Level 3 schwingt sich auf ein höheres Level

Donnerstag, 5. Juni 2008 12:58
Level_3.gif

(IT-Times) Die Aktien des US-Rechencenterspezialisten Level 3 Communications (Nasdaq: LVLT, WKN: 912667) gehörten in den vergangenen Wochen zu den Hauptgewinnern an der Technologiebörse Nasdaq, nachdem sich die Papiere in den letzten beiden Monaten verdoppelten. Der IP-Spezialist, der in den vergangenen neun Jahren stets rote Zahlen schrieb, sieht nunmehr endlich Licht am Ende des Tunnels.

Hintergrund ist die steigende Nachfrage nach Bandbreiten, nachdem Social-Networking-Seiten und Videoportale immer beliebter werden. Allein im Februar wurden nach Angaben von comScore zehn Mrd. Videos aus dem Netz heruntergeladen - ein Zuwachs von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Doch bislang konnte Level 3 diesen Boom nicht in schwarze Zahlen ummünzen. Ursächlich waren Probleme im Zusammenhang mit der Installation und Service-Aktivierung. Auch die Abrechnung machte Schwierigkeiten, so dass Level 3 Kunden verlor. Daneben kämpfte der IP-Carrier auch mit Problemen, die zahlreichen Zukäufe der letzten Jahre in den Konzern zu integrieren. Diese Probleme kosteten letztendlich den Level 3-Mitgründer und ehemaligen Chief Operating Officer (COO) Kevin O`Hara den Job.

Level 3 kündigt positiven Cashflow und weitere Zukäufe an
Nachdem der Großteil der Probleme nunmehr behoben scheint, will man mittelfristig schwarze Zahlen schreiben. Nachdem im ersten Quartal 2008 noch ein negativer freier Cashflow von 160 Mio. Dollar zu Buche stand, soll der Turnaround Anfang 2009 gelingen, verspricht Level 3-Chef James Crowe, der sich für die schwache Performance des Unternehmens in den letzten beiden Jahren bei den Aktionären entschuldigte.

Neben einem positiven Cashflow kündigt der Level 3-Manager auch weitere Zukäufe an, um sich in bestimmten Bereichen zu verstärken, die Wachstum versprechen. Dazu zählen unter anderem Netzwerkspezialisten, die optische Netze in Großstadtmetropolen betreiben, als auch Technologiefirmen, die im Bereich Content-Distribution engagiert sind, so Crowe.

Daneben will Level 3 auch Wettbewerber wieder stärker in die Zange nehmen. Nachdem man die Probleme mit der Service-Aktivierung beheben konnte, spielt Level 3 offenbar die Preiskarte, um Wettbewerber wie Cogent Communications unter Druck zu setzen. Kein Zweifel, „Level 3 is back“ meint etwa Janco Partners Analystin Donna Jaegers...

Kurzportrait

Level 3 Communications wurde ursprünglich als Kiewit Diversified Group (KDG) im Jahre 1985 gegründet. Im Januar 1998 änderte KDG seinen Namen in Level 3 Communications. Seit dem Jahre 1997 hat sich das Unternehmen vermehrt dem Geschäft mit Netzwerkdiensten verschrieben. Bereits ein Jahr später erfolgte der Börsengang von Level 3 an die Nasdaq, nachdem die Papiere zunächst nur am OTC-Board gehandelt wurden.

Level 3 Communications, ansässig in Broomfield/USA, gilt heute als einer der größten Betreiber von optischen Glasfaserringen in den USA und in Europa. Das mehr als 48.000 Meilen umfassende Glasfasernetz der Gesellschaft erstreckt sich über ganz Nordamerika. Neben AOL betreut Level 3 auch andere große Telekom- und Internetfirmen wie AT&T, Time Warner, EarthLink, Microsoft, Comcast, Verizon, MySpace.com, Sprint und YouTube. Später verkaufte das Unternehmen seine asiatischen Geschäftsbereiche, um die anhaltenden Verluste zu verringern. So wurde unter anderem auch die Genuity-Einheit Midwest Fiber Optic Networks veräußert, welche zuvor erst durch die Übernahme des insolventen Rivalen Genuity erworben wurde. Auch das Remote-Access-Geschäft wurde im Mai 2004 an Fiberlink verkauft. Im Jahr 2005 trennte sich Level 3 von seiner Servicedivision (i)Structure, wobei sich das Unternehmen an anderer Stelle durch die Übernahme von WilTel verstärkte. Anfang 2006 wurde der Netzwerkservicespezialist Progress Telecom übernommen. Ferner kaufte Level 3 die Telekomspezialisten ICG Communications sowie TelCove und Looking Glass Networks. Im Herbst 2006 übernahm Level 3 schließlich den Rivalen Broadwing. Gleichzeitig übernahm man die CDN-Operationen von Savvis. Im Frühjahr 2007 übernahm man zudem verschiedene Vermögenswerte von AT&T. Die Werbeeinheit Vyvx wurde inzwischen an DG FastChannel veräußert.

Trotz des Rückzugs aus Asien blieb das Unternehmen jedoch weiterhin auf der Suche nach Übernahmekandidaten und will auch in den nächsten Jahren weiter nach geeigneten Übernahmekandidaten Ausschau halten.

Zahlen

Für das vergangene Märzquartal meldet Level 3 einen Umsatzanstieg auf 1,09 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Umsätze im Kerngeschäft Core Communications zogen um zehn Prozent auf 958 Mio. Dollar an.

Der Nettoverlust summierte sich im jüngsten Quartal auf 181 Mio. Dollar oder 12 US-Cent je Aktie, nachdem im Jahr vorher noch ein Minus von 647 Mio. Dollar oder 44 US-Cent je Aktie zu Buche stand. Damit blieb Level 3 jedoch leicht hinter den Markterwartungen zurück. An der Wall Street hatte man zunächst zwar nur mit Einnahmen von 1,06 Mrd. Dollar, aber mit einem Nettoverlust von nur elf US-Cent je Aktie kalkuliert.

Der operative Gewinn (EBITDA) summierte sich im ersten Quartal 2008 auf 170 Mio. Dollar, ein Zuwachs von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Meldung gespeichert unter: Level 3 Communications

© IT-Times 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Unternehmen / Branche folgen
Unsere Nachrichten auf Ihrer Website

Sie haben die Möglichkeit, mit unserem Webmaster-Nachrichten-Tool die Nachrichten von IT-Times.de kostenlos auf Ihrer Internetseite einzubauen.

Zugeschnitten auf Ihre Branche bzw. Ihr Interesse.

Folgen Sie IT-Times auf ...