlich weniger verdient als im Vorjahr, dennoch sehen Marktbeobachter das Unternehmen auf einen guten Weg.

Gewinnmargen steigen wieder
Insbesondere loben Analysten das Kostenmanagement der Schweizer, so dass die Bruttomarge zuletzt wieder bei 30,5 Prozent lag. Damit rückt auch das langfristige Ziel des Unternehmens in greifbare Nähe, eine Bruttomarge von bis zu 34 Prozent erzielen zu können. Zuvor lag die Bruttomarge bei etwa 24 Prozent. Logitech hatte zuletzt nicht nur Stellen gestrichen, sondern auch seine Lagerbestände weiter abgebaut.

Daneben sieht sich Logitech auch in Sachen Marktanteile auf den richtigen Weg. Die jüngsten Daten hätten gezeigt, dass man insbesondere im Markt für PC-Lautsprecher und Fernbedienungen sowohl in den USA als auch in Europa weiter Marktanteile gewonnen habe, heißt es aus dem Management. Daneben loben Analysten wie Credit Suisse Experte Christoph Gretler die solide Bilanz von Logitech. Die Schweizer verfügen inzwischen über Barreserven von rund einer halbe Mrd. US-Dollar, nachdem Logitech im jüngsten Quartal einen positiven freien Cashflow von 115 Mio. Dollar generieren konnte.

Windows 7 könnte Logitech-Geschäft beflügeln
Insgesamt blieb die Marktnachfrage aber weiter schwach, wie die jüngsten Umsatzzahlen belegen. Die Hoffnungen ruhen nunmehr auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft, welches für die Schweizer durchaus zufriedenstellend verlaufen könnte. Nachdem Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 7 auf den Markt gebracht hat, spielen viele Konsumenten mit dem Gedanken, sich ein neues PC-System anzuschaffen, glauben Marktbeobachter.

Logitech dürfte vom Run auf Windows 7 zwar nicht direkt profitieren, langfristig könnten die Schweizer aber durchaus zu den Gewinnern dieser Entwicklung zählen. Denn viele PC-Käufer entscheiden sich zwar zunächst für ein Komplettsystem, kaufen aber später Zubehör wie Lautsprecher hinzu, wodurch auch die Schweizer von einer möglichen Windows 7 Sonderkonjunktur profitieren könnten…

Kurzportrait

Die in der Schweiz ansässige Logitech ist längst mehr ein Entwickler von Computermäusen und anderen Anzeigegeräten. Durch die Übernahme von Labtec bietet das Unternehmen inzwischen auch Lautsprecher und entsprechendes Audio-Zubehör für den PC an. Dennoch gehört das Geschäft mit Computermäusen und Anzeigegeräten nach wie vor zum Kerngeschäft des Schweizer Technologiespezialisten. Als Marktführer in diesem Bereich entwickelt die Gesellschaft nicht nur kabellose Computermäuse und Keyboards, sondern auch Joysticks, Gamepads, PC-Lenkräder, Headsets und auch Webcams. Das Geschäft mit Scanner fuhr Logitech zugunsten der Entwicklung von Webcams zurück.

Zuletzt feierte das Unternehmen ein kleines Jubiläum. Mit der Auslieferung der 500 Millionsten Computermaus und der 25 Millionsten Webcam erreichte Logitech einen neuen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Vor allem will die Schweizer Technologieschmiede weiter durch eine hohe Innovationsfähigkeit glänzen. Mit zahlreichen Branchenneuheiten in den letzten Jahren, vor allem im Bereich der schnurrlosen und optischen Computermäuse, setzt das Unternehmen Maßstäbe. Diese hohe Innovationsfähigkeit erreicht die Gesellschaft vor allem durch ausgebildete Fachkräfte. Mehr als die Hälfte der beschäftigten Techniker haben ihr Handwerk in der Informatik gelernt und sind Programmierer. Als Ergebnis dieser Unternehmenspolitik kann Logitech nicht nur mit Rekordergebnissen glänzen, sondern erhielt in den letzten Jahren mehr als 50 Industriepreise für seine Produkte im Bezug auf industrielles Design und innovative Technik. Logitech fertigt seine Produkte allerdings nicht selbst, sondern lagert die Fertigung in Länder, wie Taiwan und China aus. Der Vertrieb erfolgt an OEM-Hersteller und Einzelhändler weltweit. Über den Katalogvertrieb, Systemhersteller und Systemintegratoren verfügt Logitech über ein umfangreiches Vertriebsnetz.

Durch die vollständige Übernahme des Online-Dienstes SpotLife, welcher sich auf die Vermarktung von Video-Inhalten spezialisiert hat, rückintegriert der Schweizer Technologiekonzern seine ehemalige Tochter wieder in das Unternehmen. Nachdem man im Jahr 2004 Intrigue Technologies übernahm, kaufte Logitech im Herbst 2006 den Musiksystem-Spezialisten Slim Devices. Ende 2007 schluckte Logitech den Anbieter von Web-Videolösungen WiLife. In 2008 verstärkte sich Logitech durch die Übernahme des Kopfhörer-Spezialisten Ultimate Ears sowie durch den Konferenzsoftwareanbieter SightSpeed.

Zahlen

Im zweiten Quartal 2009 lag der Umsatz bei 498,09 Mio. US-Dollar nach 664,71 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn verringerte sich von 80,36 Mio. Dollar auf nunmehr 27,34 Mio. Dollar. Daraus resultierte für Logitech ein Nettoergebnis von 20,74 Mio. Dollar (2008: 72,31 Mio. Dollar). Entsprechend verringerte sich auch der (verwässerte) Gewinn je Aktie von 39 Cent auf elf Cent. Dennoch konnte Logitech mit diesem Ergebnis die Markterwartungen der Analysten übertreffen, die mit einem Plus von fünf US-Cent je Aktie gerechnet hatten.

Der Umsatz des ersten Halbjahres 2009 summierte sich auf 824,2 Mio. Dollar, in 2008 waren noch 1,17 Mrd. Dollar erzielt worden. Beim operativen Ergebnis rutschte Logitech dann in die roten Zahlen: Mit minus 7,76 Mio. Dollar wurde eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem Vorjahreswert von plus 110,08 Mio. Dollar erreicht. Das Nettoergebnis betrug minus 16,62 Mio. Dollar (2008: plus 101,61 Mio. Dollar). Logitech meldete ein Ergebnis je Aktie von minus neun Cent nach plus 55 Cent im Vorjahr.

Für das zweite Quartal 2009 musste Logitech einen Rückgang des Retail-Umsatzes um 19 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum hinnehmen. In Amerika brach die Nachfrage um fünf Prozent ein, ein Rückgang um 24 Prozent entfiel auf die Region EMEA. Logitech verbuchte ein Minus von 28 Prozent im asiatischen Raum. Der OEM-Umsatz des Unternehmens verringerte sich dabei um 54 Prozent.

Markt und Wettbewerb

Meldung gespeichert unter: Logitech International

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