Level 3 hat noch viel zu tun

Dienstag, 19. Juni 2007 00:00

(IT-Times) Social-Networking-Plattformen und Videoportale sorgen für einen stetig wachsenden Bedarf an Bandbreite. Die Experten beim Rechenzentrenspezialisten Level 3 Communications (Nasdaq: LVLT, WKN: 912667) erwarten daher ein IP-Wachstum von mehr als 100 Prozent in den nächsten Jahren.

Mit seinen Kommunikationsdiensten und mit seinem Colocation-Angebot sieht sich Level 3 gut für die Zukunft gerüstet. Durch die Übernahme der Content Delivery Network-Assets vom Mitbewerber Savvis versuchte Level 3 zuletzt sein Produktangebot zu erweitern und an die Bedürfnisse der Kundschaft anzupassen. Doch auch neue Kunden wie YouTube und MySpace.com verhalfen Level 3 noch nicht dazu, nachhaltig in die Gewinnzone vorzustoßen. Zwar steigen die Preise für Colocation-Services, doch nach wie vor schreibt Level 3 tiefrote Zahlen.

Daran dürfte sich auch im laufenden Jahr nur wenig ändern, wenn man den Prognosen der Analysten glauben darf. Level 3 hat inzwischen Aktionen eingeleitet, um die operativen Kosten zu senken. So wurden nicht zuletzt durch die Integration der jüngsten Übernahmen und Stellenstreichungen Kostensynergien von 70 Mio. Dollar realisiert. Daher sieht man sich im Plan, bis Jahresende die Kosten um gut 200 Mio. Dollar drücken zu können.

Ferner wurden Kapitalmaßnahmen ergriffen, welche die Belastungen durch die Inanspruchnahme von Fremdkapital senken sollen. Durch die Ablösung bzw. Refinanzierung langfristiger Schulden konnte man zuletzt seine Schulden um 500 Mio. Dollar zurückfahren. Die jährlichen Zinszahlungen sollen damit um rund 110 Mio. Dollar sinken. Dennoch summierten sich die langfristigen Verbindlichkeiten zum Quartalsende auf 6,8 Mrd. Dollar - dem gegenüber stehen liquide Mittel in Höhe von 892 Mio. Dollar.

Fazit: Die Kapitäne des IP-Tankers Level 3 drehen das Schiff langsam in die richtige Richtung. Dennoch gibt auch Level-Finanzchef Sunit Patel zu: „Wir haben im verbleibenden Jahr noch sehr viel zu tun“…

Kurzportrait

Level 3 Communications wurde ursprünglich als Kiewit Diversified Group (KDG) im Jahre 1985 gegründet. Im Januar 1998 änderte KDG seinen Namen in Level 3 Communications. Seit dem Jahre 1997 hat sich das Unternehmen vermehrt dem Geschäft mit Netzwerkdiensten verschrieben. Bereits ein Jahr später erfolgte der Börsengang von Level 3 an die Nasdaq, nachdem die Papiere zunächst nur am OTC-Board gehandelt wurden.

Level 3 Communications, ansässig in Broomfield/USA, gilt heute als einer der größten Betreiber von optischen Glasfaserringen in den USA und in Europa. Das 48.000 Meilen umfassende Glasfasernetz der Gesellschaft erstreckt sich über ganz Nordamerika. So unterzeichnete Level 3 einen mehrjährigen Vertrag mit dem weltgrößten Internet-Provider America Online, über die Lieferung von Netzwerkservices. Daneben betreut Level 3 aber auch andere große Internet Service Provider wie AT&T, Time Warner, EarthLink, Microsoft, Comcast, Verizon, MySpace.com, Sprint und YouTube. Später verkaufte das Unternehmen seine asiatischen Geschäftsbereiche, um die anhaltenden Verluste zu verringern. So wurde unter anderem auch die Genuity-Einheit Midwest Fiber Optic Networks veräußert, welche zuvor erst durch die Übernahme des insolventen Rivalen Genuity für knapp 242 Mio. Dollar erworben wurde. Auch das Remote-Access-Geschäft wurde im Mai 2004 an Fiberlink veräußert. Im Jahr 2005 trennte sich Level 3 von seiner Servicedivision (i)Structure, wobei sich das Unternehmen an anderer Stelle durch die Übernahme von WilTel verstärkte. Anfang 2006 wurde der Netzwerkservicespezialiste Progress Telecom übernommen. Ferner kaufte Level 3 den Telekomspezialisten ICG Communications sowie TelCove und Looking Glass Networks. Im Herbst 2006 übernahm Level 3 schließlich den Rivalen Broadwing für 1,4 Mrd. Dollar. Gleichzeitig übernahm man die CDN-Operationen von Savvis. Im Frühjahr 2007 übernahm man verschiedene Vermögenswerte von AT&T.

Trotz des Rückzugs aus Asien blieb das Unternehmen jedoch weiterhin auf der Suche nach Übernahmekandidaten. So hält der IP-Carrier eine Beteiligung an der Telefongesellschaft Commonwealth Telephone (CTE). Das Unternehmen gilt als führende lokale Telefongesellschaft im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2007 meldete Level 3 einen Umsatzanstieg auf 1,06 Mrd. US-Dollar, nach Einnahmen von 846 Mio. Dollar im Jahr vorher. Dabei musste der IP-Spezialist einen Nettoverlust von 647 Mio. Dollar oder 44 US-Cent je Aktie hinnehmen, nach einem Minus von 168 Mio. Dollar oder 20 US-Cent je Aktie im Jahr vorher.

Analysten hatten im Vorfeld mit Einnahmen von 1,04 Mrd. Dollar, aber nur mit einem Nettoverlust von 22 US-Cent je Aktie kalkuliert.

In den jüngsten Zahlen sind allerdings Belastungen in Höhe von 427 Mio. Dollar oder 29 US-Cent je Aktie inbegriffen, die zur Ablösung bzw. Refinanzierung langfristiger Verbindlichkeiten von drei Mrd. Dollar dienen.

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