Lenovo will nach dem PC-Markt auch den Smartphone-Markt erobern

PC- und Smartphone-Markt

Freitag, 11. Oktober 2013 12:47
Lenovo Unternehmenslogo

(IT-Times) - Der chinesische Computerhersteller Lenovo Group hat es geschafft. Nach jahrelanger Dominanz der amerikanischen Hersteller hat Lenovo nunmehr Hewlett-Packard (HP) von der Spitzenposition als weltgrößter PC-Hersteller abgelöst. Lenovo ist nunmehr mit einem Marktanteil von 17,6 Prozent die Nummer eins im Weltmarkt, so die Marktforscher aus dem Hause Gartner.

Einziger Wehrmutstropfen für die Lenovo Group (WKN: 894983): Die PC-Verkäufe gingen im dritten Quartal 2013 um 8,6 Prozent zurück, insgesamt sanken die Auslieferzahlen mit 80,3 Millionen PCs auf den tiefsten Stand seit 2008, so Gartner. An dieser Entwicklung dürfte sich auch in den kommenden Jahren nur wenig ändern. Der Grund: Konsumenten greifen immer mehr zu Tablets und Smartphones.

Lenovos Smartphone-Geschäft erstmals profitabel
Im Smartphone-Markt baut sich Lenovo gerade eine Marktposition auf. Nach dem Lenovo das Smartphone-Absatzvolumen im jüngsten Quartal um 130 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern konnte, ist man nunmehr der viertgrößte Smartphone-Hersteller weltweit. Auch war das Smartphone-Geschäft im jüngsten Quartal erstmals profitabel.

In China hat man Apple hinter sich gelassen und ist hinter Samsung nunmehr der zweitgrößte Smartphone-Hersteller. Gute Fortschritte verzeichnet das Unternehmen eigenen Angaben zufolge auch in Indonesien, Indien, Russland und Vietnam.

Mit Hilfe von HTC an die Spitze?
Nunmehr soll das Smartphone-Geschäft weiter ausgebaut werden, vor allem in den USA will Lenovo noch stärker Fuß fassen. Hier könnte dem Unternehmen die Übernahme des taiwanischen Smartphone-Herstellers HTC weiterhelfen. Schon seit August soll Lenovo mit HTC über eine mögliche Kooperation bzw. ein Joint Venture verhandeln, berichtet die taiwanische Apple Daily. Eine Übernahme der Marke HTC scheint möglich, hatte Lenovo zuvor schon IBMs ThinkPad-Marke erfolgreich übernommen.

HTC sträubt sich (noch) gegen Übernahme
Noch wiegelt man bei HTC ab. Insbesondere HTC Chairwomen und Mitgründerin Cher Wang will nichts von einer Übernahme wissen und denkt nicht an einen Verkauf - zumindest noch nicht. Allerdings nimmt der Druck auf HTC zu, die Taiwaner hatten im jüngsten Quartal erstmals seit dem Börsengang im Jahr 2002 einen Verlust ausweisen müssen.

Dabei würde ein Zusammenschluss der beiden durchaus Sinn machen. HTC verfügt über die notwendige Expertise im Bereich high-end Smartphones, hat jedoch nicht die Marketing- und Vertriebsmacht, die Lenovo zur Verfügung steht. Lenovo hingegen verfügt über ein weit verzweigtes Vertriebsnetz und das notwendige Kapital, um das Smartphone-Geschäft weiter nach vorne zu bringen.

Auch wenn sich HTC noch gegen eine Übernahme wehrt, langfristig dürfte HTC die kritische Größe fehlen, um ernsthaft gegen Apple und Samsung konkurrieren zu können. Ein Joint Venture bzw. eine Übernahme durch Lenovo wäre wohl die beste Lösung für HTC. Marktbeobachter rechnen daher mit einem Buyout in der ersten Jahreshälfte 2014.

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und die Nummer zwei im chinesischen Smartphone-Markt. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs und Smartphones. Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad. Daneben bietet Lenovo aber auch Workstations an. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. Insgesamt bezahlte Lenovo 1,27 Mrd. Dollar für die IBM-Einheit, wodurch das Unternehmen zu einem internationalen Player aufstieg. In 2011 schluckte Lenovo den deutschen Aldi-Zulieferer Medion für 629 Mio. Euro. In 2011 schloss Lenovo ein Joint Venture mit Compal Electronics, um PCs in China zu bauen. Lenovo hält 51 Prozent der Anteile an dem Venture. Im Herbst 2012 übernahm Lenovo den brasilianischen PC-Hersteller CCE (Digibras). Im Herbst 2012 kaufte Lenovo den Cloud-Spezialisten Stoneware. Anfang 2013 ging das Joint Venture LenovoEMC Ltd an den Start, welches NAS (Network Attached Storage) Geräte vermarkten soll.

Während Lenovo in China mit der Digital China Holdings in Sachen Vertrieb zusammenarbeitet, bauen die Chinesen ihr internationales Geschäft weiter aus. Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen.Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Meldung gespeichert unter: Lenovo

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