Logitech geht neue Weg - Smartphone-Zubehör und Web-TV im Vordergrund

Montag, 21. Juni 2010 12:32
Logitech International

(IT-Times) - Zwar konnte die Schweizer Technologieschmiede Logitech International (Nasdaq: LOGI, WKN: A0J3YT) im jüngsten Quartal wieder ein solides Wachstum melden, unter dem Strich blieb für das vergangene Geschäftsjahr 2010 aber ein Umsatz- und Gewinnrückgang stehen.

Investoren fürchten, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Logitech zweistellige Zuwachsraten verbuchen konnte. Durch die Änderungen der Konsumgewohnheiten der Verbraucher könnte die Nachfrage nach Logitech-Produkten sinken, so der allgemeine Tenor im Investoren- und Analystenlager. Kamen Logitech-Produkte in der Vergangenheit rund um den Desktop zum Einsatz, verliert der Desktop-Bereich immer mehr an Bedeutung. Ursächlich hierfür ist der Umstand, dass immer mehr Verbraucher Entertainment-Inhalte auf mobilen Endgeräten wie Smartphones genießen. Spiele werden beispielsweise mit dem Finger via Touchscreen gesteuert, andere Eingabegeräte sind überflüssig.

Logitech gründet neue Smartphone-Division
Moderne Smartphones wie das iPhone 4 sind zudem bereits mit einer weiteren Kamera ausgestattet, die Videochats ermöglichen. Webcams, wie sie Logitech anbietet, werden dadurch überflüssig. Dennoch sieht Logitech in diesem Strukturwandel auch Chancen. Um diese zu nutzen, hat das Unternehmen eine neue Division gegründet, die speziell Zubehörprodukte rund um Smartphones entwickeln soll. Im Mittelpunkt der neuen Einheit sollen dabei Headsets und Lautsprecher für Android-basierte Smartphones und dem iPhone stehen, so Logitech-Manager Mark Schneider, der als General-Manager für das Audio-Geschäft von Logitech verantwortlich zeichnet.

Logitech Vizepräsident und General-Manager Bruce Lancaster soll in Kürze von Fremont in die neue Division wechseln und in den nächsten Monaten weitere Mitarbeiter einstellen, um neue Produkte zu entwickeln, heißt es.

Web-TV: Logitech hebt Logitech Revue aus der Taufe
Daneben hofft Logitech auf den Wachstumsmarkt Web-TV. Gemeinsam mit Google hat Logitech eine neue Set-Top-Box aus der Taufe gehoben, die mit der Google-Software Google TV bestückt ist. Das Produkt Logitech Revue versteht sich als Multimedia-Hub, der Web- und TV-Inhalte vereinen und vieles mehr auf dem TV-Fernseher bringen soll.

Noch ist wenig bekannt über die Spezifikationen der neuen Logitech-Box. Wie einschlägige Technikseiten berichten, soll Logitech Revue mit einem Google Chrome Browser 5.0 und mit dem Android 2.1 Betriebssystem ausgestattet sein. Zudem soll die Box auch Flash 10.1 unterstützen. Gesteuert werden kann die neue Box passenderweise mit einer Logitech-Fernbedienung (Harmoney). Auf den Markt kommen soll die neue Logitech-Box dann im Herbst dieses Jahres, pünktlich zum lukrativen Weihnachtsgeschäft.

Sollte Logitech mit seinem neuen Produkt den hohen Erwartungen gerecht werden, könnte sich Logitech Revue neben dem iPhone 4 zum Verkaufsschlager im diesjährigen Weihnachtsgeschäft entwickeln…

Kurzportrait

Die in der Schweiz ansässige Logitech ist längst mehr ein Entwickler von Computermäusen und anderen Anzeigegeräten. Durch die Übernahme von Labtec bietet das Unternehmen inzwischen auch Lautsprecher und entsprechendes Audio-Zubehör für den PC an. Dennoch gehört das Geschäft mit Computermäusen und Anzeigegeräten nach wie vor zum Kerngeschäft des Schweizer Technologiespezialisten. Als Marktführer in diesem Bereich entwickelt die Gesellschaft nicht nur kabellose Computermäuse und Keyboards, sondern auch Joysticks, Gamepads, PC-Lenkräder, Headsets und Webcams. Das Geschäft mit Scanner fuhr Logitech zugunsten der Entwicklung von Webcams zurück. Inzwischen bietet Logitech auch Videokonferenzprodukte an.

