Lenovo holt auf - Apple und Samsung im Visier

Smartphones & Tablets

Mittwoch, 17. September 2014 13:23
Lenovo

(IT-Times) - Lenovo-Aktien standen zuletzt unter Druck, nachdem Apple sein neues iPhone 6 präsentierte - damit dürfte sich der Wettbewerb im Smartphone-Markt weiter verschärfen. Kein Problem für die Lenovo Group, die zu Jahresbeginn den US-Mobiltelefonhersteller Motorola Mobility aufgekauft hatte. Bei Lenovo geht man davon aus, dass die Motorola-Übernahme noch bis Jahresende abgeschlossen werden kann.

Lenovo will an der Marke Motorola festhalten und damit stärker in den USA, Europa und natürlich auch in Asien Fuß fassen. Bei Lenovo ist man zuversichtlich, einen Turnaround bei Motorola binnen vier bis sechs Quartalen nach Abschluss der Übernahme herbeiführen zu können.

Motorola mit Erfolgen in Asien
Motorola brachte Anfang September seine neuen Smartphones Moto G, Moto X und seine Smartwatch Moto 360 in Indien auf den Markt. Die ersten Schritte im indischen Markt waren vielversprechend. Ein Jahr nachdem Markteintritt konnte Motorola den finnischen Mobiltelefonhersteller Nokia, der inzwischen zu Microsoft gehört, überholen und ist nach Angaben der Marktforscher aus dem Hause Canalys nunmehr die Nummer vier im indischen Smartphone-Markt.

Lenovo (WKN: 894983) will auf die Erfolge der amerikanischen Marke aufbauen und Motorola auch in anderen Schwellenländern wie zum Beispiel in Bangladesch etablieren. Insbesondere das Moto G und das Moto E sieht Country-Manager Amar Babu für diesen Markt geeignet. Mithilfe seiner Yoga Tablets und A & S Serie will Lenovo zudem zu einem der führenden Tablet-Hersteller in Bangladesch avancieren, so der Manager im Interview mit dem The Daily Star.

Tablet-Markt: Lenovo verdrängt Asustek von Platz drei
Ehrgeizige Ziele hat das Unternehmen auch auf den Weltmarkt. Im laufenden Geschäftsjahr 2014/2015 will Lenovo 20 Mio. Tablets weltweit verkaufen, allein in Indien visiert man einen Marktanteil von 26 Prozent im Bereich Enterprise Tablets an.

Im vergangenen zweiten Kalenderquartal konnte Lenovo unter die Top 3 unter den Tablet-Herstellern aufrücken und den Konkurrenten Asustek überholen. Laut IDC Taiwan wurden im zweiten Quartal 2014 weltweit 49,3 Mio. Tablets verkauft, 2,4 Mio. Geräte kamen dabei aus dem Hause Lenovo, was einem Marktanteil von 4,9 Prozent bedeutet. Damit liegt Lenovo zwar noch hinter Apple (13,3 Mio. verkaufte iPads) und Samsung, doch der Abstand zur Spitze schrumpft.

Kurzportrait

Die in Beijing ansässige Lenovo Group wurde ursprünglich von elf Ingenieuren im Jahre 1984 gegründet. Zuvor firmierte das Unternehmen unter dem Namen Legend Group bzw. New Technology Developer Incorporated.

Heute ist Lenovo der größte PC-Hersteller Chinas und die Nummer zwei im chinesischen Smartphone-Markt. Zum Produktangebot zählen unter anderem die Lenovo ThinCentre Desktop-Rechner, als auch die ThinkPad Laptop-Reihe und Tablet-PCs und Smartphones. Ergänzt werden diese durch die Laptop- bzw. Netbook-Marke IdeaPad. Auch LCD- und CRT-Monitore gehören zum Produktangebot von Lenovo, wobei das Unternehmen aber auch ThinkVision-Projektoren vermarktet.

Bereits im Jahr 2005 verstärkte sich das Unternehmen durch die Übernahme der PC-Sparte von IBM. In 2011 schluckte Lenovo den deutschen Aldi-Zulieferer Medion für 629 Mio. Euro. In 2011 schloss Lenovo ein Joint Venture mit Compal Electronics, um PCs in China zu bauen. Lenovo hält 51 Prozent der Anteile an dem Venture. Im Herbst 2012 übernahm Lenovo den brasilianischen PC-Hersteller CCE (Digibras). Im Herbst 2012 kaufte Lenovo den Cloud-Spezialisten Stoneware. Anfang 2013 ging das Joint Venture LenovoEMC Ltd an den Start, welches NAS (Network Attached Storage) Geräte vermarkten soll. In 2014 erwarb Lenovo das x86 Server-Geschäft von IBM, gleichzeitig kaufte Lenovo Motorola Moboility für rund 2,9 Mrd. Dollar.

Mit weiteren Niederlassungen in USA, Indien und Deutschland ist Lenovo bereits in weiteren Märkten präsent. Darüber hinaus will Lenovo verstärkt in Schwellenmärkten wie in Indien aber auch im Mittleren Osten und Brasilien Fuß fassen. Zuletzt war die chinesische Regierung mit einer Minderheitsbeteiligung der größte Einzelaktionär der Gesellschaft.

Markt und Wettbewerb

Weltweit hat Lenovo inzwischen den PC-Hersteller Hewlett-Packard als die Nummer eins im PC-Markt abgelöst, wobei Lenovo zuletzt auf einen Weltmarktanteil von über 18 Prozent (Quelle: IDC) kam. Daneben konkurriert Lenovo auch mit Dell, Acer und der taiwanischen Asustek Computer.

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