Zuletzt feierte das Unternehmen ein kleines Jubiläum. Mit der Auslieferung der 500 Millionsten Computermaus und der 25 Millionsten Webcam erreichte Logitech einen neuen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. Vor allem will die Schweizer Technologieschmiede weiter durch eine hohe Innovationsfähigkeit glänzen. Mit zahlreichen Branchenneuheiten in den letzten Jahren, vor allem im Bereich der schnurrlosen und optischen Computermäuse, setzt das Unternehmen Maßstäbe. Diese hohe Innovationsfähigkeit erreicht die Gesellschaft vor allem durch ausgebildete Fachkräfte. Mehr als die Hälfte der beschäftigten Techniker haben ihr Handwerk in der Informatik gelernt und sind Programmierer. Als Ergebnis dieser Unternehmenspolitik erhielt Logitech in den letzten Jahren mehr als 50 Industriepreise für seine Produkte im Bezug auf industrielles Design und innovative Technik. Logitech fertigt seine Produkte allerdings nicht selbst, sondern lagert die Fertigung in Länder, wie Taiwan und China aus. Der Vertrieb erfolgt an OEM-Hersteller und Einzelhändler weltweit. Über den Katalogvertrieb, Systemhersteller und Systemintegratoren verfügt Logitech über ein umfangreiches Vertriebsnetz.

Durch die vollständige Übernahme des Online-Dienstes SpotLife, welcher sich auf die Vermarktung von Video-Inhalten spezialisiert hat, rückintegriert der Schweizer Technologiekonzern seine ehemalige Tochter wieder in das Unternehmen. Nachdem man im Jahr 2004 Intrigue Technologies übernahm, kaufte Logitech im Herbst 2006 den Musiksystem-Spezialisten Slim Devices. Ende 2007 schluckte Logitech den Anbieter von Web-Videolösungen WiLife. In 2008 verstärkte sich Logitech durch die Übernahme des Kopfhörer-Spezialisten Ultimate Ears sowie durch den Konferenzsoftwareanbieter SightSpeed. Im Dezember 2009 übernahm Logitech den Spezialisten LifeSize Communications und stieg damit in den Markt für Videokonferenzlösungen ein.

Zahlen

Im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2010, das am 31. März 2010 endete, kletterte der Logitech-Umsatz um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Während im Vergleichsquartal des Vorjahres ein Umsatz von 407,94 Mio. US-Dollar erlöst wurde, erzielte Logitech im vierten Quartal 2010 Umsätze von 525,44 Mio. Dollar. Das operative Ergebnis lag mit 27,69 Mio. Dollar im positiven Bereich, nach operativen Verlusten von 43,2 Mio. Dollar im vierten Quartal 2009. Vor Steuern lag das Ergebnis im letzten Quartal 2010 bei 28,89 Mio. Dollar.

Ein Jahr zuvor erwirtschaftete man ein noch ein Vorsteuerergebnis von minus 41,41 Mio. Dollar. Unter dem Strich blieb der Logitech im vierten Quartal 2010 ein Nettogewinn in Höhe von 24,49 Mio. Dollar, nach einem Nettoergebnis von minus 35,07 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Entsprechend verbesserte sich das Ergebnis je Aktie von minus 0,20 Dollar auf plus 0,14 Dollar. Die Bruttomargen kletterten im jüngsten Quartal auf 31,9 Prozent vom Umsatz, nach 24 Prozent im Vorjahresquartal.

Für das Gesamtjahr 2010 musste Logitech einen deutlichen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Verglichen mit dem Jahr 2009 sank der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 von 2,2 Mrd. Dollar auf 1,96 Mrd. Dollar. Von 109,65 Mio. Dollar auf 78,36 Mio. Dollar gab dabei das operative Ergebnis nach. Das Vorsteuerergebnis von Logitech sank im gleichen Zeitraum von 126,79 Mio. Dollar auf 83,62 Mio. Dollar. Mit 64,95 Mio. Dollar lag das Nettoergebnis 2010 deutlich unter dem Vorjahreswert von 107,03 Mio. Dollar. So gab im Jahr 2010 das verwässerte Ergebnis je Aktie mit 0,36 Dollar auch deutlich gegenüber den 0,59 Dollar des Jahres 2009 nach.

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